Dienstag, 9. Juli 2019

High noon tales

Wie verbringen Sie, meine sehr verehrten m/w/d's, ihre Mittagspause? Es ist ein Thema, welches uns alle beschäftigen sollte. Im kalten Halbjahr ist es oft die einzige Stunde, in der wir die Sonne zu, oder eher ins Gesicht kriegen. Und im Sommer kann man jene Zeit gut nutzen, wenn man nur möchte.
A2?! Bango!
Meine Mittagspausen verbrachte ich schon an vielen Orten. Sowohl auf dem platten Dörpe wie auch am Stadtrand mit den LKW's der A2 im Sichtfeld. Viele von Ihnen gehen garantiert in der Pause einkaufen oder zum Friseur, aber ich sage Ihnen: Da steckt noch mehr Potential drin.
Über dieses Thema begann ich heute in meiner Mittagspause zu philosophieren, weil ich so begeistert war von dem, was ich tat. Ich war mit meinem Rad unterweg uns verbrachte die knappe Zeit in der vielleicht schönsten Landschaftsform, die Deutschland zu bieten hat: Die Heide mit ihren sandigen Böden und niedrigen Gewächsen. Es ist nur eine lütsche Heide, aber eine wahrlich Schöne. Da ich da schon gute zehn Minuten hinradel und auch zurück muss, mache ich das nur selten, aber dafür immer gerne. Heute fand ich ein Schild, auf dem ein Rundweg ausgeschildert war. An den typischen Gewächsen und an einer Bude vorbei ging es durch einen Wald. Die Heide war durch einen Elektrozaun unzugänglich. Klingt erstmal nicht so geil, ist aber sicher besser so. Aber das Beste üebrhaupt daran war, dass ich dort keinem Menschen begegnet bin.

Steht 'n Grisley inner Heide

Aber es geht auch ganz anders: Jener Ort mit der Autobahn und den Lastkraftwagen: Es war so 2012, 2013 rum. Ich verbrachte meine Arbeitszeit an einem publikumsmagnetischen Ort und es war irgendwas Richtung Wochenende. Vor meinem Arbeitsplatz stand ein Bungee-Kran. Ich sah mir das Gerät in meiner Pause von nahem an und musste feststellen, dass 10 Euro ein unschlagbarer Preis für einen Sprung war. Und schon stand ich in der Schlange. Und ehe ich mich versah, blickte ich auf den Platz herab, starrte noch in die Ferne, sprang und schrie. Danach musste ich leider weiterarbeiten.

Sie sehen: Bei Ihnen ist noch Luft nach oben. Oder was haben Sie schon alles in der Mittagszeit gerissen? Jede gute Geschichte ist hier wilkommen.

Freitag, 17. Mai 2019

Leute. Ich bin Raus...


..Raus aus der Elternzeit.

2 Monate voller Spannung, Hass, Vernunft, Liebe, Fürsorglichkeit, Intrigen, Spaß und Windeln.

Was die letzten Wochen geschah:

Wir schreiben das Jahr 2019.
Daenerys Targaryen Segelt mit ihrer Armee und den 3 Drachen über das Meer nach Westeros.
Finn und Jake bestehen neue Abenteuer mit der 7 Staffel auf dem Comedy Central.
Walter White bleibt tot.
Wie es in Kattegat mit den Nordmännern weiter geht weiß ich noch nicht.

Nun zu mir.
Männlich
26 Jahre jung
Verlobt mit Kind
Beide schreihen

Klingt soweit alles ganz harmonisch richtig?
Ist es aber nicht.
Nicht Immer.

Als Professioneller Familienvater, Fotograf, Tischler und Künstler ist es nicht leicht alles unter einen Hut zu bekommen.
Dafür bekommt man vom Vaterstaat (mit der Genehmigung von Muttererde) die Möglichkeit, sich von allem loszureißen, was einen irgendwie bedrückt, beängstigt oder sogar festhält.
Nachdem man nun also im Monate langen Kampf mit den Behörden war, Berge an Papier bewältigt hatte und man sich fragt wie viele hundert verschiedene Bäume wohl in einem einzigen Blatt, von diesen vielen Papieren stecken.

