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Montag, 4. Januar 2021

Aufbackbrot

Es erwartet Sie im Folgenden ein hochgelobtes Meisterwerk der mehrfachen Literaturnobelpreisträgerin Karo Kolumbus.
Besonders hervorzuheben ist hierbei, wie der Gesellschaft der Spiegel vorgehalten und unsere selbst erschaffene Realität in Gänze hinterfragt wird. Ein Werk, das Fragen aufwirft und uns einen Blick werfen lässt auf die Absurdität dessen, was uns so selbstverständlich scheint. Und das in einer Kürze und Brillanz, die von anderen Autoren unerreicht bleibt.
Eine Geschichte, so voll Tiefgründigkeit und doch aus dem Leben gegriffen - denn all das hat sich in der Hamburger Hochbahn tatsächlich so zugetragen.



„Vielleicht sollten wir sie noch mal fragen“, sagt die Frau neben mir. „Was das sein soll.“
Ich werde neugierig. „Ja, aber ich hab davon noch nie gehört“, sagt einer der beiden Männer, die ihr gegenüber sitzen. Mir sitzt nur eine Frau mit vier großen Einkaufstüten gegenüber.
„Was soll das denn bitte sein?“ fragt der Mann. „Aufbackbrot?“ Er betont es überdeutlich, fast schon abwertend. Als würde es albern klingen.
„Keine Ahnung, aber nachher denkt die, wir sind bescheuert, wenn wir das nicht kennen. Ich hab das doch auch noch nie gehört!“
Ich hab das auch noch nie gehört, denke ich. Aufbackbrot. Was soll das sein? Aufbackbrötchen, ja, die kenne ich. Aber Aufbackbrot?
„Vielleicht ist das ja wie Aufbackbrötchen.“, sagt die Frau „Nur halt Brot zum Aufbacken“
„Ach“, sagt der Mann abfällig und verdreht die Augen. „Das habe ich aber noch nie gesehen“. Ich hab das auch noch nie gesehen, denke ich. Aufbackbrot.
Der andere Mann schaut nur mit hochgezogenen Augenbrauen zwischen den beiden hin und her. Wieso habe ich das noch nie gesehen? Also Aufbackbrot. Aufbackbrötchen gibt’s doch auch. Wieso nicht Aufbackbrot? Oder habe ich das nur einfach noch nie im Supermarkt gesehen? Und wieso hat mir das bis heute nie gefehlt? Brötchen, die sind aufgebacken doch super. Da kommt man auch von selber drauf. Aber Brot? Ich hatte noch nie Lust darauf, ein Brot aufzubacken. Zu backen vielleicht, aber AUFzubacken? Gibt’s das überhaupt, Aufbackbrot? Wäre das gut? Die Frau neben mir sagt nur „Naja egal. Aber komisch ist das schon.“ Ja, komisch ist das mit dem Aufbackbrot. Aber ich weiß nicht, was komischer wäre. Dass es kein Aufbackbrot gibt, obwohl es Aufbackbrötchen gibt; Dass es Aufbackbrot gibt, aber weder ich noch die drei züfällig neben mir sitzenden Personen je davon gehört haben; Oder dass nie jemand darüber nachdenkt, ob es Aufbackbrot gibt.
Aufbackbrot, denke ich wieder. Gibt es das? Es gibt doch auch Aufbackbrötchen. Sonntags Brötchen aufbacken, das kennt man. Aber Brot aufbacken? Davon habe ich noch nie gehört. Ich überlege wieder, ob das gut wäre. Ich kann es mir nicht vorstellen. Plötzlich habe ich Angst, dass ich Aufbackbrot will und es das dann gar nicht gibt.
Ich google.
Ich finde Aufbackbrot.
Glutenfreies.
Aber so richtiges normales Aufbackbrot? Aufbackbrötchen, ja, die finde ich. Aber Aufbackbrot? Eins habe ich gefunden. Das glutenfreie. Google korrigiert meine Suchanfrage nicht. Fragt nicht, ob ich Aufbackbrötchen meinte. Google kennt Aufbackbrot. Ich nicht. Es zeigt mir aber Brötchen an. Und das glutenfreie Aufbackbrot.
Aufbackbrot, denke ich wieder. Wieso gibt es davon so wenig? Vielleicht, denke ich, weil nie jemand wirklich darüber nachgedacht hat.

Samstag, 20. April 2019

Die 10 goldenen Regeln für eine Europareise

Einmal von Deutschland über Österreich, Griechenland, Italien, Frankreich, Irland, Großbritannien und wieder zurück nach Deutschland. Auf meiner dreiwöchigen Europareise, die ich zwar instagramreif mit Rucksack und Interrail Pass unternommen, jedoch eher weniger auf Social Media Plattformen begleitet habe, habe ich einiges erlebt. Manches davon kann ich empfehlen, von anderen Dingen rate ich dringend ab. Damit Sie für Ihre anstehende Reise gut vorbereitet sind, habe ich eine Liste der 10 wichtigsten Regeln für Sie erstellt.


Regel Nummer 1:

Es ist keine richtige Reise, wenn Sie nicht mindestens ein Mal dachten, dass Sie Ihr Handy oder Portemonnaie verloren haben.

