Montag, 9. September 2019

Leif Erikson Stories #4: Im Land von Lachs und Bär


Tag1: 
Heute geht es endlich wieder los! Wir fahren nach Schweden, dem Land wo sich Lachs und Elch die Türklinke in die Hand geben. Und in Bär die Tür eintritt. Wir versammelten uns am Abend des 25. Gegen 2030 bei Philipp aka Olaf Olafsson. Mit von der Party waren außerdem Olli (Ole Olesson), Sven (Sven Svensson) und meine Wenigkeit (Emil Emilsson). Traditionell spielte Tetris-Musik, damit wir den ganzen Schmarrn, den wir in der nächsten Zeit unser Hab und Gut nennen werden überhaupt in das Auto passt. Dazu gehören Äxte, Hängematten, Pupspappe, eine Machete und Öl für den Notfall – in der Form von 24 Dosen Pils. Wir fuhren geschwind und ließen Deutschland hinter uns. Jüste nach Dänemark geschnellt. Auf einem Rastplatz hatten Ole und ich Glück den Einzigen Dänischen Mülleimer westlich von Kopenhagen zu finden. Mit Anekdoten aus längst vergangenen Tagen verschlugen wir uns die Zeit. Während „Trip to Sweden“ lief und das GPS Probleme bereitete überquerten wir die Öresundbrücke. Das Schweden-Feeling kam auf. Bis Växjö erlebten wir den dichtesten Nebel aller Zeiten – nicht mal 2,4 km großen Elche waren erkennbar. Zusätzlich sind wir fast in eine scharfe Kurwa geknallt. Den heiligen Hällesjön erreichten wir gegen 1000 in der Früh ohne große Pausen. Die Sorge war groß, dass sich unser See in den letzten 2 Jahren verändert haben könnte, aber wir fanden ihn genau wie damals vor. Keine Autos, keine Menschen, 6 Boote und 3 Inseln (Eigentlich 4, aber dazu später mehr). Wir hatten unser Ziel erreicht. Sofort beluden wir 2 der Boote und auf zu Camp Laszlo, wo wir bereits 2017 residierten. Diesmal fassten wir dann aber doch den Entschluss unser Glück an einer anderen Stelle zu suchen und segelten weiter gen Süden. Dort wo beim letzten Mal die verrückten Schweden hingen, legten wir an. Eine Skizze folgt.


Das Lager war schnell aufgebaut. Olaf schläft in seinem Hängemattenzelt, Ole in seinem Einmannzimmer und Sven und ich teilen uns ein elegantes 3-Kammern-Zelt. Erstmal ein Bier zur Feier des Tages. Wir haben unser Mittagessen gegrillt und einen Donnerbalken gebastelt. Ich habe mit dem Boot den See umrundet, es war herrliches Wetter. Die Sorgensind hier klein, dich die Fliegen sind riesig. Daher sind hier ein paar davon skizziert. 

Den restlichen Tag haben wir nur noch rumgelungert. Die Ölvorräte, die eigentlich ein paar Tage halten sollten sind bereits aufgebraucht. Olafs Isomatte ist auf dem beschwerlichen Weg abhandengekommen. Den restlichen Tag ahben wir visa patana gemacht und ich war schwimmen.
Nachtrag: Sven und ich haben einen 20 m hohen Baum gefällt. Ole hat uns Freundschaftsarmbänder geschenkt und wir sind bei strahlendem Sonnenschein ins Bett. 