(Wie viele Schweine passen wohl in 100g Hack? Diese Frage ist wahrscheinlich genauso unendlich wie die Komma stellen von PI.)

Also nochmal, Wir schreiben das 2019.
Vaterschaftsturlaub.
Wie zuvor schon erwähnt, lebe ich mehr leben als eine Handelsübliche Katze vom Jibi. 2 Monate Freiheit wurde versprochen.
Nix.
Gar nichts.
Arschlecken.
"Sobald man Kind hat ist das Leben vorbei" heißt es immer.
Und es stimmt.
Solange Frau und Kind zuhause sind, man selber malocht, ist alles eigentlich ganz easy.
Mann kommt von der Arbeit, Frau bringt Kind bei das sie sich zu freuen hat, und Kind Freut sich auch. Alle strahlen dich an.
Ist schön, sage ich euch.
Nun ist Mann selber zuhause und Frau malocht.
Kind schreit.
Hunger.
Kind schreit.
Volle Windel.
Kind schreit.
Schlafen.
Jeden Tag.
Frau auf der Arbeit.
Keine Zeit zum Tischlern.
Keine Zeit die Welt zu erforschen.
Keine Zeit zum Fotografieren (außer aus dem Fenster.)

Ich bin in den 2 Monaten 3 mal raus zum fotografieren gekommen. Vorher war ich fast immer sobald ich Zeit hatte zum Morgengrauen in der Natur.
Ich nahm mir vor 3 Möbelstücke in der Garage zu bauen. Stattdessen Schuf ich nur einen Baseballschläger der nach dem ersten richtigen Schlag brach. Einen kleinen Handhobel, der zwar schick aussieht aber mit einem 26mm Eisen so ziemlich unbrauchbar ist. Und ein halb fertiges Regal bestehend aus einer Europalette.
Wozu man sagen sollte das ich die Zeit eigentlich nur nachts hatte.
Und dementsprechend auch nur Handwerkszeug nutzen konnte.
Treibt die skills voran. Aber ist Zeittechnisch ziemlich unproduktiv.
Bin jetzt hobeln lvl.7 und sägen noch bei lvl.6.
Morgens bin ich unausgeschlafen.
Kaffee hält mich auf Trab. Die kleine beschäftigen. Ist schön wie sie sich freuen kann, alles auf der Welt ist eben neu für sie.
Immerhin haben wir die Steuererklärungen geschafft.
Ach und über Ostern habe ich Freunde gesehen.
Alles in allem war es eine Zeit, die man rumbekommen hat.
Außerdem habe ich gerade einen relativ langen, Zusammenhangslosen Text auf die reihe bekommen. Da war der Künstlerische Teil.

Ich scrolle jetzt nicht hoch um mir alles nochmal durchzulesen und evtl zu korrigieren. Der Text kommt wie er geschrieben wurde.
Liebe Grüße aus dem Vaterseinland
Euer Lieblings Papa p.H.
der Wert bleibt normal bei 5.5

Donnerstag, 9. Mai 2019

Die Zaunhänger infiltrieren

Es gibt doch nichts schöneres auf der Welt, als Verwirrung zu stiften. Klare Sache, Kollegen. Und nun habe ich mir ein ehrgeiziges Projekt herausgesucht, welches ich in die Tat umsetzen möchte.
Tatort: Google Bilder, Suchbegriff: Zaunhänger

Doch was ist überhaupt ein sogenannter Zaunhänger?
Deko. Ein Teil, das über einem Zaun hängt. Oder guckt. Auch Zaungucker genannt. Sieht aus wie ein Schaf oder Pferd oder dieses Monster von Notre Dame an den Regenrinnen oder was.
Selbstverständlich sagt Blockmister Axel V "Nee, lass mal" zu Dekoration, beziehungsweise im Grunde nur zu der absoluten Ressourcenverschwendung und Geldmacherei mit Müll und ist daher unzufrieden mit der Google Bildersuche. Denn der Bursche nennt sich im Netz selbst so, allerdings abgeleitet von der Redewedung "Da will man nicht tot übern Zaun hängen.", da ich da wohne, wo man das nicht will. Trozdem schlimm genug.