Die erste und auch wichtigste Regel. Wirkliches Urlaubsfeeling erleben Sie erst dann, wenn Sie in Panik geraten und völlig aufgeschmissen sind – diesen Nervenkitzel brauchen vor allem die Abenteurer unter uns. Smartphone und Portemonnaie sind neben den Zug- und/oder Flugtickets auf einer Reise die wichtigsten Dinge. Die Befürchtung, eines davon oder womöglich sogar beides verloren zu haben, lässt den Adrenalinspiegel innerhalb von Sekunden in die Höhe schnellen. Suchen Sie alles ab, schütten Sie sämtliche Taschen aus und stellen Sie sich möglichst bildlich vor, wie Sie ohne Geld, ohne Kontakte und ohne Plan durch die Straßen des fremden Landes irren. Lassen Sie auch andere Reisende an ihrem Erlebnis teilhaben, indem Sie auch deren Betten durchsuchen und sie fragen, ob sie den gesuchten Gegenstand vielleicht gesehen haben. Auf diese Weise lernen Sie auch schnell neue Leute kennen. Im Idealfall befindet sich Handy oder Portemonnaie dann doch in der hinteren Hosentasche oder im Koffer. Das Gefühl der Erleichterung wird Ihnen den ganzen Tag versüßen.

Pro Tipp: Am besten fangen Sie genau dann an in Ihren Taschen nach Handy oder Portemonnaie zu suchen, wenn Sie jemand nach einem Feuerzeug fragt. Ignorieren Sie diese Frage und suchen Sie einfach weiter. Der Fragende wird dann mit seiner Zigarette bei Ihnen stehen bleiben und das Schauspiel erwartungsvoll beobachten.


Regel Nummer 2:

Wer Sefies macht, macht gern auch Fotos von Ihnen.
Es ist einer der (für mich persönlich wenigen) Nachteile des alleine Reisens: Man kriegt kaum vernünftige Urlaubsfotos hin. Also steht man meist allein vor diversen Sehenswürdigkeiten und macht Selfies. Auch, wenn ich das alleine Reisen absolut großartig finde, waren das die Momente, in denen ich mich etwas schämte so ganz allein unterwegs zu sein. Aber es war mir immer noch lieber, als mich Menschen im Familien- oder Pärchenurlaub aufzudrängen und zu fragen, ob jemand ein Bild von mir machen könne. Das geht anderen Reisenden aber genau so! Am besten ist es also, sich gegenseitig zu helfen. Sehen Sie jemanden, der verzweifelt nach dem perfekten Winkel fürs Selfie sucht und krampfhaft versucht, das Kolosseum/den Eifelturm/den Big Ben auch noch auf das Bild zu bekommen, dann bieten Sie Ihre Hilfe an. Fragen Sie, ob Sie ein Bild machen sollen und schlagen sie ein Tauschgeschäft vor: Ich mache ein Bild von Ihnen, wenn Sie auch eins von mir machen.

Pro Tipp: Wenn Sie nicht zu bedürftig wirken wollen, können Sie auch nur anbieten, ein Foto zu machen. in 90% der Fälle wird die fotografierte Person merken, dass auch Sie allein sind und von selbst anbieten, auch Sie zu fotografieren. Dann können Sie ihm oder ihr mit einem "Naja, also wenn Sie schon so fragen. Warum eigentlich nicht" ganz lässig das Smatphone in die Hand drücken.


Regel Nummer 3: Nur für weibliche Reisende

Buchen Sie in Hostels Zimmer für Frauen.

Hostels sind eine gute Möglichkeit günstig zu reisen und Kontakte zu knüpfen. Viele Hostels bieten sowohl gemischte als auch ausschließlich auf Frauen ausgelegte Mehrbettzimmer an. In letzteren wird meist weitaus weniger geschnarcht, es riecht besser und es ist ruhiger. Außerdem laufen Sie nicht Gefahr, die Unterhose eines männlichen Gastes waschen zu müssen, weil diese im Gemeinschaftsbad genau an der Stelle auf der Heizung lag, an der ihr Duschgel umgekippt und ausgelaufen ist.


Regel Nummer 4:

Streicheln Sie keine streunenden Tiere.

Egal wie niedlich und zutraulich Katzen, Hunde, Tauben oder Ratten zu sein scheinen – streicheln Sie sie nicht. Selbst dann nicht, wenn eine Katze direkt auf der Akropolis rumläuft. Die könnte nämlich kratzen. Auch, wenn Sie sich wahrscheinlich weder einen Katzenpilz, noch Tollwut einfangen werden, werden Sie den ganzen Urlaub lang Angst davor haben. Verzichten Sie also lieber darauf.

Ausnahme: Regel Nummer 1 war Ihnen noch nicht Nervenkitzel genug.

Besser nicht streicheln: 
zutraulich aussehender Löwe in Neapel

Regel Nummer 5:

Verlassen Sie sich in Touristengebieten niemals auf Aussagen der Kellner, die vor den Restaurants stehen.

Um Enttäuschungen und Herzschmerz zu vermeiden, sollten Sie in Touristengebieten wie Athen nicht darauf vertrauen, dass der Kellner Sie "wiedererkennen und auf Sie warten" wird. Auch, wenn er es sehr überzeugend sagt und Sie denken, dass er anders ist als die anderen. Glauben Sie mir, er ist zu allen so. Wenn Sie zurückkommen und er Sie erneut auf dieselbe Art anspricht, werden Sie nur enttäuscht sein und viel zu viel Geld für mittelmäßig gutes Essen ausgeben. Sie sind mehr wert, als das.


Regel Nummer 6:

Zebrastreifen bedeuten in anderen Ländern einen Scheiß. Und das vor allem in Italien. Besonders in Neapel fahren die Menschen wie die Irren, Sie brauchen dort nur in irgendeinem x-beliebigen Moment eine Sprachnahricht bei WhatsApp aufzunehmen – es wird immer ein Hupkonzert auf der Aufnahme zu hören sein. Aber auch in vielen anderen europäischen Ländern sind Zebrastreifen höchstens mit einem Fußgängerüberweg in Deutschland zu vergleichen. Manchmal werden auch Ampeln ignoriert. Um im Ausland nicht unter die Räder zu geraten, ist also maximale Vorsicht geboten.