Tag 2:
Heute Nacht haben wir gehört wie reife Bären von Bäumen gefallen sind. Olaf hat diese Nacht in seinem Hängemattenzelt gefroren, weil er seine Isomatte vermisst. Im Lager geht das Gerücht um, dass Ole in seinem Singleroom auf 2 Isomatten schläft. Wir werden die Wahrheit vielleicht nie erfahren. Später habe ich auf einer Bootsexkursion eine Seeschlange erspäht. Aus meinem Kaffeesatz geht hervor, dass ich einen Elch mit einer Machete verfolgen werde oder hinter einer Giraffe stehe – es stehen also ereignisreiche Tage bevor. Daraufhin ging es mit Olaf nach Högsby Öl und Zwiebeln kaufen. Ole und Sven hielten die Stellung. In Högsby haben wir Elchbräu - Starköl Kl. III besorgt. Auf dem Weg mit dem Boot zum Lager haben wir einen Abstecher in Camp Laszlo gemacht und unseren zurückgelassenen Topf vom letzten Mal wiedergefunden. Endlich hat Sven nun auch was zum Kochen. Der Donnerbalken ist auch unverändert geblieben. Zum Sonnenuntergang ging es zum Schwimmen in den Jön. Nur Sven nicht, der kann bloß unter Wasser schwimmen. Außerdem muss man Ski fahren können um unverletzt in den See zu kommen. Noch machen wir den Schneepflug, aber die Woche ist ja noch lang und Schuss fahren das Ziel. Ein Fisch, den Olaf am Abend fing, hat er die Freiheit geschenkt – nachdem dieser das Boot verwüstete. Zum Ausklang sangen wir Lieder am Lagerfeuer.
Hinga Dinga Dörgen.



Tåg 3:
Liebes Tågebuch,
Heute bin ich mir Schmerzen im Schådel und Rücken åufgewåcht. Bløder Rum und bløde Wurzeln unterm Zelt. Åuch Ølåf kåm für diese Nåcht in dås Zelt vøn Sven und mir, weil seine Isømåtte nøch immer nicht åufgetåucht ist und es nåchts bitterkålt wird. Generell leidet unsere Gesundheit hier sehr. Es gibt Wunden, die wir uns mit Måcheten und Åxten zugefügt håben, Blut ist nicht mehr viel vørhånden. Wir sind Wråcks.
Heute Mørgen håt Ølåf einen 20 cm grøßen Fisch vør dem Ertrinken gerettet und ihm dånn mit einer Club Måårten Flåsche den Køpf måssiert. Leider wøllte der Fisch, der im Übrigen Bellø heißt, nøch mehr Åufmerksåmkeit. Månche kriegen den Håls nicht vøll. Ølåf håt mich ålsø gebeten, mir dås genåuer ånzusehen. Mit einem gezielten Klåpps åuf dem Hinterkøpf håbe ich Bellø milde gestimmt. Dås erweckt åm Mørgen die Lebensgeister…
Ån diesem Mørgen jiggelten zwei ålte Schweden mit dem Bøøt über den See und versuchten Fische zu ångeln. Dås ist Tierquålerei und gehørt verbøten. Wåhrend des Nåchmittågs håben wir dem Grill ein Upgråde verpåsst. Ich begånn mit der Fertigung eines Løffels und Ølåf schnitzte sich eine Hånd øhne Dåumen åus seiner linken Hånd. Er kånn es nicht låssen. Wir wåren sø untrøstlich, dåss ein Sturm åufzøg und wir Ølåfs Unterlåge åls Regenschutz für dås Lågerfeuer åufspånnen mussten. Åls Øle, Ølåf und ich in See zum Åutø ståchen, um einzukåufen, zøg überråschend ein Gewitter åuf, sødåss wir dem Tød ins Åuge såhen und pånisch zum Steg ruderten. In Høgsby kåuften wir Støckhølm Syndrøm Pilsner, welches håndwerklich hergestellt und ånålphåbetisch beschriftet wird. Der Typ ån der Kåsse des Schnåpslådens wår neidisch åuf unsere Bierkenntnisse.
Irgendetwås stimmt mit Bellø nicht, denn er regt sich nicht mehr. Wir glåuben er simuliert. Weil er Bienen ånzieht, håben wir ihn ån den Rånd des Lågers versetzt, dåmit er sich mål zusåmmenreist. Sven håt eine Skizze ångefertigt, wie ich hårt rumlungere.
Den Sønnenuntergång håben wir mit Føtøgråfieren im Cåmp Låszlø verbråcht. Åm Åbend zøg ein gewåltiges Gewitter åuf und hielt sich bis in die Nåcht. Es wird vermutet dåss Øle sich nåchts in den Wåld stellt und mit einem Stück Blech kråch måcht und mit einer Tåschenlåmpe Lichtblitze erzeugt, dåmit wir uns in unserem Zelt fürchten. Dieser Strølch. Dås muss die Råche sein, dåss Ølåf ihn åm Lågerfeuer beinåhe mit køchendem Kårtøffelwåsser tåufte.
  





