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Samstag, 20. April 2019

Die 10 goldenen Regeln für eine Europareise

Einmal von Deutschland über Österreich, Griechenland, Italien, Frankreich, Irland, Großbritannien und wieder zurück nach Deutschland. Auf meiner dreiwöchigen Europareise, die ich zwar instagramreif mit Rucksack und Interrail Pass unternommen, jedoch eher weniger auf Social Media Plattformen begleitet habe, habe ich einiges erlebt. Manches davon kann ich empfehlen, von anderen Dingen rate ich dringend ab. Damit Sie für Ihre anstehende Reise gut vorbereitet sind, habe ich eine Liste der 10 wichtigsten Regeln für Sie erstellt.


Regel Nummer 1:

Es ist keine richtige Reise, wenn Sie nicht mindestens ein Mal dachten, dass Sie Ihr Handy oder Portemonnaie verloren haben.

Die erste und auch wichtigste Regel. Wirkliches Urlaubsfeeling erleben Sie erst dann, wenn Sie in Panik geraten und völlig aufgeschmissen sind – diesen Nervenkitzel brauchen vor allem die Abenteurer unter uns. Smartphone und Portemonnaie sind neben den Zug- und/oder Flugtickets auf einer Reise die wichtigsten Dinge. Die Befürchtung, eines davon oder womöglich sogar beides verloren zu haben, lässt den Adrenalinspiegel innerhalb von Sekunden in die Höhe schnellen. Suchen Sie alles ab, schütten Sie sämtliche Taschen aus und stellen Sie sich möglichst bildlich vor, wie Sie ohne Geld, ohne Kontakte und ohne Plan durch die Straßen des fremden Landes irren. Lassen Sie auch andere Reisende an ihrem Erlebnis teilhaben, indem Sie auch deren Betten durchsuchen und sie fragen, ob sie den gesuchten Gegenstand vielleicht gesehen haben. Auf diese Weise lernen Sie auch schnell neue Leute kennen. Im Idealfall befindet sich Handy oder Portemonnaie dann doch in der hinteren Hosentasche oder im Koffer. Das Gefühl der Erleichterung wird Ihnen den ganzen Tag versüßen.

Pro Tipp: Am besten fangen Sie genau dann an in Ihren Taschen nach Handy oder Portemonnaie zu suchen, wenn Sie jemand nach einem Feuerzeug fragt. Ignorieren Sie diese Frage und suchen Sie einfach weiter. Der Fragende wird dann mit seiner Zigarette bei Ihnen stehen bleiben und das Schauspiel erwartungsvoll beobachten.


Regel Nummer 2:

Wer Sefies macht, macht gern auch Fotos von Ihnen.
Es ist einer der (für mich persönlich wenigen) Nachteile des alleine Reisens: Man kriegt kaum vernünftige Urlaubsfotos hin. Also steht man meist allein vor diversen Sehenswürdigkeiten und macht Selfies. Auch, wenn ich das alleine Reisen absolut großartig finde, waren das die Momente, in denen ich mich etwas schämte so ganz allein unterwegs zu sein. Aber es war mir immer noch lieber, als mich Menschen im Familien- oder Pärchenurlaub aufzudrängen und zu fragen, ob jemand ein Bild von mir machen könne. Das geht anderen Reisenden aber genau so! Am besten ist es also, sich gegenseitig zu helfen. Sehen Sie jemanden, der verzweifelt nach dem perfekten Winkel fürs Selfie sucht und krampfhaft versucht, das Kolosseum/den Eifelturm/den Big Ben auch noch auf das Bild zu bekommen, dann bieten Sie Ihre Hilfe an. Fragen Sie, ob Sie ein Bild machen sollen und schlagen sie ein Tauschgeschäft vor: Ich mache ein Bild von Ihnen, wenn Sie auch eins von mir machen.

Pro Tipp: Wenn Sie nicht zu bedürftig wirken wollen, können Sie auch nur anbieten, ein Foto zu machen. in 90% der Fälle wird die fotografierte Person merken, dass auch Sie allein sind und von selbst anbieten, auch Sie zu fotografieren. Dann können Sie ihm oder ihr mit einem "Naja, also wenn Sie schon so fragen. Warum eigentlich nicht" ganz lässig das Smatphone in die Hand drücken.


Regel Nummer 3: Nur für weibliche Reisende

Buchen Sie in Hostels Zimmer für Frauen.

Hostels sind eine gute Möglichkeit günstig zu reisen und Kontakte zu knüpfen. Viele Hostels bieten sowohl gemischte als auch ausschließlich auf Frauen ausgelegte Mehrbettzimmer an. In letzteren wird meist weitaus weniger geschnarcht, es riecht besser und es ist ruhiger. Außerdem laufen Sie nicht Gefahr, die Unterhose eines männlichen Gastes waschen zu müssen, weil diese im Gemeinschaftsbad genau an der Stelle auf der Heizung lag, an der ihr Duschgel umgekippt und ausgelaufen ist.


Regel Nummer 4:

Streicheln Sie keine streunenden Tiere.

Egal wie niedlich und zutraulich Katzen, Hunde, Tauben oder Ratten zu sein scheinen – streicheln Sie sie nicht. Selbst dann nicht, wenn eine Katze direkt auf der Akropolis rumläuft. Die könnte nämlich kratzen. Auch, wenn Sie sich wahrscheinlich weder einen Katzenpilz, noch Tollwut einfangen werden, werden Sie den ganzen Urlaub lang Angst davor haben. Verzichten Sie also lieber darauf.

Ausnahme: Regel Nummer 1 war Ihnen noch nicht Nervenkitzel genug.

Besser nicht streicheln: 
zutraulich aussehender Löwe in Neapel

Regel Nummer 5:

Verlassen Sie sich in Touristengebieten niemals auf Aussagen der Kellner, die vor den Restaurants stehen.

Um Enttäuschungen und Herzschmerz zu vermeiden, sollten Sie in Touristengebieten wie Athen nicht darauf vertrauen, dass der Kellner Sie "wiedererkennen und auf Sie warten" wird. Auch, wenn er es sehr überzeugend sagt und Sie denken, dass er anders ist als die anderen. Glauben Sie mir, er ist zu allen so. Wenn Sie zurückkommen und er Sie erneut auf dieselbe Art anspricht, werden Sie nur enttäuscht sein und viel zu viel Geld für mittelmäßig gutes Essen ausgeben. Sie sind mehr wert, als das.


Regel Nummer 6:

Zebrastreifen bedeuten in anderen Ländern einen Scheiß. Und das vor allem in Italien. Besonders in Neapel fahren die Menschen wie die Irren, Sie brauchen dort nur in irgendeinem x-beliebigen Moment eine Sprachnahricht bei WhatsApp aufzunehmen – es wird immer ein Hupkonzert auf der Aufnahme zu hören sein. Aber auch in vielen anderen europäischen Ländern sind Zebrastreifen höchstens mit einem Fußgängerüberweg in Deutschland zu vergleichen. Manchmal werden auch Ampeln ignoriert. Um im Ausland nicht unter die Räder zu geraten, ist also maximale Vorsicht geboten.

Pro Tipp: Halten Sie sich an Einheimische. Wenn diese vor der Straße anhalten, sollten Sie das besser auch tun. Sollten sie direkt lossprinten, dann rennen sie einfach hinterher. Im Zweifel bleiben sie einfach so lange an der Ampel stehen, bis ein Einhemischer die Straße überquert.


Regel Nummer 7: Wenn Sie durch Frankreich reisen

Lernen Sie französisch.
Es könnte sein, dass die Security Sie abfängt, weil sie mit einem zu großen Rucksack in den Supermarkt gehen wollen. Es könnte auch sein, dass sie an der Kasse erklären wollen, dass der Lippenstift eigentlich ja reduziert ist, ihnen der Rabatt aber nicht abgezogen wurde. Und es könnte auch passieren, dass der Alarm los geht, wenn Sie den Supermarkt verlassen und die Security Ihnen diverse Fragen stellt, bevor Sie Ihnen zeigen müssen, dass sie wirklich nur die 5 Schokocroissants und den Lippenstift in der Tasche haben. In solchen Momenten werden Sie sich wünschen, mehr als nur "Je ne parle pas francais" sagen zu können. Denn während in den meisten europäischen Ländern auch englisch gesprochen wird, verstehen die Menschen in Frankreich fast nur französisch. Auch, wenn französisch sich nach Meinung von Namika "irgendwie nice" anhört, wenn man´s nicht versteht, sollen Sie zumindest die wichtigsten Sätze auf französisch kennen.

Hinweis: "Bounjour", "Baguette", "Oh la la" und "Camembert" sind keine ausreichenden Vokabeln für einen Aufenthalt in Frankreich.


Regel Nummer 8:

Veruschen Sie auf der Busfahhrt vom Bari nach Neapel lieber nipcht,,, Urlaubslipps aufzuschreiben, weil die Kllllapptische echt klein und die Sraßen ziemlich hholpprig sind.
Schreiben Sie lieber im Abteil der ersten Klasse im Zug von Dublin nach Belfast.