Deswegen ist es zielführend, möglichst viel Trash ins Netz zu kicken, welches unter diesem Suchbegriff auftauchen wird. Das kann einiges an Arbeit in Anspruch nehmen, wenngleich ich damit rechne, dass man zeitig Erfolge sehen wird. Scheiß Instagram macht da schon die ersten Schritte und man findet weiter unten schon ab und an untypische Bilder. Versuchen werde ich es und ich fange mit diesem Beitrag auch offiziell an. In den Meta Tags gebe ich den Begriff auch überall ein, keine Ahnung, ob das was hilft.

Die Amazonkunden, die Zaunhänger kaufen möchten, werden mit Comic Sans verunsichert

Und das ist der erste Schritt, die Dekoindustrie zum wanken zu bringen, die Schrott aus China importiert, den kein Mensch braucht. Nanu Nana kann dicht machen, ich sage es euch.

Samstag, 20. April 2019

Die 10 goldenen Regeln für eine Europareise

Einmal von Deutschland über Österreich, Griechenland, Italien, Frankreich, Irland, Großbritannien und wieder zurück nach Deutschland. Auf meiner dreiwöchigen Europareise, die ich zwar instagramreif mit Rucksack und Interrail Pass unternommen, jedoch eher weniger auf Social Media Plattformen begleitet habe, habe ich einiges erlebt. Manches davon kann ich empfehlen, von anderen Dingen rate ich dringend ab. Damit Sie für Ihre anstehende Reise gut vorbereitet sind, habe ich eine Liste der 10 wichtigsten Regeln für Sie erstellt.


Regel Nummer 1:

Es ist keine richtige Reise, wenn Sie nicht mindestens ein Mal dachten, dass Sie Ihr Handy oder Portemonnaie verloren haben.

Die erste und auch wichtigste Regel. Wirkliches Urlaubsfeeling erleben Sie erst dann, wenn Sie in Panik geraten und völlig aufgeschmissen sind – diesen Nervenkitzel brauchen vor allem die Abenteurer unter uns. Smartphone und Portemonnaie sind neben den Zug- und/oder Flugtickets auf einer Reise die wichtigsten Dinge. Die Befürchtung, eines davon oder womöglich sogar beides verloren zu haben, lässt den Adrenalinspiegel innerhalb von Sekunden in die Höhe schnellen. Suchen Sie alles ab, schütten Sie sämtliche Taschen aus und stellen Sie sich möglichst bildlich vor, wie Sie ohne Geld, ohne Kontakte und ohne Plan durch die Straßen des fremden Landes irren. Lassen Sie auch andere Reisende an ihrem Erlebnis teilhaben, indem Sie auch deren Betten durchsuchen und sie fragen, ob sie den gesuchten Gegenstand vielleicht gesehen haben. Auf diese Weise lernen Sie auch schnell neue Leute kennen. Im Idealfall befindet sich Handy oder Portemonnaie dann doch in der hinteren Hosentasche oder im Koffer. Das Gefühl der Erleichterung wird Ihnen den ganzen Tag versüßen.

Pro Tipp: Am besten fangen Sie genau dann an in Ihren Taschen nach Handy oder Portemonnaie zu suchen, wenn Sie jemand nach einem Feuerzeug fragt. Ignorieren Sie diese Frage und suchen Sie einfach weiter. Der Fragende wird dann mit seiner Zigarette bei Ihnen stehen bleiben und das Schauspiel erwartungsvoll beobachten.