Pro Tipp: Halten Sie sich an Einheimische. Wenn diese vor der Straße anhalten, sollten Sie das besser auch tun. Sollten sie direkt lossprinten, dann rennen sie einfach hinterher. Im Zweifel bleiben sie einfach so lange an der Ampel stehen, bis ein Einhemischer die Straße überquert.


Regel Nummer 7: Wenn Sie durch Frankreich reisen

Lernen Sie französisch.
Es könnte sein, dass die Security Sie abfängt, weil sie mit einem zu großen Rucksack in den Supermarkt gehen wollen. Es könnte auch sein, dass sie an der Kasse erklären wollen, dass der Lippenstift eigentlich ja reduziert ist, ihnen der Rabatt aber nicht abgezogen wurde. Und es könnte auch passieren, dass der Alarm los geht, wenn Sie den Supermarkt verlassen und die Security Ihnen diverse Fragen stellt, bevor Sie Ihnen zeigen müssen, dass sie wirklich nur die 5 Schokocroissants und den Lippenstift in der Tasche haben. In solchen Momenten werden Sie sich wünschen, mehr als nur "Je ne parle pas francais" sagen zu können. Denn während in den meisten europäischen Ländern auch englisch gesprochen wird, verstehen die Menschen in Frankreich fast nur französisch. Auch, wenn französisch sich nach Meinung von Namika "irgendwie nice" anhört, wenn man´s nicht versteht, sollen Sie zumindest die wichtigsten Sätze auf französisch kennen.

Hinweis: "Bounjour", "Baguette", "Oh la la" und "Camembert" sind keine ausreichenden Vokabeln für einen Aufenthalt in Frankreich.


Regel Nummer 8:

Veruschen Sie auf der Busfahhrt vom Bari nach Neapel lieber nipcht,,, Urlaubslipps aufzuschreiben, weil die Kllllapptische echt klein und die Sraßen ziemlich hholpprig sind.
Schreiben Sie lieber im Abteil der ersten Klasse im Zug von Dublin nach Belfast.


Regel Nummer 9:

Nehmen Sie das gute Deo mit.
Und nicht das, was Sie zufällig eh noch rumstehen hatten, aber wegen seiner geringen Wirksamkeit eigentlich nie benutzen. Nehmen Sie es auch nicht mit um es "unterwegs leer zu machen" bzw. Nur, wenn Sie noch ein effektiveres Deodorant dabei haben. Zwar sichert ein schwaches Deo nach zwei Tagen ohne Dusche (und glauben Sie mir, solche Zeiten wird es geben) ein eigenes Abteil im Zug, ist jedoch für die anderen Fahrgäste nicht sehr angenehm.


Regel Nummer 10:

Nur weil man das in Deutschland so macht, muss es woanders nicht auch so sein.
Diesen Tipp gab mir ein Italiener in Rom und ich finde, dass dies einer der wertvollsten Hinweise ist, die ich auf meiner Reise bekommen habe (Mindestens genau so hilfreich war der Hinweis am Hafen in Schottland. Ich fragte "Where does the bus stop?" und bekam als Antwort "At the bus stop") und obwohl er sich auf den Ticketkauf in Bussen bezog und mich somit zum Schwarzfahren animierte – was ich selbstverständlich niemals empfehlen würde – fasst er viele wichtige Regeln zu einer zusammen. Andere Länder, andere Sitten, wie es so schön heißt. Und solange Sie sich auf die Kultur anderer Länder einlassen und zumindest versuchen sich ein wenig anzupassen, wird Ihnen in der Regel immer jemand aus dem jeweiligen Land helfen, weil er ihre peinlichen Bemühungen nicht mehr erträgt.




Beispiele gelungener Konversationen in fremden Ländern


Beim Frühstück in einem Hostel in Griechenland

Anderer Gast: "Can I sit here?"
Ich: "yes, I always like to have some people"


An einer Kasse in Frankreich

"Est-ce que tu parle l´anglais?" (Sprichst du englisch?)
"Non" (Nein)
"...."
"...."


An einem Hafen in Italien

Ich: "Buon Giorno" (Guten Tag auf italienisch)
Hafenmitarbeiter: "Bonjour" (Guten Tag auf französisch)


An einem Bahnhof in Italien

Mann: Irgendwas auf italienisch
Ich: "......What?"

Weitere Hinweise für Smalltalk in Italien:
Sagen Sie lieber nicht "Gracias", das ist nämlich spanisch.
Sagen Sie auch nicht "Oui", das ist nämlich französisch.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Leif Eriksons Stories #3: German Mashines in Afrika

Vom 12. bis 28. Juni ging es nach Tansania. Sie lesen hier: Ausschnitte aus meinem Reisetagebuch ausgeschmückt mir Bildern.