Regel Nummer 9:

Nehmen Sie das gute Deo mit.
Und nicht das, was Sie zufällig eh noch rumstehen hatten, aber wegen seiner geringen Wirksamkeit eigentlich nie benutzen. Nehmen Sie es auch nicht mit um es "unterwegs leer zu machen" bzw. Nur, wenn Sie noch ein effektiveres Deodorant dabei haben. Zwar sichert ein schwaches Deo nach zwei Tagen ohne Dusche (und glauben Sie mir, solche Zeiten wird es geben) ein eigenes Abteil im Zug, ist jedoch für die anderen Fahrgäste nicht sehr angenehm.


Regel Nummer 10:

Nur weil man das in Deutschland so macht, muss es woanders nicht auch so sein.
Diesen Tipp gab mir ein Italiener in Rom und ich finde, dass dies einer der wertvollsten Hinweise ist, die ich auf meiner Reise bekommen habe (Mindestens genau so hilfreich war der Hinweis am Hafen in Schottland. Ich fragte "Where does the bus stop?" und bekam als Antwort "At the bus stop") und obwohl er sich auf den Ticketkauf in Bussen bezog und mich somit zum Schwarzfahren animierte – was ich selbstverständlich niemals empfehlen würde – fasst er viele wichtige Regeln zu einer zusammen. Andere Länder, andere Sitten, wie es so schön heißt. Und solange Sie sich auf die Kultur anderer Länder einlassen und zumindest versuchen sich ein wenig anzupassen, wird Ihnen in der Regel immer jemand aus dem jeweiligen Land helfen, weil er ihre peinlichen Bemühungen nicht mehr erträgt.




Beispiele gelungener Konversationen in fremden Ländern


Beim Frühstück in einem Hostel in Griechenland

Anderer Gast: "Can I sit here?"
Ich: "yes, I always like to have some people"


An einer Kasse in Frankreich

"Est-ce que tu parle l´anglais?" (Sprichst du englisch?)
"Non" (Nein)
"...."
"...."


An einem Hafen in Italien

Ich: "Buon Giorno" (Guten Tag auf italienisch)
Hafenmitarbeiter: "Bonjour" (Guten Tag auf französisch)


An einem Bahnhof in Italien

Mann: Irgendwas auf italienisch
Ich: "......What?"

Weitere Hinweise für Smalltalk in Italien:
Sagen Sie lieber nicht "Gracias", das ist nämlich spanisch.
Sagen Sie auch nicht "Oui", das ist nämlich französisch.

Samstag, 21. Juli 2018

In Frankreich einmarschieren für Dummies - Der Blockmist-Ratgeber

Sie möchten Ihre Macht demonstrieren und die Franzosen unterwerfen. Leider haben Sie keine Soldaten oder gar eine Armee, mit der Sie über die Grenze gelangen können. Doch im heutigen Schengen-Zeitalter ist das doch alles gar kein Problem mehr! Hier ein paar einfache Schritte, wie auch Sie Emanuel Makrone Angst und Schrecken lehren können:

1) Begeben Sie sich zur Ausgangsposition

Fahren Sie mit dem Zug von Nienburg über Minden, Hamm, Kölle Messe/Deutz nach Koblenz. Hier empfehlen wir einen kurzen Aufenthalt am Deutschen Eck. Weiter mit dem Zug nach Schweich.

2) Jetzt langsam vorrücken

Von Schweich fahren Sie mit dem Rad nun die Mosel entlang bis nach Trier. Wichtig: Bevor Sie die Innenstadt erreichen müssen Sie sich im Industriegebiet verfahren haben. Nach dem Sie dann drei bis 4 Mal dem selben Inlineskater begegnet sind, fragen Sie ihn nach dem Weg. Er wird angeben LKW-Fahrer zu sein und nicht gut deutsch zu sprechen, trotzdem ist er hilfsbereit und navigiert Sie. Rotondor (Kreisel) und dann links. Auch wenn es laut Ihrer Handynavigation nicht ganz richtig ist, und Sie die Mosel verloren haben, erreichen Sie irgendwann Trier.

3) Allgemeinwissen ansammeln um den Feind zu überraschen

Bestaunen Sie die Porta Nigra und die Altstadt. Dann erfahren Sie zufällig, dass Karl Marx in Trier geboren wurde und besuchen sein Geburtshaus. Aus der Pizzaria neben dem Geburtshaus holen Sie sich eine kleine Hawaii für 3,50 € (Achtung: Wirklich sehr klein!) und essen diese vor dem oben genannten Stadttor.

4) Die Dunkelheit ausnutzen

Im Schutze der Finsternis fahren Sie weiter die Mosel entlang und bringen so Kilometer auf die Uhr. Passen Sie auf, dass Ihnen der Wasservorrat nicht ausgeht, denn auch wenn Sie die luxemburgische Grenze erreichen gilt: In Wasserbillig ist es wohl kaum möglich nachts an billiges Wasser ranzukommen.

Ihre Vorräte werden knapp!

5) Falsch abbiegen

Versuchen Sie nicht perfekt zu sein, das wirkt unsympathisch. Anstatt der Mosel zu folgen, folgen Sie jetzt der Sauer bis nach Langsur, wo sie sich auf einer Parkbank zur Ruhe legen sollten. Sobald der Morgen graut, geht es weiter. Beim fahren hört dann auch das Zittern wieder auf. Und wundern Sie sich nicht zu stark, dass Luxemburg links liegt, was ja eigentlich schon nicht richtig sein kann. An diesem Morgen erreichen Sie ein anderes Minden und anschließend das bezaubernde Echternach (L). Ein Blick auf eine öffentliche Karte bei den öffentlichen Toiletten enthüllt Ihnen, wie schlecht Ihr Orientierungssinn ist.

6) Umdrehen

In Echternach wenden Sie und fahren die 25-30 km auf der luxemburgischen Seite zurück nach Wasserbillig, um dann weiter der Mosel zu folgen.

7) Keine Zeit verlieren

Jetzt wird Dampf gemacht. Auf der luxemburgischen Seite fahren Sie durch eine Baustelle einer gut befahrenen Straße und wechseln vor lauter Verwirrung auf die linke Straßenseite, wo einst der Radweg war und jetzt die Autos fahren, da rechts gebaut wird. Das verwirrt auch sicher auch schon einige Franzosen in ihren Zitroens und Renos. Wechseln Sie besser auf die entspanntere deutsche Seite. Staunen Sie auf der Höhe von Nennig, dass Sie schon das Saarland erreicht haben. Darauf hin erreichen Sie bald Perl.

8) Die richtige Seite wählen

Rüber nach Schengen. Fahren Sie kurz zum Hafen runter und informieren Sie sich über den Austragungsort des Abkommens (siehe Punkt 3). Nun geht es weiter zur französischen Grenze. Das sieht noch weit aus! Versuchen Sie es von der deutschen Seite.

9) Kraft sammeln

Ruhen Sie sich aus und essen Sie etwas. Gleich hinter dem Bahnhof Perl liegt der Grill Dreiländereck. Sicher hat Perl mehr zu bieten als diese Bude, aber Sie sind so ausgehungert und kaputt, dass Sie sich jetzt alles reinpfeifen würden. Danach noch Rewe, Wasser holen und los.

10) Der Grenzübertritt

Jetzt geht es rüber nach Apach! Mit den letzten Kräften erreichen Sie Frankreich. Geschafft! Nun, da Sie alles erreicht haben, können Sie hier ruhigen Gewissens umdrehen und Ihren Rückweg antreten.

Sie könnten jetzt in Perl in den nächstbesten Zug einsteigen oder:

Wie sind Sie hierhergekommen?
Sie möchten sich noch die Saarschleife reinziehen. Schieben Sie Ihr Fahrrad von Perl über Oberperl bis zu dem Punkt, wo der Radweg aufhört. Fahren Sie mit gut Glück durch den Wald. Sie erreichen wieder festen Boden und fahren durch die Felder. Sie fahren über einen Feldweg und entdecken eine Burg und fahren durch einen kleinen Wald um zu ihr zu gelangen. Es ist die Château de Malbrouck. Sie Trottel haben sich verfahren und sind wieder in Frankreich! Rätselraten, wie es zurückgeht. Der Umweg über einige Dörfer kommt nicht in Frage. Über Manderen und Tunting (es ist hier sehr ruhig. Zu ruhig) geht es unter der A8 her und ein deutsches "Nur für Anlieger"-Schild o. Ä. verrät Ihnen, dass Ihr eigentlich hoffnungsloser Plan aufgegangen ist. Auf dem Weg zur Saarschleife überholen Sie mit Ihrem Rad noch zwei kleine Trecker, ganz zur Belustigung der Leute auf den Anhängern. Ein völlig bescheuerter Weg über Nohn und Dreisbach führt Sie über die auch nicht wirklich kluge Deltstraße zur Saar. Sie fahren nun bis zur Schleife und bestaunen Sie von unten. Zur Aussichtsplattform geht es ganz woanders lang. Schlafenszeit. Wieder Parkbank. Die ganze Zeit prasseln Eicheln o. Ä. herunter und Viecher sind im Gebüsch unterwegs. Schlaf ist für die Schwachen. Sie sehen ein sehr helles, nicht blinkendes Objekt am Himmel und vermuten sofort, dass es nur die ISS sein kann (einen Tag später lesen Sie dann bei
Sobald Sie da sind wissen Sie: Er kam, Saar und siegte.
Twitter, dass sie an dem Abend wirklich zu sehen war). Nach vielleicht 1, 2 Stunden Schlaf geht es hoch zur so genannten Cloef. Nach wieder gut 2 Stunden Rad durch menschenleeren Wald hochschieben und in Orscholz rumirren erreichen Sie dann ein wundervolles Panorama, welches sich auf jeden Fall gelohnt hat. Anschließend fahren Sie 2200 Meter mit 13% Gefälle Downhill Richtung Mettlach Bahnhof. Lassen Sie sich nicht vom fehlenden Radweg und dem LKW-Verkehr abschrecken. Die Straße ist sicherlich für Fahrräder zugelassen. Vorbei an Villeroy & Boch geht es rechts Richtung Bahnhof. Dort geht Ihr Weg wieder zurück über Trier, Konstanz, und so weiter mit einer kleinen Fresspause in Wuppertal-Oberbarmen nach Hause.