Regel Nummer 2:

Wer Sefies macht, macht gern auch Fotos von Ihnen.
Es ist einer der (für mich persönlich wenigen) Nachteile des alleine Reisens: Man kriegt kaum vernünftige Urlaubsfotos hin. Also steht man meist allein vor diversen Sehenswürdigkeiten und macht Selfies. Auch, wenn ich das alleine Reisen absolut großartig finde, waren das die Momente, in denen ich mich etwas schämte so ganz allein unterwegs zu sein. Aber es war mir immer noch lieber, als mich Menschen im Familien- oder Pärchenurlaub aufzudrängen und zu fragen, ob jemand ein Bild von mir machen könne. Das geht anderen Reisenden aber genau so! Am besten ist es also, sich gegenseitig zu helfen. Sehen Sie jemanden, der verzweifelt nach dem perfekten Winkel fürs Selfie sucht und krampfhaft versucht, das Kolosseum/den Eifelturm/den Big Ben auch noch auf das Bild zu bekommen, dann bieten Sie Ihre Hilfe an. Fragen Sie, ob Sie ein Bild machen sollen und schlagen sie ein Tauschgeschäft vor: Ich mache ein Bild von Ihnen, wenn Sie auch eins von mir machen.

Pro Tipp: Wenn Sie nicht zu bedürftig wirken wollen, können Sie auch nur anbieten, ein Foto zu machen. in 90% der Fälle wird die fotografierte Person merken, dass auch Sie allein sind und von selbst anbieten, auch Sie zu fotografieren. Dann können Sie ihm oder ihr mit einem "Naja, also wenn Sie schon so fragen. Warum eigentlich nicht" ganz lässig das Smatphone in die Hand drücken.


Regel Nummer 3: Nur für weibliche Reisende

Buchen Sie in Hostels Zimmer für Frauen.

Hostels sind eine gute Möglichkeit günstig zu reisen und Kontakte zu knüpfen. Viele Hostels bieten sowohl gemischte als auch ausschließlich auf Frauen ausgelegte Mehrbettzimmer an. In letzteren wird meist weitaus weniger geschnarcht, es riecht besser und es ist ruhiger. Außerdem laufen Sie nicht Gefahr, die Unterhose eines männlichen Gastes waschen zu müssen, weil diese im Gemeinschaftsbad genau an der Stelle auf der Heizung lag, an der ihr Duschgel umgekippt und ausgelaufen ist.


Regel Nummer 4:

Streicheln Sie keine streunenden Tiere.

Egal wie niedlich und zutraulich Katzen, Hunde, Tauben oder Ratten zu sein scheinen – streicheln Sie sie nicht. Selbst dann nicht, wenn eine Katze direkt auf der Akropolis rumläuft. Die könnte nämlich kratzen. Auch, wenn Sie sich wahrscheinlich weder einen Katzenpilz, noch Tollwut einfangen werden, werden Sie den ganzen Urlaub lang Angst davor haben. Verzichten Sie also lieber darauf.

Ausnahme: Regel Nummer 1 war Ihnen noch nicht Nervenkitzel genug.

Besser nicht streicheln: 
zutraulich aussehender Löwe in Neapel

Regel Nummer 5:

Verlassen Sie sich in Touristengebieten niemals auf Aussagen der Kellner, die vor den Restaurants stehen.

Um Enttäuschungen und Herzschmerz zu vermeiden, sollten Sie in Touristengebieten wie Athen nicht darauf vertrauen, dass der Kellner Sie "wiedererkennen und auf Sie warten" wird. Auch, wenn er es sehr überzeugend sagt und Sie denken, dass er anders ist als die anderen. Glauben Sie mir, er ist zu allen so. Wenn Sie zurückkommen und er Sie erneut auf dieselbe Art anspricht, werden Sie nur enttäuscht sein und viel zu viel Geld für mittelmäßig gutes Essen ausgeben. Sie sind mehr wert, als das.