Tag 1:
Heute erstmal Sven in Hannover getroffen. Erst noch einen Kaffe getrunken und ab zum Flughafen. Bei Travelex Geld eingekauft. Für Bares gibt's Bares ist hier das Stichwort. Viele Euronen abgegeben und dafür Dollars mit geringerem Wert erhalten. Kein Wunder, dass der Typ am Schalter so grinst. Beim Check-In über gefailschte Pässe schwadroniert und Fensterplatz gesichert. Ab nach Konstantinopel. Zufällig beobachtet, wie der eine Typ aus New Kids unser Gepäck einlädt. An dieser Stelle haben wir festgestellt, dass es eine äußerst schlechte Wahl ist, die Sitzreihe vor  den Notausgängen zu reservieren, da man hier die Rückenlehnen nicht nach hinten kippen kann - und wir haben diese Plätze in allen 4 Flügen ausgewählt -.-
Dafür im Flugzeug bei Fish Fighter 1525 Punkte geholt, Rekord! 
Angekommen in Istanbul Julien ins Gepäck und ab Richtung nächsten Flug. Es gibt noch eine Zwischenstation auf Sansibar, wo ich so einen Typ daran erinnern musste, dass es ja hier raus wollte. Insegsamt schon seit 16 Stunden unterwegs und Null geschlafen. Weiterflug nach Kilimanjaro-Airport. Hier wurde ich zum ersten mal in meinem Leben von einem Typen abgeholt, der ein Schild mit meinem Namen hochhält <3. Jetzt mit dem Taxi eine Stunde zum Hotel geeiert. An der Rezeption einen Tipp bekommen, der Gold Wert ist: "Trinkt mal in Ruhe einen Kaffee und dann ruht euch im Zimmer aus". Haben wir gemacht und jetzt kann ich nicht schlafen :( Dann ab in die Stadt und den restlichen Tag mit Rumlungern verbracht. 10 Bananen zum Preis von 10 Ananas gekauft (Meine Swahili-Kenntnisse haben leider abgenommen - oder die Sprache wurde geändert).


Tag 2:
Heute haben wir uns auf den Weg zu den Materuni-Waterfall gemacht. Das bedeutet erstmal zur Dala (=Bus)-Station. Dabei haben wir uns schon so dämlich angestellt, dass ein Rastafari namens Patrick uns fragte, ob er uns nicht zum Wasserfall führen soll. Natürlich sollte er das. Also hin da: 1 Stunde Dala fahren für 1000 TSH. Schnapper. Vor Ort Programm geklärt: Erst Wandern zum Wasserfall und dann Kaffeetour mit Rösten und Sippen. Wasserfall gegönnt und jüste Kaffee gestampft. Laut dem Kaffeetypen ist der Kaffee gut bekömmlich, denn der macht keinen "Heart-Boom-Boom" (zu Deutsch: Koffeinfrei). Anschließend Patrick geschnappt und ab nach Moshi. Im Dala (12-Sitzer) mit 28 weiteren Personen gechillt. Den alten Bahnhof von Moshi begutachtet und durch den Markt geschlendert. Unterwegs von einem Penner namens Spuck angequaselt worden, der mir Baguettes verkaufen wollte. 2 Sticks für 8000 TSH - Wucher! Ich habe nicht gekauft, da wir einen Tag später sowieso auf den Kili wandern. Daraufhin fing Spuck mit seiner einleuchtenden Argumentation an: Ich solle jeden Morgen während der Besteigung in meinem Zelt ein Baguette quarzen. Das würde meinen Fokus durch Meditation auf den Berg lenken und ich würde den Gipfel geradezu hochfliegen, besonders wichtig wäre dies in der Gipfelnacht. Na wer weiß, ob da was dran ist..
An diesem Abend war auch die Besprechung für die Wanderung ab morgen. Wir nehmen die Lemosho Route für 7 Tage. Die Route ist interessant, da wir auf 2 verschiedenen Routen hoch bzw. runter gehen. Unten ist die Route einmal skizziert.


Am Wasserfall mit Patrick
Gibts dieses Graphity nicht auch in Hannover?!



Dala Station in Moshi
Tag 3:
Heute um 9 gings los Richtung Kili. Vorher noch schnell zum Markt um Wasser und Träger für das Wasser zu packen. Unsere Guides heißen George und Robert. Dazu kommen noch ein Koch und 9 Träger für unserer Gepäck, Zelte, Stühle, Baguettes... Jeder von uns bekam also 4 Neger. Danach sind wir etwa 4 Stunden Richtung Lemosho Gate gefahren.
Die Wanderung begann mit 5 km durch den Regenwald. Viele Leute mögen den Regenwald, aber mich kotzt der an. Alles ist langweilig grün und es gibt viele eklige und dreckige Tiere. Ich wäre dafür, dass man die ganzen Bäume hier abholzt und daraus Käfige baut, in denen man die Tiere stecken kann. Anschließend könnte man einen Highway bauen, der direkt auf den Gipfel führt. Dann würden die Einheimischen auch endlich weniger Geld durch Tourismus verdienen. Aber wie dem auch sei. Nach ca. 2,5 Stunden sind wir am ersten Camp auf 2600 Höhenmetern angekommen. Außer uns sind noch etwa 10 weitere Gruppen hier mit noch viel mehr Trägern. Die eine Gruppe hat sogar eigene Klozelte dabei im Format eines Dixi-Klos. Verrückt. Wir drei haben 2 Zelte zum Schlafen und wechseln uns daher ab, wer eine Nacht alleine verbringen darf. Dazu gibt es noch ein "Mess-Tent", in dem wir essen, abends unsere Besprechung machen und nachts die Träger drin Baguettes essen.
Jüste Zelt eingerichtet und dann Katzenwäsche. Danach habe ich mit einem Blauaffen gepost, wobei ich viel affiger wirkte als der Affe. Zum Abend gab es ein 3-Gänge-Menü im Mess-Tent, denn wir sind die Mzungus hier.
unser Zelt
Das "Mess-Tent" zum Speisen