Die Verbreitung, das Kopieren sowie das Vervielfältigen von Inhalten aus dem Blockmist-Ratgeber wird strafrechtlich empfohlen.


 

Dienstag, 2. Januar 2018

Die Stadt, die ich nur im Dunkeln sah

Zwei Mann, davon einer ich, verließen einen mir namentlich nicht mehr bekannten Pub um zu sehen, ob, und wenn ja was, draußen um Mitternacht los war. Wir waren spät dran und hörten es schon von irgendwo her knallen. Eine dichte Menschenmasse verhinderte kurz vor einem großen Platz ein Weiterkommen. Die Turmuhren eines mächtigen kirchenartigen Gebäudes, der Kathedrale, wie ich später erfuhr, welches hinter einer Häuserecke hervorlugte, schienen in einem verhängnisvoll wirkenden lila. Im Hintergrund wurde ein Feuerwerk gezündet und die Menge feierte. Danach ging es wieder ins "The Moon Under Water", was wir schon zu Anfang unseres Aufenthalts aufgesucht hatten und sich bewährt hatte. Die Biere, die hier ausgeschenkt wurden, waren mir alle fremd und ich mochte sie auch nicht großartig, war in den anderen Läden aber nicht anders. Eigentlich war und ist es nie anders. Wir kamen am Abend in die Stadt und unser Flug zurück nach Hamburg ging um 7:00 morgens. Da ist nicht viel mit Sightseeing. (Hätten Sie Lust auf eine Sightseeingtour? Lust schon, nur leider keine Sight.) Also schnell ein Glas nach dem anderen geleert und mir zeitgleich den Vorsatz genommen 2018 nicht mehr zu trinken. Um kurz nach 4 nahmen wir den Bus zurück, bei dessen Fahrt wir einschliefen. Am Flughafen wachte ich auf und wusste gar nicht was los war. Ich fragte mich in meinem wirren Zustand sogar, wo unser dritter Mann war, aber wir waren nur zu zweit unterwegs. Wir waren es halt: Die dreisten Zwei, die zwei Musketiere, Tick und Trick.
Erstmal einen Tee vom Starbucks geholt, wo ich nie hin wollte, aber dann hatte ich den Tee schon in der Hand und er war sehr heiß und gut.
Der Flug zurück ging klar und ich musste nicht kotzen. Und ich hatte einen unfassbar schönen Ausblick auf die Nordseeinseln unter uns, welche ich dank Handykartenmaterial auch namentlich zuordnen konnte. In Hamburg ging es zum runter kommen erstmal zur Reeperbahn um was zu essen. Beim Mcces-Monopoly gewann ich ein Eis. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof noch eine kleine Runde Richtung Stadion gelatscht. Das Uebel & Gefährlich hatte ab 8 Uhr morgens auf. Manche Leute sind echt hin.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Zug um Zug - Eine Reise zum Schwarzen Meer Teil 3/3

Die dritte Woche:

16.05.2017

Die Kroaten scheinen nicht überzeugt von der Eu (Zagreb)
Die Dusche hatte zwar eine Tür, aber keinen Vorhang, also Vorsicht mit den Klamotten, und einen Duschkopfhalter in Hüfthöhe. Aber passte schon bei dem Preis. Erstmal einen Rundgang durch Zagreb. Ist ganz nett. Die Innenstadt sieht gut aus. Die Kirche wurde gerade saniert. Am Bahnhof klärte ich die morgige Weiterreise (12:00 Rijeka), holte mir was zu trinken und ging zurück ins Hostel, um ein paar Dinge zu erledigen. Danach turnte ich einmal durch die GANZE Stadt. Ich fuhr mit der Bahnlinie 12 von A nach B, entdeckte den Fluss und einen Wald. Mir ist bei den Bahnfahrern übrigens aufgefallen, dass die sich nie Grüßen. Die müssen sich wohl alle hassen. Am Fluss war nicht viel los, aber er lag auch etwas abseits. Ich war an dem Tag gute 10 Stunden unterwegs. Das reicht locker. Um 8 war ich wieder im jetzt menschenleeren Hostelzimmer.

17.05.2017

Es kam auch keiner mehr später, hatte das Zimmer für mich alleine gehabt.
Gefrühstückt hatte ich dann in einer Parkanlage.
Kroatien ist landschaftlich sehr schön: Auf dem Weg in die drittgrößte Stadt des Landes fuhren wir an einem sehr, sehr türkisen Fluss nebenher, der zudem kleine Stufen (so wie winzige Wasserfälle halt) besaß.
Rijeaka enttäuschte mich in der Hinsicht, dass die ganze Meeresfront nur aus Hafengebiet bestand, da ich eigentlich nochmal schwimmen gehen wollte. Zuerst bin ich auch gewohnt dann in die Industrierichtung gelaufen, um dann später den Bus für läppische 10 Kuna in die Stadt nehmen zu müssen. Mir ist schon seit längerem, und hier auch wieder, aufgefallen, dass ich der letzte Mensch bin, der bei Rot an der Ampel stehen bleibt. Das zog ich als Deutscher natürlich auch weiterhin durch. Im Wasser, welches hier sehr klar ist, sind viele Fische zu entdecken. Ich bin dann einmal einen langen Steg entlanggegangen, auch hier schaute ich immer wieder ins Wasser, weil ich die vielen Fische echt geil fand. Die Länder hier sind so klein, hier wird gleich das halbe Ausland in eine Richtung ausgeschildert (A, I und SLO). Auf dem Weg zurück zum Bahnhof muss ich den irgendwie übersehen haben. Laut einem Tankstellenmann musste ich einen Kilometer wieder zurück. Sonst wäre ich wahrscheinlich bald wieder in der Einöde gelandet, die ich ja schon kannte. Der Bahnhof bestand aus einer Durchgangshalle, in der rein gar nicht war (nicht mal Fahrpläne oder sowas) und einem Wartesaal mit anschließender Info/Kiosk-Halle und Gepäckfächern. Am Ende von Gleis 1 war noch ein Klo, welches ohne Schüssel, sondern nur mit einem Loch im Boden auskam. Auf dem Weg nach Ljubljana durfte ich drei Mal meinen Perso vorzeigen. Die meinen es ernst. In meinem 6er-Abteil saß ich alleine. Ich hatte das Licht aus und die Tür im Durchgang ging immer von alleine auf und zu. Menschen waren nirgends zu sehen. Es war etwas unheimlich.
Der Bahnhof in Ljubljana sah gut aus und lies auf mehr hoffen. Zurecht. Schöne und moderne Stadt. Die haben hier sogar einen Dünya-Döner. Wusste gar nicht, dass das eine Kette ist.

18.05.2017

Nach Mitternacht kam ich im Hostel Tresor an (gegenüber war ein Mlinar-Bäcker, die es im Ostblock wie Sand am Meer gibt), welches mit 17,40 € (Slowenien hat zum Glück schon den Euro) bis jetzt zwar das teuerste Hostel war, allerdings eine spitzen Innenstadtlage neben dem zentralen Platz aufwies und auch sehr modern schien. Leider war nur eine Nacht zu bekommen. Der Bedienstete sagte mir noch das WiFi-Passwort, wobei ich nicht genau zuhörte, weil ich es nicht brauchte. Dann fragte ich nach der Auscheckzeit und wurde nochmals auf das WiFi-Passwort hingewiesen: „checkoutat11“. Peinlich.
Nettes Viertel in Ljubljana
Nächster morgen: Blick auf die Uhr: Oh Gott! Schon 12 Uhr?! Ach nee, halb sieben. Falschrum gehalten. Auch im hellen machte Ljubljana (deutsch auch „Laibach“) eine gute Figur. Die Stadt wirkt mit gerade mal 287.000 Einwohnern etwas Dörflich für eine Hauptstadt, was ich ganz geil fand. In mitten der Gebäude steht noch eine Burg auf einem Berg. Viel länger blieb ich dann aber nicht in der Stadt, sondern machte mich auf den Weg nach Italien. Es gab die Möglichkeit mit Bus nach Triest zu fahren, kostet aber, oder mit Zug nach Villa Opicina (kleiner Ort) und von dort aus weiter. Ich fuhr um 14:35 mit dem Zug. In einer seitlichen Zugzielanzeige hatte sich reichlich Wasser gesammelt und es schaukelte hin und her als der Zug bremste. Das konnte nicht gesund sein.
Italien. In Villa Opicina soll jetzt irgendwo ein Bus fahren. Am Bahnhof fand ich dafür auch einen Aushang, dass man irgendwo die Tickets dafür bekommen kann. Ich latschte mit Sack und Pack durch den Ort und fand nichts. Es war später nachmittag und so ein Typ an einer Bushalte sagte mit, dass der Bus nach Triest nur um 9 und um 15 Uhr fahren würde. Woanders in einer Konditorei fragte ich nochmal und erfuhr, dass gleich an der Haltestelle vor dem Gebäude, welche ich gar nicht gesehen hatte, ein Bus kommen würde. Die Frau kam sogar hinter dem Tresen hervor und zeigte es mit auf dem Plan. Tickets bekäme man aber nicht im Bus, sondern von irgendwo anders. Das verkaufte mit eine ältere Dame die dabei stand einfach eins von ihrem 5er-Ticket. Wie freundlich die hier alle sind! So erwischte ich den Bus nach Triest.
Na? Welches land mag das wohl sein?
Die Stadt lag auch nur ein paar Kilometer weiter. Ich hatte so mit dreißig gerechnet. Als die Frau in der Stadt ausstieg fiel mir ein paar Minuten später ein, dass ich somit kein Ticket mehr hatte. Da der Bus hier einen längeren Aufenthalt hatte, stieg auch ich schnell noch aus. Im Hafen der Stadt wimmelte es nur so vor lauter Wurzelmundquallen. Nicht schön, aber interessant. Irgendwann fand ich den Bahnhof und wollte, wo ich es jetzt sah, unbedingt nach Rom. Nach einer guten Stunde anstehen hatte ich dann für drei Euro eine Sitzplatzreservierung für einen Zug, der über Nacht fuhr. Der Zug fuhr mit 10 Minuten Verspätung ab. Vorher kam auch keiner rein, was mich sehr nervös machte. Der reservierte Platz war in einem Erste-Klasse-Wagen. Hatte der Schaffner so abgenommen. Läuft schon wieder. Nur mein Aufladekabel hatte ich nicht mehr.