Regel Nummer 6:

Zebrastreifen bedeuten in anderen Ländern einen Scheiß. Und das vor allem in Italien. Besonders in Neapel fahren die Menschen wie die Irren, Sie brauchen dort nur in irgendeinem x-beliebigen Moment eine Sprachnahricht bei WhatsApp aufzunehmen – es wird immer ein Hupkonzert auf der Aufnahme zu hören sein. Aber auch in vielen anderen europäischen Ländern sind Zebrastreifen höchstens mit einem Fußgängerüberweg in Deutschland zu vergleichen. Manchmal werden auch Ampeln ignoriert. Um im Ausland nicht unter die Räder zu geraten, ist also maximale Vorsicht geboten.

Pro Tipp: Halten Sie sich an Einheimische. Wenn diese vor der Straße anhalten, sollten Sie das besser auch tun. Sollten sie direkt lossprinten, dann rennen sie einfach hinterher. Im Zweifel bleiben sie einfach so lange an der Ampel stehen, bis ein Einhemischer die Straße überquert.


Regel Nummer 7: Wenn Sie durch Frankreich reisen

Lernen Sie französisch.
Es könnte sein, dass die Security Sie abfängt, weil sie mit einem zu großen Rucksack in den Supermarkt gehen wollen. Es könnte auch sein, dass sie an der Kasse erklären wollen, dass der Lippenstift eigentlich ja reduziert ist, ihnen der Rabatt aber nicht abgezogen wurde. Und es könnte auch passieren, dass der Alarm los geht, wenn Sie den Supermarkt verlassen und die Security Ihnen diverse Fragen stellt, bevor Sie Ihnen zeigen müssen, dass sie wirklich nur die 5 Schokocroissants und den Lippenstift in der Tasche haben. In solchen Momenten werden Sie sich wünschen, mehr als nur "Je ne parle pas francais" sagen zu können. Denn während in den meisten europäischen Ländern auch englisch gesprochen wird, verstehen die Menschen in Frankreich fast nur französisch. Auch, wenn französisch sich nach Meinung von Namika "irgendwie nice" anhört, wenn man´s nicht versteht, sollen Sie zumindest die wichtigsten Sätze auf französisch kennen.

Hinweis: "Bounjour", "Baguette", "Oh la la" und "Camembert" sind keine ausreichenden Vokabeln für einen Aufenthalt in Frankreich.


Regel Nummer 8:

Veruschen Sie auf der Busfahhrt vom Bari nach Neapel lieber nipcht,,, Urlaubslipps aufzuschreiben, weil die Kllllapptische echt klein und die Sraßen ziemlich hholpprig sind.
Schreiben Sie lieber im Abteil der ersten Klasse im Zug von Dublin nach Belfast.


Regel Nummer 9:

Nehmen Sie das gute Deo mit.
Und nicht das, was Sie zufällig eh noch rumstehen hatten, aber wegen seiner geringen Wirksamkeit eigentlich nie benutzen. Nehmen Sie es auch nicht mit um es "unterwegs leer zu machen" bzw. Nur, wenn Sie noch ein effektiveres Deodorant dabei haben. Zwar sichert ein schwaches Deo nach zwei Tagen ohne Dusche (und glauben Sie mir, solche Zeiten wird es geben) ein eigenes Abteil im Zug, ist jedoch für die anderen Fahrgäste nicht sehr angenehm.


