Dienstag, 29. November 2016

Das Queen-Experiment

Ich hab da mal einen Test mit der Jodel-App gemacht, einer App, in der man kleine Texte (Jodel) schreiben kann, die nur im nahen Umfeld und ohne Namen des Schreibers (Jodlers) gesehen werden können. Die Jodel können bewertet werden, bei -5 verschwinden sie. Die Original-Poster werden in den Kommentaren der Jodel mit OJ (Originaljodler) angezeigt.
Ok, und auf dem Windows Phone heißt die inofizielle App "Wodel", aber das spielt ja keine Rolle.

Ich war also in mehreren Städten, Orten und Dörfern unterwegs und bat die Leute

Bitte ergänzen Sie "Is this the real Life...

und die Leute ergänzten. Mal gut, mal weniger gut, manchmal mit zwei Sätzen, manchmal mit dreißig, manchmal mit zehn Upvotes, manchmal flog das Ding mit minus fünf raus.

Hier nun die interessantesten Ergebnisse verschiedener Regionen:

Hannover

Votes: 6, Kommentare: 9
  • Moms spaghetti (kam mehrmals gelesen, keine Ahnung warum)
  • Or just fanta sea (Klassiker, kam auch oft und gerne vor)
  • Caught in a landslide
  • No escape from realtiy
  • Open your eyes
  • Look up to the skies
  • And seeeeee (sehr schönes Detail)
  • i'm just a poor boy
  • I need no symphathy
Hannover gilt hier mal als Musterbeispiel, da hier eine hohe Textsicherheit vorliegt und der Jodel mit sechs Upvotes auch ganz gut da steht. Natürlich ist hier noch viel Platz nach oben.
Nienburg kam fehlerfrei bis "I need no sympathy", allerdings verabschiedete sich der Jodel hier mit -5.

Diepenau

Votes: -5 (raus), Kommentare: 1
  • Or is this just fantasy 
Diepenau, das ging ja wohl mal gar nicht. Hier sehen Sie ganz klar ein Negativbeispiel.

Bielefeld

Votes: 2, Kommentare: 4
  • , is this just fantasy (hier wurde auf das Komma geachtet, gut)
  • Where are you now?
  • caught in a landslide
  • No escape from reality
 Auch hier nur ein mäßiges Ergebnis.

Erkelenz

Votes: -5 (raus), Kommentare: 2
  • Is this just fantasy
  • Warum ist mein Lörres 24/7 steif?
Die Erkelenzer haben anscheinend gar keine Lust sich mit so einem Scheiß abzugeben.


In einer Stadt scheinen sich die Jodler überhaupt nicht abzusprechen und das ist

Duisburg

Votes: 4, Kommentare: 7
  • Is this just phantasy?
  • Is this just fantasy? Chaught in a landslide, No escape frome reality
  • Is this just fantasy
  • Mama Mia
  • Open your eyes. Look up to the sky an See: I'm just a poor Boy, i need no syphathy
  • Easy come, easy go
  • Will you let me go

Porta Westfalica

Votes: -4, Kommentare: 8
  • Is this just fantasy?
  • Do my thoughts create life?
  • Mom's Spaghetti
  • JOHN CENA
  • Vielleicht ist es gar nicht Manuel Neuer (erschreckter Emoji)
  • Is this just Fanta Sea? (Coctail-Emoji)
  • Bruh
  • .. or are we dancer?
In Porta scheint man keine Ahnung von Queen zu haben, das ist natürlich sehr schade.


Ähnlich schlimm war es in

Stolzenau

Votes: 3, Kommentare 6
  • Or is this hogwarts?
  • Is this just fantasy Chaught in a landside, no escape from reality
  • Open your exes Look up to the skies (hier mal richtig geschrieben) and see
  • Oh, nein ist es nicht. Ich bin Franzose. Ich kann kein Englisch.
  • (OJ) Ne pas possible
  • Nimm die blaue Pille, die Blaue !!!!!!