19.05.2017

Eine eigentlich unscheinbare Straße
Die spinnen, die Römer! Nachdem ich also morgens in Rom angekommen war, durfte ich erstmal 12 € blechen, um mein Gepäck verstauen zu lassen. Ich war mir noch nicht sicher, ob ich über Nacht in Rom bleibe, oder den Zug zurück nach Triest um 22:35 nehme. Erstmal los. Ruhiger morgen. An einer Ampel sah ich nach links und staune nicht schlecht, als sich vor mir das Kolosseum zeigte. Ich glaube, ich sagte so etwas wie „Wow!“, oder „Ach du Scheiße!“. Sah gut aus. Hin da. Ich wollte hier, um einmal reinzukommen, an einer Führung teilnehmen. Gleich quatschte mich auch ein Typ an und verkaufte mir ein Ticket für 27 €. Sicher haben die mich verarscht. Zumindest kam auf die Frage, ob es Führungen in deutsch gibt ein nein (und ich habe deutsche Gruppen gesehen, vielleicht war der Führer auch mitgebracht, wer weiß) und der Mann hatte mich zu einem anderen Mann gebracht, der das Geld kassierte und beide haben bei „27 €“ gelacht. Die Führung auf englisch machte eine ältere Frau mit grauen Haaren. An ihrem Hals hing ein Mikro und in der Hand hielt sie eine kleine Box. Anstatt nun aber den Ton zu verstärken passierte entweder gar nichts, oder es hallte dann einfach nur. Die Frau quasselte sogar über eine Lautsprecheransage (vier Sprachen), so dass draußen auf der Straße mir Verkehr nun wirklich kein Wort zu verstehen war. Original niemand aus der Gruppe verstand was, das sah ich in den Blicken der Mittouristen. Dann gingen wir rein und es wurde nicht besser. Es verabschiedeten sich mittendrin auch schon die ersten, denen das zu sinnfrei war. Zwischenzeitlich war hinter uns eine Gruppe mit einem Führer, der für unsere Gruppe locker mitgeredet hat. Und dann zeigte sie uns auch kaum was im Kolosseum. Das hat sich nicht gelohnt. Danach konnten wir alleine im Kolosseum bleiben (Führung war also unnötig gewesen). Einmal das ganze Teil abgeklappert. War gut. Danach besuchte ich, nach dem ich mich durch Horden von Schwarzen gekämpft habe (Hey, my friend, black and white, Armband umsonst, bla bla bla, lasst mich in Ruhe. Außerdem wusste ich jetzt, dass ich heute wieder fahren würde. Viel zu stressig hier.) den Vatikan. Ich wartete auf ein Schild wie „Sie verlassen jetzt Italien“ oder so. Aber nichts. Fließender Übergang. Die ganze Stadt ist voller bewaffneter Soldaten. Im Vatikan schrieb ich eine Karte nach Hause und füllte mein Wasser an einer der vielen Wasserspender wieder auf. Beste Erfindung. Später aß ich noch richtig italienisch eine Pizza. Mache ich ja sonst nie. Hier ist das halt was anderes. Viertel vor 9 war ich wieder am Bahnhof Roma Termini. Und hier begann der Stress: Zuerst holte ich meine Tasche. Das dauerte schon mal Minimum 10 Minuten, da man erst aus dem Bahnhof raus und später wieder rein gehen musste. Dann stand ich gute 45 Minuten in der falschen Schlange (Italien hat zwei große Bahnunternehmen mit verschiedenen Schaltern) und dann hieß es, dass ich morgen wiederkommen soll, da es irgendwo irgendwelche Verspätungen gab. Oder ich solle es an einem anderen Schalter für Fernverkehr in der Bahnhalle versuchen. Ich zog weiter. Erst zum falschen, dann zum richtigen Schalter. Erst sagte ein Mann, man könne Reservierungen am Automaten bekommen, stellte sich aber meines Erachtens nach als Quatsch raus, dann sagte mir eine Frau bei erneutem Fragen, dass man auf die Anzeigetafeln schauen müsste, die zuvor ausgefallen waren. Langsam wurde mir klar, dass es sich hier um einen technischen Defekt handeln müsste, denn an der Tafel standen, als sie wieder lief, Züge von vor zwei Stunden mit 100 bis 180 Minuten Verspätung dran. Aber auch so ziemlich alle.

20.05.2017

Mein Zug stand mit 60 Minuten Verspätung angeschlagen. Das waren jetzt noch gut 10 Minuten, also kurz nach halb 12. Der Zug verließ bei starkem Gewitter Rom um 00:25.
Gegen 10 Uhr morgens landete ich wieder in Triest. Ich holte mir an der Info eine Verbindung nach Salzburg. Das wäre eine gute Ausgangslage um dann nach München zu reisen. Zuerst musste ich nach Udine (nach Rom hin schon durchgefahren), dann mit dem Bus über die Grenze nach Villach und dann mit dem Zug weiter nach Salzburg Hbf.
Am Busbahnhof in Udine stand für 13:15 natürlich nichts von einem Bus nach Villach. War klar. Hab nachgefragt. Ergebnis: Der Bus fährt nicht vom Busbahnhof ab, sondern vom Bahnhof. Draußen war es am regnen und ich wollte in diesem Moment nur noch nach Hause. Ich ging nur ein paar Meter durch den Regen und ich fand die Haltestelle dann auch pünktlich, trotzdem seltsam. Aber der Bus war ein Doppeldeckerbus und ich saß oben, das war nice. Drei Teeniemädels erzählten sich in österreichischem Akzent die größte Scheiße, aber sonst war das schon echt cool, da auch die Landschaft sehr spannend war. Dann ging es über die Grenze und ab Villach konnte ich mich endlich wieder auf Deutsch unterhalten. Im Zug nach Salzburg ging auch endlich das letzte kroatische Kaugummi dahin, wo es hingehört. Ich mag keine Kaugummis, aber das Geld musste weg. Am Hbf ging ich los um ein Hostel zu suchen/finden. Ich lief so weit, dass ich fast aus Salzburg wieder raus war. Salzburg hat im übrigen beeindruckende Obusse. Die sehen echt genial aus. Als ich in der Stadt war, schaltete ich mein Handy ein (ich hatte kaum noch Saft, da mein Kabel weg war) und landete so im A&O Hostel. Dierekt am Bahnhof... Klar. Auf dem Weg beobachtete ich bei einem Obus eine Entdrahtung. Die Stromabnehmer sprangen wie wild hin und her. Gut, dass der Busfahrer immer ein Akkupack dabei hat. Die Betten waren sehr teuer. Für drei Nächte zahlte ich 87 €. Und das war schon ein Vierbettzimmer zum Preis eines Sechsbettzimmers (aufgrund von Buchungsschwierigkeiten) .Und der Weg zum Zimmer war auch nicht einfach: Fahrstuhl bis dritter Stock, dann rechts Treppe hoch, Treppe wieder runter und am Ende des Gangs rechte Tür. Auf dem Zimmer war ein Dude, ein Mädel und später noch eine Asiatin, der ich half ihr Bett zu beziehen (nachdem sie runter zur Rezeption ist um sich neue Bettwäsche zu holen, weil sie meinte die Alte wäre zu klein. In der Zwischenzeit hab ich das mit Gewalt hinbekommen. Wieder ein sinnloses Unterfangen, aber diesmal für die Asiatin).