Regel Nummer 10:

Nur weil man das in Deutschland so macht, muss es woanders nicht auch so sein.
Diesen Tipp gab mir ein Italiener in Rom und ich finde, dass dies einer der wertvollsten Hinweise ist, die ich auf meiner Reise bekommen habe (Mindestens genau so hilfreich war der Hinweis am Hafen in Schottland. Ich fragte "Where does the bus stop?" und bekam als Antwort "At the bus stop") und obwohl er sich auf den Ticketkauf in Bussen bezog und mich somit zum Schwarzfahren animierte – was ich selbstverständlich niemals empfehlen würde – fasst er viele wichtige Regeln zu einer zusammen. Andere Länder, andere Sitten, wie es so schön heißt. Und solange Sie sich auf die Kultur anderer Länder einlassen und zumindest versuchen sich ein wenig anzupassen, wird Ihnen in der Regel immer jemand aus dem jeweiligen Land helfen, weil er ihre peinlichen Bemühungen nicht mehr erträgt.




Beispiele gelungener Konversationen in fremden Ländern


Beim Frühstück in einem Hostel in Griechenland

Anderer Gast: "Can I sit here?"
Ich: "yes, I always like to have some people"


An einer Kasse in Frankreich

"Est-ce que tu parle l´anglais?" (Sprichst du englisch?)
"Non" (Nein)
"...."
"...."


An einem Hafen in Italien

Ich: "Buon Giorno" (Guten Tag auf italienisch)
Hafenmitarbeiter: "Bonjour" (Guten Tag auf französisch)


An einem Bahnhof in Italien

Mann: Irgendwas auf italienisch
Ich: "......What?"

Weitere Hinweise für Smalltalk in Italien:
Sagen Sie lieber nicht "Gracias", das ist nämlich spanisch.
Sagen Sie auch nicht "Oui", das ist nämlich französisch.

Dienstag, 26. März 2019

Wie ich das Pirandello-Manöver fuhr. Zwei Mal!

Die Fortschrittarier in unserer Gesellschaft werden immer hektischer. Niemand hat mehr Zeit und keiner ruht sich mehr aus. Man will nach einem 10-Stunden-Tag nach Hause oder schnell zur Baustelle, weil die Schicht schon vor 3 Minuten angefangen hat. Vielleicht rasen sie auch einfach nur gerne. Deswegen gibt es heute einen Pro-Tipp für alle, die es immer eilig haben und auch die kürzeste Sekunde nicht vergeuden wollen. Es geht um PS und Geschwindigkeit, so viel sei gesagt. Wir befinden uns in Niedersachse Einöde, denn hier wurde das unmögliche geschafft. Mitten in Leese (das ist da, wo der Atommüll lagert) führte ich das sagenumwobene und dort einzigartige Pirandello-Manöver mit meinem Golf 3, aka der Waldschrat aus. Und das sogar zwei Mal. Dazu gehört wirklich eine Menge Glück, denn es kommt nur sehr selten zu so einer Gelegenheit. Doch nun ersteinmal dazu, was das eigentlich ist:

Bei diesem einzigartigen Trick wird mit einem PKW die Fußgängerampel in Lesse-"Mitte" umgangen, welche nur auf Knopfdruck reagiert. Aktiviert jemand das Lichtsignal, wird die Straße in Höhe des Parkplatzes vor dem Eiscafé für eine kurze Zeit unbefahrbar. Um hier keinen spürbaren Zeitverlust hinnehmen zu müssen, wird die Fahrt über diesen besagten Parkplatz fortgesetzt. Blinker setzen und rum ist hier die Devise. Und die Zeitplanung ist hier alles. Ist man zu weit von der Ampel entfernt, lohnt sich das Manöver unter Umständen nicht mehr, bzw. verlängert sich die Fahrtdauer, weil man die Autos von der Ampel erst wieder durchlassen muss. Ist man zu nah dran, kann es sein, dass man an der Zufahrt zu den Parkflächen schon vorbei ist.

Abgeleitet ist das Manöver im Übrigen von der Pirandello-Schleife, welche vom Bus der Linie 60 vollzogen wird. Aus Norden kommend dreht er hier seine Richtung. Ich konnte konnt selbst beobachten, wie der Bus bei roter Ampel vorbe auf den Parkplatz fuhr, was er im Regelfall sonst nicht tut.