Dabei handelt es sich wohl um einen Blue Monkey

Tag 4:
Um 6 in der Früh wurden wir von Butler James mit heißem Tee geweckt. Purer Luxus! James heißt eigentlich Seferi... oder Sufuri... oder Serafi? Keine Ahnung, ist schwer zu merken, deswegen einfach James. Er versorgt uns mit Essen und Drinks. Guter Mann. Dann langsam lomarschiert. Raus aus dem Regenwald und ab ins Moorland. Dabei innerhalb von 9 Stunden ca. 17 km zurückgelegt von 2600 Höhenmetern auf ca. 3850. Der Brocken ist lachhaft dagegen. Gegen 16 Uhr am Shira II Camp angekommen. 
Ich muss schon sagen, diese Wanderung hat mein Leben für immer verändert. In Deutschland möchte ich von nun an auch Leute haben die meinem Arsch mein Zeug hinterher tragen und für mich kochen. Die Höhenkrankheit macht sich bei mir so langsam bemerkbar. Ich habe ständig  leichte Kopfschmerzen und heute schon locker 10 Liter Wasser getrunken und war bestimmt 60 mal Wasser lassen. Kein Scheiss. Sogar Guide Robert ist die Kinnlade runtergeklappt als ich ihm das erzählte. Könnte aber auch daran liegen, dass wir heute ganze 11 Gänge (!) geschmaust haben. Zum Abend hin sinnig Milkyway, Raben und den Kili fotografiert. Guckst du unten.



Die Träger und der erste Blick auf den Gipfel



Tag 5:
Wieder gegen 6 geweckt worden. Einen Tee von James erhalten, dann jüste Sachen gepackt und los zum Barranco Camp. Ca. 10 km gelatscht, davon 7 km bergauf auf bis zu 4600 hm und danach ca. 3 km bergab zurück auf 3900 hm. Von dem Kack Bergablaufen tun mir jetzt derbe die Knie weh :(
Kleiner Fakt am Rande: Etwa 2 Stunden nachdem man eine neue Höhe erreicht hat, beginnt der Körper darauf zu reagieren und sich zu akklimatisieren. Und jetzt sind ungefär 2 Stunden seit den 4600 hm vergangen und mir geht's beschissen. Es fühlt sich vergleichbar mit einem Kater an: Kopfschmerzen, leichte Übelkeit und man wird derbe träge, weil jede Bewegung recht anstrengen ist. Aber bis zum Abend legt sich das wieder. Wir haben heute schon gegen 14 Uhr das Camp erreicht und haben diesen Nachmittag zum Lungern frei. Guide Robert sagt wir wären German Mashines, vermutlich weil wir so geil sind... und so deutsch. Der muss es ja wissen. Außerdem hat er uns von den ganzen endemischen Pflanzen erzählt, die hier wachsen. Das bedeutet die wachsen nur hier und sonst nirgends. Zum Glück, denn manche davon sehen echt kacke aus. Jetzt erstmal Mittagsschlaf. Hier ein paar Eindrücke vom Camp: Raben haben das Lager verwüstet, unser Koch ist eigentlich gar kein Koch, das Kloloch ist voll und das "Mess-tent" heißt jetzt "Mäst-tent".

Man nähert sich der Sache an


endemische Pflanze


Tag 6:
Heute morgen erstmal gefrühstückt und danach die Breakfast-Wall hochgeklettert. Diese heißt so, weil man sein Frühstück verbraucht hat, wenn man oben angekommen ist. Oben auf 4200 hm in Slavenhocke gepost. Insgesamt 6 km gewandert heute bis zum Karanga Camp auf 4040 hm. Unterwegs hat Guide Robert und etwas über die Tiere hier erzählt. Neben den allgegenwärtigen Raben gibt es hier noch die "Four-Stripes-Mouse" und den "Tennisball-Bird". Diese beiden sind hier einmal skizziert:
Die Namen sind äußerst treffend. Gerade erstmal Wäsche gewaschen und nune ist Hängen angesagt. Heute bin ich wieder dran in dem einen Zelt alleine zu schlafen, das heißt ich habe endlich wieder einmal genug Privatsphäre um mich mit einem Feuchttuch sauber zu wischen *freu*. Draußen ist es windig, die Sonne beschert einen hier schnell einen Sonnenbrand und die Raben terrorisieren das Camp. Auch ich werfe mit Rabenkacke um mich. Zum Abend hin noch schnell einen Stapel aus Steinen gebaut und bis zum Erbrechen Karten gespielt. Guide George sagt, wir sollen schlafen wie Kangurus, denn morgen geht es hoch hinaus.