Millionen Tote mahnen

21.05.2017



Richtung D
Ich nahm den Zug um 9:39 nach Braunau. Die Stadt lag nicht am Bahnhof. Und viel los war hier auch nicht. Gut, war auch Sonntag. Eigentlich suchte ich nur das Hitler-Geburtshaus. In der Innenstadt suchte ich einen Bäcker. Die Brötchen lagen im Schaufenster. Der Verkäufer legte mir drei Brötchenvarianten als Auswahl hin. Ich sagte, soll er so einpacken. Eine Milch noch und raus. Da sah ich den markanten Stein aus dem KZ Mauthausen. Ich stand schon fast vor Hitlers Bude. Gruselig. Einmal angefasst und schon konnte ich den letzten Punkt meiner To-Do-Liste abhaken. 10 Minuten später stand ich auch schon auf der Inn-Brücke und ging endlich wieder nach Deutschland rüber. In Simbach fand ich ein Plakat, welches mir erzählte, dass um 12 Uhr (vor 4 Minuten) ein Flohmarkt gestartet hat. Hin da! Erst fand ich nur eine Autoshow und gegen halb 1 war ich auf dem Flohmarkt am Lockschuppen. Interesse hegte ich lediglich an The Legend Of Zelda: Twilight Princess für die Wii, aber 12 € war mir dann doch zu teuer. Zurück bei der Autoshow aß ich noch eine Bratwurstsemmel, setzte mich in eine Mercedes B-Klasse und ging dann zurück nach Österreich.
In Salzburg bestellte ich später noch einen Döner und ein Wasser. Allerdings bekam ich einen 50 Cent teureren Rollo. Da mir aber das Wasser letzenendes nicht berechnet wurde („Ist ja nur Wasser“), nahm ich das so hin. Dann bestieg ich noch den Kapuzinerberg und ging dann an der Salzach langsam wieder zurück. Abends laß ich noch, dass Mozart Salzburger war.

22.05.2017

Die Äskulapnatter. Mörderteil
Das war mit Abstand der gefährlichste Tag der Reise! Dazu später mehr. Ich holte mir zu aller erst Frühstück vom Spar. An der Fleischtheke stand ein Mann, der die ganze Zeit, die im ich Laden verbrachte, darüber mit den Fleischverkäuferin darüber diskutierte, welches Fleisch welches ist. Der hatte wohl was falsches bekommen. Als ich an der Kasse war, bekam seine Frau augenscheinlich die Krise und machte nun den Mann blöd an. Ich frühstückte mit dem Mozart-Geburtshaus (in dem auch ein Spar drin ist)zu meiner Linken, ging später über den Fluss und latschte den Mönchsberg hoch. Auf meinem Weg abseits der großen Routen blieb ich plötzlich erstarrt stehen. Eine Schlange! Links vor mir im Gebüsch saß eine riesige Schlange. Sie sah mir in die Augen und fauchte mich an. Ich war regungslos. Ihre Zunge schnellte mehrmals aus dem Mund. Ich konnte mit der Situation nicht umgehen. Sollte ich zurückweichen? Oder machen Bewegungen das Tier aggressiv? Gott sei dank verschwand die Schlange im Gebüsch. Mein Pokedex (Internet) sagte mir später, dass es sich hierbei um eine ungiftige und nicht aggressive Äskulapnatter gehandelt haben muss (Die sich in der griechischen Mythologie um den Äskulapstab wickelte, was u. A. im Apothekenlogo zu sehen ist). Puh. Ich lief hoch bis zur Hochsalzburg und ging dann auf der anderen Salzsachseite nochmals den Kapuzinerberg hoch, da ich da gestern nicht alles gesehen hatte. Danach musste ich nochmal zum Dönermann Ossi Spezialitäten um mir einen normalen Döner zu bestellen, was zur Frage des Bediensteten führte, was schon normal sei. „Standard ist nicht normal“ oder sowas hatte der Alte gesagt. Immerhin bekam ich meinen Döner. Gestern fand ich hier noch eine aktuelle Zeitung (Trump in Gefahr), heute leider nicht. Ich lief noch sinnlos durch die Stadt und ging abends nochmal zu Mäces. Schlimmste Ernährung. Zum Big Mac-Menü gab es ein Glas. Konnte ich nichts mit Anfangen bei meinem jetzt schon viel zu schwerem Gepäck. Ich ging zurück ins nahegelegene Hostel und bereitete mich auf meine Heimfahrt vor. Ich unterhielt mich noch mit einem Indonesier (der schon die ganze Zeit im Zimmer war, zwei dicke Asiatin sind noch dazugekommen), der mir auf deutsch erklärte, dass die Luft in Salzburg zu kalt und zu trocken sei.

23.05.2017


Lutz van der Horst
Tragt mich zurück nach Köln.
Ab nach München. Mit dem Railjet ohne Zwischenhalt. Bündiger Zug. Um halb 2 wollte ich mich noch mit meiner Tante und einem Bekannte treffen. Solange lief ich zur Isar. Auf dem Weg zurück landete ich aber nicht am Hauptbahnhof, sondern an der Frauenkirche. Dann verlief ich mich komplett und nahm die U-Bahn. Ich kam ca. 2 nach halb 2 wieder am Bahnhof an. Zu dritt gingen wir dann zu einem Kaufhaus mit Restaurant auf dem Dach, welches wirklich gut war (beste Essen seit drei Wochen) und gingen dann noch u. A. über den Viktualienmarkt und durchs Dallmayrhaus. Nach dem Verlassen eines anderen Etablissements (wir waren nur noch zu Zweit und ich musste dann auch bald zum Zug) sah ich die etwas, was mit der Schlange gleichziehen konnte: Ein Kamerateam mit Lutz van der Host vor der Linse. Ich hätte ihm gerne gesagt, dass Jimmy Breuer der geilste ist, aber leider war ich wieder regungslos. Außerdem waren sie am drehen: Zwei Typen hoben van der Horst hoch und er sagte sowas wie: „So Jungs: Und jetzt tragt mich zurück nach Köln.“ Ich stand da mit meiner Kamera und Lutz van der Horst sah mich kurz an, aber dann zog das Team ab. Verdsammt. Ab zum Zug. Keine Zeit mehr. ICE 2. Dieser fuhr unglaublicherweise von München durch bis nach Nienburg (Ziel: Oldenburg). Der zweite Zugteil fuhr nach Hamburg. In Würzburg, aber auch nur in Würzburg war das Ziel plötzlich Bremen/Hamburg und in Kassel-Wilhelmshöhe mussten die Türen nochmal schließen, damit der ICE weiter vorfahren kann. Einparken will gelernt sein. Sonst lief alles normal, nur hatte unser Wagen keine Anzeige, aufgrund Elektronikproblemen. In Hannover trennte sich der Zug und ich unterhielt mich mit meiner Mutter und meiner Oma, die nach drei Wochen mal was von mir hören wollten. Der Zug stand ja eine ganze Weile. In Nienburg holte mich mein Vater ab, da kein Bus mehr fuhr. Ich war froh, als ich zu Hause war. Die drei Wochen haben ganz schön reingehauen. Würde ich mit Begleitung gerne wieder machen, allerdings gibt es so ein Ticket nur einmal.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Zug um Zug - Eine Reise zum Schwarzen Meer Teil 2/3

Die zweite Woche:

09.05.2017

Auf dem Weg zum Bahnhof holte ich mir noch eine viertel Pizza, wie gestern und verpasste deshalb den Zug nach Bratislava. Ich wusste nicht wann der fährt, hatte ich mir nicht aufgeschrieben. Der nächste kam in zwei Stunden. Solange latschte ich noch bis zur Peterskirche auf dem Berg und blickte auf die Stadt. Auf dem Rückweg fand ich blöderweise den Bahnhof nicht mehr und verpasste wieder meinen Zug. Die nächsten zwei Stunden verbrachte ich am Bahnhof.
Bratislava an der Donau mit UFO
In Bratislava sah ich ein Schild für ein Hostel. Dieses hatte kein Zimmer mehr frei, aber fast nebenan gab es noch eins. Das nahm ich. Ein Vierbettzimmer für zwei Nächte. Hostels hatte ich nie in Erwägung gezogen, warum weiß ich nicht. Die sind ja richtig preiswert. Gute 15 € die Nacht. Warum bin ich da nicht früher drauf gekommen? Einer war schon im Zimmer und bot mir kurz darauf Backwaren von seiner Mutter an, die auch sehr lecker waren. Ab kurz nach 5 ging ich in die Stadt. Die Brücke mit dem UFO war sehr brisant. Ich sah von der Nähe der Burg auf die Donau. Dass musste irgendwie das Parlament oder so was gewesen sein, wo ich stand, da die Security mich fragte, ob das mein Rucksack war, der da rumlag. War auch meiner, keine Panik. Auf der anderen Donauseite lag ein Wald. Story mit Plot Twist:
Ich im Wald, muss pissen. Trau mich in dieser fremden Stadt nicht, irgendwo könnten ja Leute gucken. Ich geh auf den Hauptweg zurück, kommen mir tatsächlich Leute, Mann und Frau, ca. 50-60, entgegen. Glück gehabt. Die beiden ein ganzes Stück weiter, guckt sich der Mann um. Die Frau geht ins Gebüsch und zieht die Buchse runter. Schnell weg. Habe mir dann auch einen Baum gesucht.