Den genauen Ablauf des Manövers Sie hier der auf Karte:

Das Pirandello-Manöver: Rot - Die Ampel, Grün - Der Waldschrat

100 % Erfolg ist dann erreicht, wenn man die Rote Ampel hinter der nächsten Kurve nicht mehr im Rückspiegel sehen kann.
Im Prinzip kann man diese Route auch aus Norden aus kommend nehmen, allerdings ist dies sogar noch gefährlicher, da man hier die Gegenspur kreuzt. Aber probieren Sie es doch selbst einmal aus. Es ist der Wahnsinn. Autobahnschilder lügen nicht.



Montag, 18. März 2019

Über den Dächern der Stadt #3 (mit Gewinnspiel)

Obwohl wir nie danach gefragt haben, wurden uns diese anonymen Bilder zugespielt. Nach einem Qualitätscheck haben wir das Blockmist-Siegel gegeben und präsentieren hier: Über den Dächern der Stadt #3 (mit Gewinnspiel unten):


Der Ausblick von einem alten Gebäude

Ein Gebäude, dass ein anderes ist

nochmal dasselbe

Hallo Kranführer

Glaube dieses Gebäude gibt's nicht mehr

Dieses aber gewiss

Ich kann mein Haus sehen

Der erste der es schafft mir die Orte, von denen diese Fotos gemacht wurde, auf einer Karte zu zeigen, gewinnt ein Weißwurstessen mit mir! (Hinweise: es handelt sich stets um die gleiche Stadt und es werden 6 Orte gesucht; der Kommentar unter dem Post, der am Meisten Hate abliefert, wird beim nächsten Mal präsentiert; der Rechtsweg ist ausgeschlossen)
Und falls nicht: Keine Bange, es folgt Teil 4 mit einer neuen Chance..

Donnerstag, 7. Februar 2019

Der Block räumt auf

Zeit für ein ernstes Thema.

Der Plastikmüll ist in jeder Munde (wortwörtlich). Keiner will ihn, aber richtig etwas unternehmen will oder schafft auch keiner. Und teuer ist das auch noch. Ich muss das wissen, schließlich habe ich letztes Jahr versucht ein paar Wochen möglichst wenig Müll zu produzieren. Warum nie etwas von dieser Aktion zu hören gewesen ist? Weil es nicht besonders erfolgreich war.
Immerhin schippern jetzt Schiffe aufs Meer hinaus um etwas von dem Zeug aufzusammeln. Zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber zumindest ein Anfang.

Aber mit kleinen Schritten fängt es an und ich finde Blockmist sollte auch seinen Teil zur Lösung beitragen. Und wir können den Hebel da ansetzen, wo es (glaube ich) noch keiner tut. In einer nahezu alltäglichen Situation, die jeder von uns kennt: Der Gang zum Dönermann.

Das ganze funktioniert in drei Schritten:

1.
Ihr gebt wie gewohnt eure Bestellung ab. Sollten vor euch noch Leute an der Reihe sein, dann dürft ihr gerne einen Moment warten. Vordrängeln ist hier aber begrüßenswert, da ruhig alle mitbekommen dürfen, was ihr vorbildliches vorhabt.

2.
Ihr lasst den Dönerfachmann seine Arbeit machen, lasst euch nicht von der Seite anquatschen und macht euch bereit für den wichtigen Schritt 3.

3.
Jetzt müsst ihr gut aufpassen, denn das richtige Timing ist das A und O. Sobald der Dönerfachverkäufer dein Essen in eine Tüte packen will, musst du mit folgendem beherztem Spruch eingreifen:

"Geht auch ohne Tüte"

Und schon habt ihr eine gute Tat vollbracht. Sprecht es ruhig ein paar mal laut aus, damit im entscheidenden Moment nicht nur Kauderwelsch rauskommt. Glaubt mir, mit der nötigen Routine fällt es leichter.