Tag 4:
Heute Morgen haben wir den halben Wald gerodet. Wir mussten dies tun, um unsere Holzvorräte aufzustocken, da für heute Starkdonner Kl. III angekündigt wurde. Das einzige was krachte, war aber ich durch Oles Campingstuhl.
Wir haben beschlossen dieses Camp zu „Neu Stølzenøuwe“ umzubenennen. Der Donner kam zum Glück nicht, aber dafür Regen. Den haben wir mithilfe von Öl ausgesessen. Danach haben wir ein schönes Gedicht geschrieben: 


            Es grünen die Tannen am Hällesjön,
            Leben ist hier frei und unbeschwert,
            nirgends auf der Welt ist es so schön,
            Urlaub hier ist nie verkehrt.

            Geliebte Hängematte, so entspannt,
            Du hängst durch und ich häng in dir,
  Mit Draht wird unsere Haut verbrannt,
            gekippt werden sowohl Bäume als auch Bier.

            Gründen hier eine Nation der Liebe,
            NATO, UNESCO und auch Trump werden uns nicht stören,
  Schweden weckt in uns die dunklen Triebe
  Schon bald wird alles uns gehören.

Nachdem wir Long Island erkundeten, entfachten wir ein gewaltiges Feuer. Im Laufe des Tages haben wir uns Ränge mit Verantwortungsbereichen überlegt. Olaf ist von nun an der Bürgermeister, Ole der Technische Leiter, Sven der Finanzminister, der aber gerne Schatzmeister genannt werden möchte, und ich bin der Oberst Feldmarshall. 





Tag 5:
Der heutige Tag begann frisch. Zum ersten Mal fiel der Begriff „Pulliwetter“. Das Feuer entfachte sich heute nur schwergängig. Trotzdem wurden die Pitas Cool, gebräunt und gutaussehend. Besonders dem Bürgermeister gelang heute eine geradezu perfekte Pita. Bei einem Spaziergang spürten der Bürgermeister, der Technische Leiter und ich beinahe einen waschechten Elch auf. Mit Machete näherten wir ihn uns bis auf wenige Metern. Der Kaffeesatz von Tag 2 hatte also tatsächlich recht behalten. Daran erfreute sich sogar eine interessierte Springspinne. Nur der Schatzmeister war die ganze Zeit im Lager. Ein Drache sitzt halt auf seinem Gold.
Da heute Freitag ist, scheinen viele alte Schweden das Wochenende am See einläuten zu wollen. Zwei alte shippern schon seit mehr als 8 Stunden um unser Lager umher. Als ich raussegelte um neue Ufer zu erkunden, ignorierten die mein Winken einfach. Es war eine Premiere für mich unfreundliche Schweden zu sehen.
Jetzt sitze ich hier auf einer Hängematte. Der Wind ist frisch und auch die anderen sind kräftig am Hängen. Der Bürgermeister sitzt am Ufer und schnitzt einen verbesserten Schatzmeister.  Am Abend wollten der Technische Leiter, der Bürgermeister und der Schatzmeister nach Högsby zum Einkaufen fahren, während ich mich um Feuerholz kümmerte. Als die drei wiederkamen, erzählten sie von einem sinnigen Anglerfest am Parkplatz. Es stellte sich heraus, dass dieser See einem Anglerverein gehört, der 10 mal im Jahr eine Generalversammlung einberuft, so wie heute. Das erklärt auch, weshalb hier heute so viel Betrieb ist. Außerdem wurden wir gebeten eines unserer Boote zurückzubringen, weil die Ihre Feierlichkeiten auf den See verlagern wollen. Außerdem fanden wir heute heraus, dass in einem unwegsamen Bereich des Sees eine weitere Insel verborgen liegt. Wir nennen sie Mystery Island. Wir klangen den Tag noch bei Öl im Feuer und in der Kehle aus.
Nachtrag: Dem Bürgermeister ist sein Handy in den See gefallen, jetzt gehen die Kopfhörer nicht mehr raus. 