10.05.2017

Da der Bahnhof nicht weit ist, schaffte ich es mal pünktlich zum Zug. Ab nach Wien. Tagesausflug. Eingleisige Strecke ohne Elektrifizierung zwischen zwei Hauptstädten Europas? In 2017? What?
Wien sieht gut aus. War mir nicht bewusst, dass es hier so viele alte, historische Gebäude gibt. Also schon, aber nicht in der Fülle. Nur das Klo im Volkspark war der Stadt nicht würdig. Halbes Plumsklo. Und ich wusste nicht, dass Österreich das ß benutzt (bzw. benützt in Österreich).
Die Donauinsel war schön grün und hat eine extra Grillzone. Abends bestieg ich Bratislava den Berg bis zum Kriegerdenkmal. Gräber, Aussicht auf die Stadt und Grasgeruch von irgendwo. Seltsame Mischung. Ich setze mich noch in einen nahegelegenen Park, bis ich rausgeschmissen wurde.

11.05.2017

Heimatgefühle: Der TW 6000 (rechts)
Nach dem ich im nahegelegenen Park gefrühstückt und dann ausgecheckt hatte, machte ich mich auf den Weg nach Budapest. Beim Einfahren sah es nicht besser aus als die anderen Ostblockstädte. Nach links blickend sah ich einen ehemals hannoverschen TW 6000. Heimatgefühle. Von 260 Fahrzeugen hat Budapest mittlerweile 100 im Fuhrpark. Die Bahnhofshalle hatte was von einem Schloss. Ich entschied mich heute Nacht gleich weiterzufahren und schloss mein Gepäck im Bahnhof ein. 20 Euro hatte ich in 5000 Forint umgetauscht. Kein Guter Kurs (Wechselkurs 1 zu 307). 24 Stunden Budapest-Ticket und los. Links vom Ausgang standen die TW 6017 auf dem linken Gleis und TW 6006 rechts. Ich fuhr kurz darauf mit dem TW 6036. Die Bahnen hatten hier Schiebefenster bekommen. Da kann sich die Üstra eine Scheibe von abschneiden. Ich stieg irgendwo aus und wieder um und nochmal und irgendwann war ich in der Stadt. Schien doch ganz cool zu sein hier. Über eine Brücke verließ ich Pest und gelangte nach Buda. Ich erklomm einen Berg. Auf halber Höhe war die Aussicht noch nicht vielversprechend, aber ganz oben war sie der Oberhammer. Die Donau, die Gebäude, richtig gut. Zurück auf der anderen Seite fuhr ein Auto bei Gelb und Rot über Gleise. Die Bahn konnte gerade noch so bremsen. In der Stadt gibt es viele Bettler. Leider habe ich Zweien was gegeben. Der Dritte hat dafür um so mehr gebettelt.
Budapest ist einfach richtig schön
Kurz vor 11 gibg es mit dem Zug nach Hermannstadt (rumänisch: Sibiu). Wieder eine alte Klapperkiste mit Abteilen. Dieses hatte ich immerhin die Fahrt über für mich alleine.

12.05.2017

Bhf. Hermannstadt
Der abgetrennte Zug. Beschilderung? Nicht in Făgăraș
Ich versuche es zu rekonstruieren: Es muss um die halb Drei gewesen sein. Ich am pennen, kommt eine Frau mit österreichischem (?) Aktzent rein: „Pasport-Kontrolle“. Ich, völlig, aber wirklich völlig verballert, frage mich, ob der Zug über Österreich fährt. Ausweis gezeigt, alles gut. Es muss eine Stunde später gewesen sein, kommt ein Kerl rein, wollte auch meinen Ausweis sehen. Er badankte sich mit „Merci.“ Ich stand auf und sah aus dem Fenster: Rumänischer Grenzübergang. Es hatte hier was Feindseliges. Laut meinem Plan sollte es um 4:10 weitergehen, laut Anzeige 5:10, kurz vor halb 4 ging es weiter. Die Rumänen bemühen sich ihr Land aufzubauen: Überall Baustellen. Aber auch überall Straßenhunde.Wir kamen in Hermannstadt gut eine Stunde früher an als wie es auf meinem Plan stand. Ich wollte die nächste Bahn nach Kronstadt (rumänisch: Brașov), solange ging ich durch die Stadt. Erst Geld holen, dann zu Subway (Falafel-Sub, war auch recht preiswert), dann über den Marktplatz. Zurück am Bahnhof stand mein Zug nicht mehr an der Tafel. Wie konnte ich den Zug verpassen? Ganz einfach: Ich erfuhr kurz darauf, dass in Rumänien die Uhren eine Stunde vorgehen. Wer ahnt denn sowas? Das erklärte natürlich den Zug, der eine Stunde zu früh dran war. Zu früh für meine Uhr. Ich setzte mich zum Gleis 5, um für die nächsten 1,5 Stunden nichts zu machen. Ich fuhr nicht durch bis Kronstadt, sondern musste in Făgăraș umsteigen. Zu meiner Rechten waren verschneite Berge (wahrscheinlich die Karpaten), zu meiner linken ein Straßenhund in sicherer Entfernung. Der Zug kam und es war wieder so ein Heißer. Die Suppe war am tropfen. Während der Fahrt mit dem modernen Dieselzug sprach mich eine alte Dame an, aber wir sprachen keine gemeinsame Sprache. Ein Junge erklärte mir, dass sich der Zug teilt und ich im falschen Teil bin. Als Nicht-Rumäne war das hier echt schwer. Ansagen oder Tafeln gab es keine Einzige. Der Aufenthalt in Făgăraș war echt öde. Weit und breit gab es nichts. Auch der Bahnhof hatte keine einzige bewegliche Anzeigetafel. Auf den Bahnsteigen war nichts. Die Bahnsteige waren tief und die Türen der Züge öffnen in diesem Land zuweilen auf beiden Seiten und die Menschen laufen standardmäßig über die Schienen.
Einzige Infoquelle in Făgăraș
Außerdem brauchte ich von Hermannstadt bis Kronstadt gute 6 Stunden (Autostrecke lt. Google Maps: 144 km). In Kronstadt war es bei Ankunft Zeit für heute Schluss zu machen. Ich latschte durch die gesamte Stadt, rief dann in einem Hostel an und ging dort hin. Internet auf dem C3-01 kann doch was bringen. Das Hostel war von Außen ein normales Wohnhaus, innen war alles ein bisschen Selfmade (Schilder, Wandmalereien, etc.). War auf der Reise mein Lieblingshostel. Ich kam für unter 15 € in einem 12-Bett-Zimmer unter. Es nannte sich „Tiny room“.

13.05.2017

Ich habe geträumt, ich wäre wieder zu Hause – und es war sehr schön. Im Hostel gab es sogar Frühstück (Brot, Müsli, etc.). Mit beim Frühstück saßen Deutschsprachige, die wandern gehen wollten. Klar, Teller und Besteck musste man dann selber säubern. Danach ging es mit der Bummelbahn nach über Bukarest nach Constanza (rumänisch: Constanța). Der Sackbahnhof war auch in der sechstgrößten Stadt der EU nicht behindertengerecht (flache Bahnsteige). Er war alt und unschön. Ich wollte mal nur kurz vor die Tür, schon wurden mir überall Taxis angeboten. Einer laberte mich richtig lange voll. Schnell wieder in den Bahnhof. Es regnete sowieso. Um 14:00 kam die Bahn nach Constanza. Diese fuhr verhältnismäßig schnell und ohne Zwischenstops. In Constanza wurden mir gleich wieder Taxis angedreht, aber ich lief erstmal los. Nach einer Runde verlaufen erreichte ich nun endlich mein Ziel: Das Schwarze Meer! Es war hier nicht schön am Strand. Viel Müll. Gleich hinter mir lag das Ibis-Hotel, in dem ich übernachtete. Ich hatte sogar einen Balkon mit Blick aufs Wasser. In der Nacht zog dann ein schweres Gewitter auf.
Endlich am Ziel!

14.05.2017

Kein Sticker klebt östlicher (Constanza)
Ich kriege schon wieder die Krise. Man darf sich einfach nicht auf sein Glück verlassen. Dabei fing der Tag gut an: Ich ging nach dem Ausschlafen runter zum Strand und hielt die Füße ins Wasser. Erfrischend. Dann latschte ich zum weit Entfernten Bahnhof (Google Maps: 2,3 km, aber die Tasche) und fand ihn auch auf Anhieb. Es war 20 vor 9. Der letze Zug fuhr um halb 9 und der nächste um 13:00. Dachte die fahren hier alle Stunde oder sowas, da muss man nicht gucken. Blöder Gedanke. Ich kaufte mir noch 1 l Wasser und dann hatte ich auch so gut wie kein Geld mehr. In der Halle sind acht Stühle in zwei Reihen, alle frei. Außen sitze ich, dann ein freier Platz und dann setze sich ein Typ auf den dritten Stuhl und isst Flips. Knusper knusper. Womit habe ich das verdient? Hätte ich gewusst, dass es noch schlimmer geht, dann wäre ich dort geblieben. Ich setze mich raus, wo mich ein „Sorry, im a little bit drunk“-Typ anfängt mich richtig vollzulabern. Ich weiß gar nicht, was der wollte, hab kaum was verstanden. Das ging eine weile so, bis der Dude im Bahnhofskiosk verschwand. Ich ergriff die Flucht in einen nahegelegenen Park. Erst war alles gut und ich hing da rum, aber auch hier wurde ich nach einer gewissen Zeit von einem alten Mann belästigt, der nicht verstand, dass ich ihn nicht verstand. Er wurde dann von der Parksecurity (?) augenscheinlich gebeten zu gehen. Das spricht schon für sich, dass dieser Park einen eigenen Wachmann zu besitzen scheint.
Im Zug musste ich erstmal meinen gerade ergatterten Platz aufgeben, da ich nicht reserviert hatte. Im Nächsten Waggon unterhielt ich mich dann aber eine ganze Weile ganz nett mit einem älteren, deutsch sprechenden Rumänen, der nach Bukarest fuhr (der Zug fuhr wieder in einem durch) um ein Gemälde zu verkaufen.Leider verstand ich nur die Hälfte, da es in dem Zug zeitweise sehr, sehr laut war. Er erzählte viele Ding über die vorbeiziehende Landschaft, wie z. B. Rumäniens einzigstes Atomkraftwerk, welches mir auf dem Hinweg gar nicht aufgefallen war (obwohl ich es noch bei Wikipedia nachgeschlagen hatte). Im Bahnhof fragte er sogar für mich, wann der nächste Zug nach Budapest geht (hätte ich auch so geschafft, aber er wollte das machen). Jetzt schaffte ich auch einen kleinen Rundgang durch Bukarest. Muss man nicht gesehen haben. Zumindest das wo ich war. Als ich in den Zug einsteigen wollte, verweigerte man mir den Eintritt. Musste noch vorher eine Reservierung mit EC-Karte kaufen. Kein Bares mehr gehabt, was ein Stress.