Blick von oben auf die Breakfast Wall

Bester Tower

Tag 7:
7 Uhr aufstehen heute und auf in Richtung Barafu Camp auf 4600 hm. Unterwegs erzählte Robert uns von den dubiosen Heilern, die auf dem Land ihr Unwesen treiben. Da es da ja eher wenig Ärzte gibt, gehen viele einheimische arme Schlucker zu Schalatanen, die ihnen in etwa sagen, dass sie nur geheilt werden können, indem sie bspw. eine Ziege und eine bestimmte Menge Bargeld auftreiben. Die machen das dann, sterben an ihrer Krankheit und beim Schalatan gibt es abends Ziege zu schmausen. Daneben gibt es Gerüchten zufolge auch Kannibalismus, aber wer weiß das schon. Während Robert uns letzteres erzählt, schaut er mit seinen eingefallenen Wangen gierig auf unseren fleischigen Schenkel. Gegen 11 sind wir schon am Camp angekommen. German Mashines halt. Jetzt heißt es Kräfte sammeln, denn gegen Mitternacht geht es los zur guten alten Kaiser Wilhelm Spitze. Die Reichsflagge ist im Gepäck. Falls wir oben am Gipfel auf einmal keinen Bock mehr haben sollten, ist es auch möglich einen Helikopter zu ordern, der uns für einen Schnapperpreis von 8000$ von da oben einsammelt. Guide George hatte wohl schonmal ein paar Franzosen, die oben angekommen keinen Schritt mehr gehen wollten, da sie Blasen hatten. Die haben sich mal jüste den Heli geleistet :D Unterwegs hierher sagten alle, die wir fragten, dass der Aufstieg auf den Gipfel viel schlimmer ist, als man es sich vorstellt. Zur Not können wir ja den Heli nehmen.
Wir sind jetz ca. 3 h im Camp und die Höhe macht mir schon hier zu schaffen. Leichte Kopfschmerzen, der Puls rast und die Atemfrequenz ist recht hoch. Schlafen kann ich auch nicht. Währenddessen pennen Julien und Sven in den Zelten schon seit Stunden. Obwohl ich zu dieser frühen Stunde schon 6 Mahlzeiten gefuttert habe, könnte ich jetzt was essen. Aber das wird. Kein Ding für German Mashines. Dafür habe ich gerade einen sagenhaften Ausblick: Vor mir erstreckt sich die sog. alpine Wüste bis die Sicht von einem Wolkenmeer verdeckt wird. und hinter mir befindet sich der schneebedeckte Kili. Etwa 20 m zu meiner Rechten befindet sich ein Sendemast auf dem eine Horde (oder sagt man Rudel?) Raben hockt, die offensichtlich versuchen mich anzukacken. Apropos Kacken, das könnte ich jetzt auch einmal..



Tag 8:
In der Nacht fing es plötzlich an heftig zu stürmen. Dabei ist das "Mäst-Zelt", das nachts Schlafplatz für 5 Träger ist, zusammengekracht. Daher gibt es Frühstück heute im eigenen Zelt. Das bedeutet eine MEnge Extraarbeit für James, da der uns jetzt in 2 verschiedenen Zelten  bedienen muss und jedes mal die Reissverschlüsse auf und zu ziehen muss. Was würden wir nur ohne James machen? Durch das Durcheinander sind wir erst um 1 Uhr nachts losmarschiert. Also mit Stirnlampe los durch die Dunkelheit, Sturm und den umher fliegenden Sand. Jetzt denke ich an das Angebot von Spuck letztens... Jüste von 4600 hm hoch zum Gipfel auf 5895 hm geeiert. Schon nach ca. 30 Minuten kamen uns die ersten entgegen, die aufgegeben haben. Noch bevor die Höhenkrankheit wieder losging, machte sich der Sauerstoffmangel bemerkbar. Alle 10 m Verschnaufpause, die Beine werden schwer. Es wehte ein arschkalter Wind und der Boden war schneebedeckt. Meine Wasservorräte sind nach und nach eingefroren. Toll. Guide George singt nebenbei auf Swahili Lieder, in denen mehrmals die Worte "German Mashines" vorkommen. Der Spaß nahm überhaupt kein Ende - oder doch nach etwa 5 Stunden, als wir den Gipfel erreichten. Viel zu sehen gab es hier tatsächlich nicht, denn es schneite wahnsinnig viel. Schnell eins, zwei Fotos geschossen und dann ging die Knochenmühle los. 1300 hm steil bergab gehen. Meine Knie taten ja schon vorher weh, aber das macht die Sache nicht wirklich besser. Bis 2 Stunden nach dem Gipfel wurde die erfrischende Höhenkrankheit immer schlimmer. Das tut gut. Auf dem Weg nach unten bin ich auf einer Eisscholle ausgerutscht und damit das erste mal in diesem Jahr hingefallen :( Ab wieder runter zum Barafu Camp, welches wir gegen 10 Uhr morgens erreichen. Ich war selten so im Arsch wie in diesem Augenblick. Hier dürfen wir immerhin eine Stunde schlafen, nach der es einem eher noch schlechter geht als vorher. Dann Mittagessen und wieder Abmarsch zum Mweka Camp auf 3100 hm. Wieder Bergab laufen, na klasse. Guide Robert hat sich zu diesem Zeitpunkt schon verabschiedet, weil seine Frau angerufen hat. Sie hatte schlecht geschlafen..




Tag 9:
Heute war die letzte Wanderung angesagt. 8,5 km von 3100 hm auf 1800 hm. Wieder bergab gehen na toll. Ab zum Gate, Urkunde abgeholt, schnell eine Kanne an den Hals und ab nach Moshi ins Hotel. Erstes Mal seit 7 Tagen geduscht, geiles Gefühl. Dann ein paar Bieris gegönnt. Zum Abend haben wir in einer Dorfkneipe ein paar Dudes angelacht, mit denen wir ein paar Runden Billiard gespielt haben. Dabei wurden wir eiskalt abgefertigt. Einen der Jungs haben wir gesagt, dass er uns ein paar Baguettes besorgen soll. Das führte zum Verzehr von diesen. Dazu den aufkommenden Hunger mit Pommes-Omeletts gestillt. Zwischendurch hat Julien (J) mit einem Einheimischen (A) ein bedenkliches Gespräch geführt. Hier ein Gedächtnisprotokoll:
 A: Where are you from?
J: Germany.
A: I heard that German boys only mary, when they have visited at least 40 countries.
J: Thats right. What country would you like to visit if you can?
A: Germany. I want to learn something about Adolf Hitler.
J: SCHEEEEESH, WHAT?
A: He is a hero because he nearly conquered the whole world.
...
Darüber sind wir eine ganze Weile nicht klar gekommen und wollten es genauer wissen. Später haben wir daher beim Pommes essen einen gebildet aussehenden Typen gefragt, was er von Hitler hält. Der hat darauf nur verärgert geguckt und meinte darüber wolle er nicht reden. Etwa 2 Minuten später ist er einfach aufgestanden und hat das Lokal verlassen ohne sei Essen anzurühren. So viel dazu.