Tag 6:
Liebes Tagebuch,
Wie geht es dir? Mir geht es gut. Heute ist es wieder weniger windig, sodass wir die Pullis wieder wegschließen können. Das Frühstücksfeuer loderte lichterloh und die Pitas erlangten heute den bestmöglichen Bräunungsgrad: Sonnengebleicht. Die zwei einzigen unfreundlichen Schweden, die es auf der ganzen Welt gibt, drehen auf dem See wieder ihre Runden. Und das mal wieder viel zu dicht an Neu Støltenøuwe. Dabei haben die nicht mal ein Visum. Und das obwohl Visa kinderleicht zu bekommen sind. Es werden lediglich die Hälfte aller Anträge vom Stapel genommen und unkommentiert aussortiert. Wir wollen schließlich keine Leute hier, die Pech haben. Alle übrigen müssen fundiertes Wissen über die vier Gründerväter darlegen können, dazu gehören auch deren Deutsche und Schwedische Namen, sowie deren Rang in Neu Støltenøuwe. Die dritte Hürde besteht darin mit dem großen Zeh die eigene Nase zu berühren. Alle die bis hierhin gekommen sind, müssen nun in einem Faustkampf bis zum bitteren Ende kämpfen, bis nur noch einer übrig geblieben ist. Zu guter Letzt sortieren wir natürlich noch die Mörder aus. Wer bis hierhin durchkommt erlangt ein 30 Tage Visum und das für lediglich 150 € pro Kopf.
Am Mittag ging es mit dem Technischen Leiter und dem Bürgermeister Öl kaufen. Also ab ins Systembagolet nach Högsby. An der Kasse saß eine Dame namens Linda und fragte uns was bei uns so abgeht und was zum Geier uns in die Einöde Schwedens gebracht hat. Dass wir den See zufällig auf Google Maps auf der Suche nach viel Wald und wenig Stadt gefunden haben und sogar schon zum Zweiten Mal da sind, fand sie sehr amüsant. Ich nehme an wir sind jetzt das Gerücht der Gegend und kriegen evtl. sogar noch Besuch.
Bei einem Bad haben wir ein Öl getrunken, sobald die unfreundlichen Schweden außer Sicht waren. Nun war endlich wieder Visa Patanas angesagt. Zur Feier des Tages haben sich der Schatzmeister und der Bürgermeister eine Axt gebranntmarkt. Jedem das Seine. Anschließend haben wir richtig hart gelungert. Nicht mal der Fels war so hart wie wir. Zum Abend haben wir eine Bierverköstigung durchgeführt, die Ergebnisse folgen. Heute bis 2 Uhr wach geblieben, weil es Gerüchten zufolge Polarlichter geben sollte. Leider waren diese aber offensichtlich transparent. 
Unsere Empfehlung: Stockhom Syndrom und 6,0. Die Sorten Kung und Pripps Blå falls möglich meiden




Tag 7:
Heute seit 0800 auf den Beinen und bei gegrilltem Kaffee und Pita aufgepäppelt. Der Schatzmeister hat heute im Kopf miese Starkschmerzen Kl. III. Jüste das Lager abgebaut und den Platz sauberer hinterlassen als vorgefunden. Mit dem Technischen Leiter ein zweites Boot besorgt um alles in einem Wisch rüber transportieren zu können. Um 1200 ab Richtung Heimat. Unterwegs einen Kaffee geholt, der unfassbar heiß war. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Wasser in Schweden erst bei 200°C anfängt zu kochen.
Verlassen Schweden um 1658. Kurz in Kopenhagen in einen Stau geraten. Alle Dänen hassen Hardstyle, bis auf einen, verdammt nochmal. Verlassen Dänemark um 2012. Heimat erreicht gegen 0012. Gesamtkosten pro Schädel ca. 155 €. Plus Voreinkauf und pers. Proviant.


Hinga, Dinga Dörgen!