15.05.2017

Nachts im Zug. Wieder Kontrollen. Der nette Mann von gestern erwähnte auch, dass Rumänien kein Schengenland ist. Hatte ich immer gedacht. In Budapest hatte ich bis 14:45 Aufenthalt. Ich lief vom imposanten Parlament aus u. A. Zum Budapest Eye (Riesenrad), bis ich wieder einen altbekannten Fehler machte: Ich musste zurück und wusste nicht wo ich bin. Ich lief den richtig weiten Weg zum Parlament zurück, ist an der Donau, also kaum zu verfehlen, weil die U-Bahn zum Bahnhof fuhr. Das wusste ich, war ich ja auch mit gekommen. Ungefähr um 14:37 erreichte ich den Zug nach Zagreb, Kroatien. Ein Kind schrie im Wagen. Ohne Krachmacher schien es wohl nicht zu gehen.
Abends kam der Zug in Zagreb an. Unterkunft gesucht. Das Central Hotel war mir mit 70 € zu teuer, aber hinter der nächsten Ecke war ein Hostel für 15 die Nacht. Perfekt. 6er-Zimmer. Einer war schon drin und am pennen und hatte auch schon abgeschlossen. Schön war das Hostel nicht. In der Nacht kam noch ein dritter Mann.

Montag, 29. Mai 2017

Zug um Zug - Eine Reise zum Schwarzen Meer Teil 1/3

Ich war drei Wochen mit einem Interrail-Ticket unterwegs und habe es mir als Ziel gesetzt mit dem Zug bis zum Schwarzen Meer zu kommen. Hier die erste Woche:

02.05.2017

Das war kein guter Start: Der Tag fing damit an, dass ich mich echt nicht zum Aufstehen überwinden konnte. Die Lust war nicht da, was zum einen daran lag, dass es 7 Uhr morgens war, und zum anderen, weil ich die nächsten drei Wochen alleine unterwegs sein würde. Sonst konnte sich halt keiner so viel Zeit nehmen. Ab unter die Dusche und dann mit Tasche und Rucksack zum ZOB. Das Ticket war für den Bus nicht gültig. Von Nienburg nach Hannover fuhr ein IC 2. Von Hannover nach Berlin war es ein ICE 2 ohne Zwischenhalt. Beide Fahrten verbrachte ich in den Gängen.
Ich mache Fotos von Streetart und interesanten Leuten. 
In Berlin nahm ich mir zwei Stunden Zeit, sperrte das Gepäck in ein Fach und lief zur Siegessäule. Von da aus ging es zum Hansaplatz und dann mit der U-Bahn bis zur Gedächtniskirche. Der Breitscheidplatz wurde mit Betonbarrikaden nachgerüstet.
Nachmittags fuhr eine Regionalbahn mit einer Antriebssektion in jedem Mittelteil eines Wagens (Stadler GTW) von Berlin-Lichtenberg nach Stettin (Diselfahrzeuge dürfen nicht in den Berliner Hbf einfahren, deswegen kann man erst weiter außerhalb nach Polen rüber). In Stettin ging ich ohne jeglichen Plan los, bis ich nach Nachfrage bei der Post das Ibis-Hotel fand. Ich nahm ein Zimmer für zwei Nächte und da es am regnen war, blieb ich den Rest des Tages gleich hier.

03.05.2017

Gestern Abend hatte ich noch die erste Halbzeit Real Madrid gegen Atletico Madrid gesehen, komme gerade wieder und schalte zur 53sigsten Minute der Wiederholung ein. Läuft.
Tagsüber war ich in Swinemünde (nachdem mich die Schaffnerin oder was am Endpunkt erstmal wachgerüttelt hatte). Um vom Bahnhof in die Stadt zu gelangen, nimmt man die Fähre. Kostet auch nichts. Heute musste irgendein Feiertag sein, die Geschäfte hatten zu und eine Blaskapelle war am spielen. Und das gar nicht schlecht. Ich bin dann am Strand der Ostsee wieder zurück nach Deutschland gelaufen. An der Grenze stehen noch zuweilen alte Zäune. Gruselig. Mit Choreo und sowas. Tor! 2:0 für Real. Schon wieder Ronaldo. Dann jedenfalls war ich bei Mäckes. Wasser gibt’s hier aus Plastikflaschen. Später lief ich noch weiter durch Stettin, vielleicht war ich sogar an der Hakenterasse, wo ich hinwollte, die Beschilderung war nicht so gut.

04.05.2017

Heute wurde das Ticket gut genutzt. Von Stettin ging es über Poznań nach Breslau. In dem alten IC von 1984, der von Poznań aus fuhr, stand ich im Gang in der nähe eines Mitarbeiterabteils. Hatte ein wenig Lehrerzimmerflair. Jedenfalls kam einer von den beiden Herren (Zwei Männer, eine Frau) zu einer Durchgangstür eines Waggons und lies die Druckluft der Tür ab. Danach war die Tür für die restliche Fahrt kaputt. Nun ließ die Tür sich nur noch durch Muskelkraft öffnen. Ich weiß nicht, warum er das tat.
Nach einer kurzen Runde durch Schlesiens Hauptstadt Breslau und einer Backwarenmahlzeit mit Sicht auf den modernen Skytower ging es weiter nach Hirschberg (polnisch: Jelenia Góra). Meine Oma kommt von dort, da wollte ich mal wieder gucken, wie die Lage ist. Allerdings war das mit den Zügen nicht ganz einfach und ich saß über eine Stunde rum und irgendwie fuhr kein Zug. Züge, die angeschlagen waren fuhren irgendwie nicht. Ich stieg in einen modernen IC ein, stieg auch gleich wieder aus, als ich mitbekam, dass man dafür eine Reservierung braucht. Ein Bediensteter sagte, dass gleich ein anderer Zug nach Hirschberg kommt. Ich nahm dann die Bahn, einen Impuls-Zug, die sind auch modern und überall im Land unterwegs, von Gleis 4, welcher erst für Gleis 1 angesagt wurde. 
Um halb 11 war ich in Hirschberg. Mit den schweren Taschen lief ich wieder drauf los. Ein BMW drehte neben mir sich an einer Kreuzung aggressiv mit durchdrehenden Reifen um 18 Grad. Ich hab mich echt verjagt. Kurz nach 11 hatte ich ein Zimmer im Mercure-Hotel. Drei Übernachtungen, das erste und einzige mal mit Frühstück (und zugleich teuerster Aufenthalt mit gut 174 € insgesamt).

05.05.2017

Heute fuhr ich nirgendwo hin, sondern drehte nur eine Runde durch Hirschberg. Ich war hier vor vielen Jahren das letzte Mal. Hätte ich nicht wiedererkannt. Den Brunnen oder die Siebenhäuser in der Stadtmitte. Alles wie neu für mich. Bei der Touristeninfo holte ich mir die Fakten ab, die ich brauchte um zur Schneekoppe zu gelangen.

06.05.2017

Schneekoppe - Nur Original mit Schnee
Das Wetter sieht gut aus, auf zum Berg. Mit dem Bus vom ZOB (anderes Ende der Stadt) ging es zur Schneekoppe (polnisch: Śnieżka). Diese war auch nicht ausgeschildert und die Gipfel lagen unter einer Wolkendecke, weshalb ich auch nicht wusste welcher das sein soll. Irgendwann war ich auf dem richtigen Dampfer und fand den Weg, der allerdings gebührenpflichtig war. Der Weg war nicht ohne, da weiter oben Schnee lag. Und das irgendwann nicht wenig. Fast die ganze Zeit rannte ich im T-Shirt rum, was mir später zum Verhängnis werden sollte. Irgendwann kam ich oben an der Wetterstadtion an. Die Spitze liegt zur Hälfte auch auf tschechischer Seite. Der Weg runter war noch übler als der Weg rauf. Ich schlidderte wie bescheuert, bis ich irgendwann wieder richtigen Boden unter den Füßen hatte. Ich latschte zur Bushalte und dann wieder quer durch Hirschberg zum Hotel. Und bei beiden Wegen nahm ich sicherlich nicht die kürzeste Route.