Tag 10:
Heute früh um 9 Rastafari Patrick getroffen. Mit ihm ging es dann Richtung Maji Moto, das sind heiße Quellen etwa 1,5 Stunden von Moshi entfernt. Dort war es so schön, dass man es mit Worten kaum beschreiben kann, ich krieg das aber trotzdem hin. Das Wasser war klar und blau, über uns spielten Affen auf den Bäumen und beklauten die Menschen und ich habe schlafende Flughunde gesehen. Auf dem Rückweg sind wir mit einem Bajaji (motorisiertes Dreirad) und Boom-Box im Kofferraum mit Hardstyle durch die Serengeti geballert. Am Abend hat Patrick uns eine günstige Safari klar gemacht. Anschließend noch 2 "Pangas" (Macheten) für die Wand gekauft und mit Patrick Ziege mit Chilli gegessen (schimpft sich hier Mbusy). Dabei lief Fußball: Nigeria gegen Island. Nigeria gewann 2:0, der Jubel war groß. Zu guter letzt mit Patrick ein Baguette geschmaust. Dabei leckeren Moonshiner gegönnt, der macht mich richtig fertig..

Nahtrag: Ich kann 2 Minuten die Luft anhalten.

Bester. Ort.



Tag 11:
Heute auf Safari: 3,5 Stunden zum Terengire Nationalpark geeiert. Da 5 Stunden Tiere begafft, Digi-Digis begutachtet, Baobab-Bäume umarmt und einen 5-beinigen Elefanten gesichtet. Leider vergeblich nach Nashörnern umgesehen. Wenigstens einen Sekretärsvogel belästigt. Um 19 Uhr wieder im Hotel gewesen. Rechnungen bezahlt und Patrick zum dinnieren getroffen. Heute gab es Hühnchen mit Chili. Nebenbei lief Deutschland gegen Schweden. Sieg für uns: Extra Bier und Baguette für mich und meine Freunde. Von Patrick dabei noch mehr Baguettes für unsere Fahrt nach Daressalam morgen andrehen lassen. Der sagt übrigens, dass wir Helden wären. Wir haben schließlich den Kili bestiegen, waren auf Safari UND haben überlebt! Das ist ja sowas von heldenhaft. Ich kündige an dieser Stelle schon einmal "Helden des Alltags #3" an.






Tag 12:
Heute um 8 mit Bus Richtung Daressalam gefahren. Es wurde uns versprochen, dass Abfahrt um 8 ist und die Fahrt 9 Stunden dauert. Fehlanzeige: Abfahrt erst um 9 und Fahrtdauer 11 Stunden, yo! Etwas Musik lief nebenbei auf einem TV im Bus. Backstreet Boys, Lionel Richard & Paul Mwai (Letzteren kann ich jedem nur ans Herz legen). Für jeden also was dabei. Nebenbei versucht Brudi zu erreichen, aber keiner nimmt ab. Zum Glück kenne ich ja auch noch Oli. Angekommen in Dar schließlich um halb 9 abends. Jüste Taxi geordert und zu Oli's House. Dieser wohnt in einem eher runter gekommenen Viertel und der Taxi-Fahrer hatte Bedenken uns mit unserem Gepäck wirklich hier raus zu lassen. Aber kein Ding für German Mashines. Erstmal mit Oli einen gehoben und ein paar Baguettes auf seinem Dach geschmaust. Der hat mal ein Jahr in Deutschland gelebt und wir haben über seine Erfahrungen in Deutschland geplaudert. Da kamen ein paar gute Storys ans Licht. Zum Beispiel wollte Oli mal typisch Deutsch essen und hat sich gefrorene Donuts im Supermarkt gekauft. Da er es nicht besser wusste, hat er die kalt verzerrt, woraufhin er sich eine schwere Erkältung geholt hat. So ein Lauch. Außerdem wäre Meerrettich das absolut Schlimmste, das wirklich ekelerregenste, das er sich jemals in den Rachen geschoben hat. Interessant. Erstmal noch ein paar Baguettes... Wie viel Öl man wohl aus dem Plastiktisch vor uns gewinnen könnte?.. Gegen 3 hat Oli uns angeboten in den Club um die Ecke zu gehen. Da könnten wir gegen Geld alles bekommen was wir wollten. Ein nettes Angebot, aber nö, wir brauchen nicht alles.
Oli
Tag 13:
Mit Kopfschmerzen aufgewacht. Der Jägermeister gestern Abend war wie üblich eine schlechte Idee. Mit Toilettieren und Rinderbrühe wieder aufgepäppelt. Unsere großen Taschen bei Oli gelassen und ab Daressalam City ansehen. Bootstickets nach Sansibar für heute Nachmittag gekauft und ein paar schöne Stunden am Coco Beach gelungert. Gegen 15 Uhr ab mit Sven Richtung Sansibar-Fähre. Julien vorher noch verabschiedet, denn der macht jetzt schon die Fliege. Auf der Fähre schnell die schlechtesten Plätze gesichert: Auf dem Dach bei Wind und Wetter. Wenn ich mich auf der Fähre so umsehe, fällt mir auf, dass erschreckend viele Kabelbinder zur Verbindung von Teilen verwendet wurden. Mich beschleicht der Verdacht, dass man die Fähre versenken könnte, indem man einen zentralen, tragenden Kabelbinder kappt. Neben mir reiert ein Typ die Reling runter. Wie witzig.
Angekommen in Stone Town, Dala nach Kendwa geentert, die Eier 2 h lang in der letzten Reihe angeschwitzt und in Kendwa angekommen. Klar hätten wir hierfür auch ein Taxi nehmen können wie alle anderen Touris. Aber dann hätten wir etwa 60$ gelassen, mit dem Dala nur 1$. So viel zum Thema Geld sparen. In Kendwa noch mit 3 Mann auf einem Motorrad gesessen und ab zum Beach. Hier mussten wir leider feststellen, dass die Buchung von Oli nie angekommen ist und unser Vermieter nicht mal in der Stadt ist. Zum Glück haben wir zufällig den Cousin vom Onkel von der Schwägerin des Zahnarztes vom Vermieter getroffen, der uns ein Zimmer gegeben hat für 40$ pro Nacht. Netter Typ. Danach Fisch geschmaust, Bieri gekauft und ab in die Heier.