Ihr seid bereits fortgeschritten und möchtet lieber einen flotteren Spruch raushauen? Kein Problem, hier sind ein paar Alternativen:

"Pack mir das in eine Dönertasche ein",

"Ich (b)rauche andere Tüten"

Oder auch beliebt:

"erstick selber an deinem Müll".

Fallen euch noch weitere ein? Immer in die Kommentare damit ;)

Freitag, 11. Januar 2019

Die Deckmäntel der 111 059

Dies ist die Geschichte einer Lok. 
Hannover 2018. Ich warte auf meinen Zug am Hauptbahnhof. Gammel auf dem Bahnsteig rum, wie ich es häufiger mache. Ich warte auf den RE Richtung Nordsee über Nienburg. Doch kurz bevor es nach Hause geht, nähert sich von Rechts ein Zug der Netzinstandhaltung, ganz in Gelb, wie es sich gehört. Gezogen wurde das ganze von einer Lok der Baureihe 111. Gibt es nicht mehr so häufig, dachte ich mir. Ich mag Züge und ich mag Zahlen, weswegen ich die Nummer der Bahn vor lauter warten in mein Handy tippte, um zu schauen, ob es von ihr weitere Bilder oder Infos gibt. Eins eins eins null fünf neun. Ich staunte nicht schlecht, was alles über diese einzelne Lok herauszukriegen war.

Grundlegendes

Die Baureihe 111 wurde zwischen 1974 und 1984 in sechs Serien und insgesamt 227 mal hergestellt. Unsere Lok gehört zur ersten Serie 111 001-070. Produziert wurde sie 1976 bei der Firma Henschel in Kassel. Die Abnahme erfolgte am 27.04.1976. Ein altes Eisen. Die Fabriknummer lautet 31905.

Ärger mit den Stromabnehmern

Die ersten 111er-Serien hatten gelegentlich die Stromabnehmer tauschen müssen. Die schnellzugschleppende Baureihe 103 brauchte die verbauten Einholmstromabnehmer, die für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt waren, und die langsameren Loks unserer Reihe bekamen dafür ältere Scherenstromabnehmer. Auf dem folgenden Bild sehen wir die 059 mit beiden Varianten zeitgleich, die gerade auch beide wunderschön am Draht hängen. Rechts langsam, links schnell. Außerdem sieht man sie hier in der original Farbgebung ozeanblau-beige.

Zwei verschiedene Stromabnehmer an der 111 059

Der Tapetenwechsel...

Später bekam die Lok ein uns bekannteres Äußeres. Die verkehrsrote/lichtgraue Lackierung wurde 1996 eingeführt. Auf dem Bild ist die 111 059 im Personenverkehr mit Doppelstockwägen eingesetzt. Außerdem wurde ein Zugzielanzeiger im Fenster verbaut.

Der Kassler unterwegs mit Dostos

... und der Jobwechsel

Raus aus dem Personenverkehr, rein in die Welt der Technik. Nach meinen Recherchen her, fährt die 059 so seit dem 01.03.2014 durch das Land. Und ungefähr so bekam ich dieses Gefährt vor Augen. Gelb mit gelben Wagen der Netzinstandhaltung.

Die 111er in der Netzinstandhaltung
Doch wo versteckt sich die Bahn, die in ganz Deutschland unterwegs ist? Anscheinend in Minden. Minden ist ein wichtiger Standort für die DB Systemtechnik. Hier ist sogar ein Triebkopf des ICE V, dem Ur-ICE ausgestellt. Hier rollt die 111 059 in Minden ein.

Desweiteren fand ich die 059 auch im Train Simulator...




... und sogar als echtes Modell. Biste verrückt.
 

Ich hoffe, ich konnte Sie etwas dafür begeistern mal die Augen nach diesem oder anderen Schienenfahrzeugen offen zu halten. Für mich ist es immer wieder spannend, was bei uns über die Gleise rollt.

P. S. Ich habe alle Bilder aus dem Internet geklaut