07.05.2017

Krakau Hbf
Aua. Mit Halsschmerzen und Muskelkater begann der Tag. Ab jetzt ging es auch nur noch bergab: Ich verließ das Mercury-Hotel mit Sack und Pack und versuchte Waltersdorf und Kreuzwiese zu finden. Von Janowitz aus fuhr kein Bus und latschen war kaum drin. Trozdem lief ich einmal durch den ganzen Ort, ohne auch nur ein hilfreiches Schild zu entdecken. Die Polen haben es nicht mit Schildern. Ich hatte vorher noch einen Typen in dem kleinen Laden beim Bahnhof nach dem Weg gefragt, weil die Verkäuferin kein Englisch konnte, aber ich dann wohl auch falsch abgebogen. Nach der Aktion versuchte ich erstmal aus diesem Land rauszufinden, was ebenfalls ein langwieriger Prozess werden sollte. In Breslau holte ich mir eine Reservierung nach Katowice. Das ist schonmal Grenznah nach Tschechien und der Slowakei. Dieser IC hatte es in sich: Es war ein Alter mit Kabinen. Acht Mann pro Kabine, sechs Plätze waren bereits belegt. Ich saß auf der linken Seite, zweiter Platz von rechts, auch noch in Gegenrichtung. Vor mir eine Dicke und links am Fenster ein der dazugehörige dicke Kerl (Glatze, Tatoos, Pit Bull-Shirt). Ich setze mich und fragte mich, wer hier saß, dass der Platz so warm ist. Kurz darauf merkte ich, dass in dem ganzen Abteil eine Höllenhitze herrscht. Ich trug einen dünnen Pulli und der Schweiß lief mir die Stirn runter. Das Thermostat war aber aus. An jeder Haltestelle wurde dann das Fenster geöffnet, es war furchtbar. Zu meiner Überraschung fand ich in Katowice keinen Zug, der nach Tschechien oder die Slowakei fuhr. Ich wollte es in Bielsko-Biała versuchen, da das noch besser lag. Zu dumm nur, dass ich meinen Ausstieg verpennt habe.

08.05.2017

Ich stieg kurz vor halb 1 aus dem Impuls-Zug aus. Zwardoń sah nicht so aus, als gäbe es hier eine Möglichkeit zum Übernachten.Laut Plan ging der nächste Zug um 03:44 zurück. Auf der anderen Straßenseite stand eine windgeschütze Hütte/Bushäuschen, in der ich ein wenig die Augen zugemacht hatte. Zwei Männer, die am Bahnhof am arbeiten waren (es standen dort 4 Züge rum, wurden wohl kontrolliert oder was), sahen mir eine weile dabei aus der Entfernung zu, wie ich mir einen zweiten Pulli überwarf, dann ging ich in die Waagerechte. Gepennt habe ich nicht viel, dafür habe ich den Zug erwischt. Bei meinen Recherchen im Nachhinein stellte sich herraus, dass Zwardoń nur einige hundert Meter zur slowakischen Grenze entfernt ist. So ein Mist. In Bielsko-Biała fand ich auch nicht das richtige, also fuhr ich nach Krakau, egal, ich konnte eh kaum laufen, der Muskelkater war noch locker nicht weg. Trozdem drehte ich eine Runde durch die Stadt. War sehr nett, keine Frage. Jetzt machte ich mich mal konkret schlau, wie man am besten nach Bratislava kommt. Mein Weg führte mich, Überraschung, über Katowice. Im Zug saß eine Familie, die sich über das ganze Abteil verteilte. Ich hielt sie erst für Spanier, im Nachhinein denke ich aber, es waren Rumänen. Egal, auf jedenfall unterhielten sie sich über das ganze Abteil, das war echt nicht geil. Kann man nicht einmal seine Ruhe haben im Zug? Angekommen in Katowice nahm das Chaos wieder seinen gewohnten Gang: Ich stand auf Bahnsteig 1 und wartete auf den Zug nach Wien Hbf. Auf Gleis 9 sollte er ankommen (Bahnsteige und Gleise werden in u. A. In Polen getrennt nummeriert, was das soll habe ich nie herausgefunden). Plötzlich steht da aber ein ganz anderer Zug dran, der sogar eine spätere Ankunftszeit hat. Ich renne runter in die Halle und gucke auf die Anzeige: 15 Minuten Verspätung. Wieder hoch. Der Zug fuhr ab und ein anderer kam. Wieder nicht meiner. Nach den 15 Minuten immer noch kein Anzeichen von dem IC nach Wien. Wieder in die Halle, alles wie gehabt. Wieder hoch. Da stand er dann am danebenliegenden Gleis 7 angeschlagen. Ich musste in Břeclav, Tschechien, aussteigen, aber meinen Anschlusszug nach Bratislava konnte ich sowieso knicken. Und dann war das nicht mal einer von den schnellen und schönen neuen IC's, sondern wieder so eine Abteilgurke, aber immerhin ein neuerer. Eine ältere Frau saß im Abteil, dann kam ich noch, fand die bestimmt nicht gut. Ich auch nicht, die war aber im Nachhinein eigentlich ganz nett. Es kam auch noch eine Frau. Nach einer Stunde ca. bemerkte ich, dass sie in ihrer Handtasche einen Hund dabei hatte. Er war sehr klein und müde und sehr niedlich. Ich stieg in Břeclav aus, der andere Zug stand, was ich sah, als er abfuhr, am Gleis gegenüber und hatte gewartet. Da Břeclav nicht sehr groß und Bratislava heute nicht mehr drin war (machte nichts, ich hatte eh noch 80 Euro in Tschechischen Kronen, die ich verbraten wollte), fuhr ich nach Brünn (tschechisch: Brno). Das einfahren sah mit der Kirche auf dem Berg schon echt imposant aus. Ich dachte, in der zweitgrößten Stadt des Landes findet man jüst ein Hotel, das war dann aber doch gar nicht so einfach. Erst irrte ich durch die Innenstadt und holte mir eine viertel Pizza. Später nahm ich den Bus Richtung Flughafen. Ich dachte, da wird es garantiert was geben. Ich hatte noch den Busfahrer gefragt, ob da was ist und es klang so. Ich fragte ihn auch nach einem Ticket, das musste man über SMS machen, hab ich nicht hingekriegt und dann sein lassen. Wir fuhren und fuhren. Nichts. Kein Hotel zu sehen. Wir kamen schließlich am Flughafen an. Da war Totentanz. Da war absolut nichts. Gut, dachte ich, fahr ich wieder zurück. Tja, das war leider der letzte Bus. Mitten in der Nacht am menschenleeren Flughafen mit einer riesigen Tasche. Richtig unauffällig. Die Security hielt sich zum Glück nur im Gebäude auf. Ein Flugzeug startete von der Landebahn aus, mehr ging hier nicht. Ich überlegte: Legst du dich hier jetzt einfach pennen? Nee. Ich rief mir kurz darauf hin ein Taxi und landete im eFi-Hotel. Super Hotel. Mit Smart-TV und Küchenzeile. Erstmal Mucke über YouTube reingeknallt und meine Kronen haben auch gereicht.

Montag, 22. Februar 2016

Von einer Metropole im Osten und dem Abriss ganzer Dörfer [Alex' Storys #5]

So, meine Woche Urlaub ist so gut wie gelaufen und ich habe so ziemlich die gegenteiligsten Städte gesehen, die es gibt. Die Woche fing mit einigen Tagen Warschau an. Wer war noch nicht in Warschau und hat eine Vorstellung, wie es dort aussieht? Anders als man denkt auf jeden Fall!
Warschau geht ab
Riesige, moderne Hochhäuser und eine nach dem Krieg wiederaufgebaute Altstadt. Es gab eine 24-Sunden-Kneipe und ich hatte nicht das Gefühl, als würde mir irgendjemand meine Geldbörse klauen wollen. Es gab aber extrem viele Flyerverteiler in der Stadt, was dazu führte, dass wir uns mit drei Mann hingestellt haben und aus Spaß ein paar Bauwagenkanal-Sticker an die Polen verteielt haben. In einer Minute sind bestimmt so 5, 6 von denen weggegangen, aber länger standen wir da auch nicht, versteht ja sowieso keiner, was wir da labern. Warschau ist echt cool, da komm ich irgendwann nochmal vorbei.



Der Immerather Dom wird den Baggern weichen
Ganz anders sah es heute allerdings in unserem guten, alten Pott aus. Gar nicht weit entfernt vom Tagebau Garzweiler I befindet sich ein Dorf Namens Immerath, ein Dorf, welches mit einigen Weiteren für den neuen Tagebau Garzweiler II platt gemacht wird. Seit 2006 wird das Dorf umgesiedelt und kommt im neuen Ort Immerath (neu) unter. Das Originaldorf ist mittlerweile fast vollständig eine Geisterstadt. Selbst die Kirche, die so groß und imposant ist, dass sie der Immerather Dom genannt wird, gehört bereits der RWE und wird den Baggern weichen müssen.
Die Stimmung war ein wenig bedrückt und schön war es nicht zu wissen, dass beim nächsten Besuch an dieser Stelle ein riesiges Loch sein wird. Dann wird auch dieser Ortsname zu denen gehören, welcher mit einem gelben Streifen auf den Straßenschildern unkenntlich gemacht wurde.