Coco Beach in Daressalam

Auf der Fähre

Tag 14:
Heute war richtig hartes Lungern am Strand angesagt. Jüste ein paar harte Nüsse am Strand geknackt, Dosenbier geholt und dann selbst am Strand geknackt. Mit Sand eine Burg gebaut und dabei von Swahili sprechenden Menschen ausgelacht worden - Unterhalten können wir. Eine leergemachte Bierdose als Football missbraucht. Auch das haben die Menschen hier noch nicht gesehen. Nune erstmal Bieri Bieri holen. Dann erstmal eine Sandburg gebaut. Anschließend haben wir Bier geholt und diesmal den besten Preis ausgehandelt. Zum Nachmittag hin wieder eine Burg gebaut, diesmal aber eine richtige: "Fort Mzungu Stein". Hierbei handelt es sich um ein 2 Zimmer-Appartment, das wir versucht haben Rastafaris anzudrehen. Wohnen wollte hier keiner, aber ein Rasta namens James bot uns seine Hilfe an und so bauten wir zu dritt weiter. Ganz üblen Sonnenbrand heute geholt. Abends noch Dorade bei Luigi geschmaust.


Tag 15:
Heute früh Wecker gestellt um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Leider wurden wir davon nicht geweckt. Beim Aufstehen Schmerzen am Rücken durch Sonnenbrand bemerkt. Erstmal Fort Mzungu Stein besuchen, dieses wurde aber gerade von Hotelmitarbeitert platt gemacht :( Anschließend auf den Weg nach Stone Town gemacht. Dort 3h rumgehangen und einen Kellner "How much is the fish?" gefragt. Zwischendurch über Insider die neue Nummer von Brudi erhalten, aber der nimmt nicht ab :( Eine Katze gestreichelt und mit der Fähre zurück nach Daressalam. Hier erstmal in so einer indischen Bude Fußball geguckt. Deutschland ist heute rausgeflogen. Juckt mich irgendwie nicht. Es ist bereits 8 Uhr abends und wir nehmen ein Taxi zu Oli um unser Gepäck abzuholen und dann ab zum Airport. Der Airport hat leider bis 1 Uhr nachts geschlossen (echt jetzt), also erst einmal vor dem Gebäude sitzen und warten. Mein Rücken tut mir unheimlich weh. Nebenbei bekommen wir Wind davon, dass hier alle Taschen vor dem Betreten des Airports durchleuchtet werden und dass es verboten ist Klingen länger als 9 cm mitzunehmen. Wir müssen an unsere Macheten denken und überlegen ob wir wirklich versuchen sollten die durchzuschleusen. Klar, versuchen kostet ja (hoffentlich) nichts. Da das Flughafenpersonal um 1 Uhr nachts auch Schlaf benötigt, ist es kein Problem für uns unsere Schwerter durchzuschmuggeln. Ab durch den Check-In. Der Immigration Officer hat in meinem Passport auf der falschen Seite gestempelt. Außerdem fällt ihm auf, dass die beim Einreisen wohl verpennt haben meine Fingerabdrücke abzuspeichern, weswegen er mir zuerst die Ausreise verweigern wollte - diese Behörden sind eine Katastrophe.. Mittlerweile ist längst Tag 16.
Im Duty-Free-Bereich wie in Deutschland benommen. Auch hier schläft das Personal am Arbeitsplatz (und das scheinbar mit Absicht, denn die meisten haben sogar Kopfkissen dabei!). Wir investieren unsere letzten Schillings in Bier, reiten auf Nashörnern, Montieren Fenstergriffe ab und stapeln Salzstreuer auf Ketchupflaschen auf Bierdosen. Krachend stürzt unsere Konsruktion ein - zum Glück keine Mitarbeiter geweckt. Abflug gegen 4 nach Konstantinopel. Hier im Duty-Free mit teurem Parfum auf Passanten gesprüht, Turkish Delight in Massen verzehrt und alles was cremig ist auf meinen sonnenverbrannten Rücken geschmiert. Dabei locker 1200$ verrieben, der Sonnenbrand tut trotzdem weh. In den Flieger Richtung geliebtes Hannover gemacht, Ankunft gegen 8 am Abend.

Bestes Frühstück
 


Vorm Flughafen hängen


Gesamtkosten: 1600 € (Kili) + 580 € (Flug) + 180 € (Safari) + 350 € (dies das, Bagettes) = 2710 €