Wer allerdings den Vogel abgeschossen hat ist niemand geringeres und ich denke niemand hatte diese Stadt auf dem Schirm:

Wuppertal 

Votes: 11, Kommentare: 32
  • Is this just fantasy?
  • Queen ist gemeint du otto (bezog sich auf einen gelöschten Kommentar)
  • Caught in a landslide
  • No escape from reality
  • No escape from reality
  • Open your eyes Look up to the skys And see
  • Open your eyes
  • I'm just a poor boy
  • I'm just a poor boy I need no symphaty
  • I need no sympathie
  • Easy come
  • Easy go
  • Little high, little low
  • Anywhere the wind blows Doesn't realy matter
  • To meeeeeee (sehr schön)
  • To mee
  • MAMA
  • Just killed a man
  • Put a gun against his head
  • Pulled my trigger
  • Now he's dead
  • Nein, hier ist Patrick!
  • Mama, I've got to go
  • MAMA
  • Oooooohh
  • But now i've gone and thrown it all away
  • Mama uhuhuuuuu Didn't want to make you cry
  • If im not back again this time tomorrow
  • Carry on carry on
  • Cause nothing really matters
  • (lobender OJ-Beitrag)
  • Too late, my time has come
Nach aktuellem Stand ist Wuppertal somit die Queen-Hauptstadt in Nord- und Mitteldeutschland. Das war eine reife Leistung, Schwebebahnstadt!

Dieses Ergebnis ist natürlich nur begrenzt repräsentativ, da die Jodel zu verschiedensten Uhrzeiten und Tagen gejodelt worden sind. In Buxtehude knallte mir das Ding mit -5 und vier Kommentaren an einem Wochenende um die Ohren (Samstagabend oder Sonntagmorgen, wer weiß das schon?), das hätte Dienstags vielleicht ganz anders ausgesehen. In Neuss habe ich leider vergessen die Frage zu stellen, ich war damit beschäftigt zu schreiben "Let's. Make. Some. NEEEEEUS! Gruß von der Autobahn".

Mittwoch, 16. November 2016

Momente einer Ente 
-Aus dem Leben einer Ente-


S01E01



"Künstlicher Teich, kleine Insel, winzige Hütte"

"Und wieder einmal zeigt sich das Roger ein riesiges Arschloch ist." Sagte ich, nachdem er mich wieder aus dem Teich jagte.
Roger.
Eine Warzenente, mindestens 7 kg schwer, ausgesprochen markanter Höcker auf der Nase und das leittier des ententeichs.
"Hey langer! Ich habe dir schonmal gesagt das ich dich hier nicht mehr sehen möchte!" Brüllte Roger wärend er mich wieder aus "seinem" Teich jagte.

Ich, eine rehbraun-weiß-gescheckte "Anas platyrhynchos" oder auch "Laufente" genannt, wesentlich schmächtiger als Roger und noch nie in den Süden geflogen, da ich im Garten neben dem Ententeich lebe.
Seit 2 Jahren lebe ich nun hier.
Ich verbringe den größten Teil meiner Zeit damit, den Garten der Familie Müller,
Von Schnecken freizuhalten.
...

Dienstag, 1. November 2016

Wie man richtig (hart) lungert - Der Blockmist-Ratgeber

Lungern, auch hängen oder gammeln genannt, nur um ein paar wenige Beispiele zu nennen, ist die vielleicht schönste und kostengünstigste Möglichkeit sein Leben zu genießen.
Viele Menschen stellen sich das als sehr einfach vor, vergessen dabei aber oft, dass das lungern viel mehr ist, als sich hinzusetzen und nichts zu tun. Im Gegenteil: Lungern muss gelernt sein!

Viele Faktoren bestimmen den Grad des Lungerns (wobei nur ein hundertprozentiges Lungern auch gemeinhin als Lungern bezeichnet werden darf, alles andere ist einfach sinnloses Nichtstun. Echtes Lungern wird übrigens im allgemeinen als sinnig befunden.) und müssen mit bedacht gewählt werden. Wir haben im Folgenden einmal die vier Grundsäulen des Lungerns für Sie aufgeführt:

1) Die geeignete Location

Richtig hart Lungern lässt es sich privat in der eigenen Bude oder in der Bude eines Kumpels, in der Sie sich im besten Fall schon wie zu Hause fühlen. Denn nur in einer heimischen Atmosphäre kann man richtig entspannen. Natürlich kann auch draußen in der Öffentlichkeit kann gehangen werden, wichtig ist es nur, dass es Ihnen völlig egal ist, dass ungebetene Gäste das lungern beobachten und sich ihren Teil denken könnten. Einen richtigen Lungerer wie Sie sollte das aber grundsätzlich nicht stören. Besonders unauffällig lässt es sich ansonsten in einer Sauna hängen. Hier haben Sie den Pluspunkt (gilt u. U. auch für den Privatbereich, bitte vorher abklären) dabei nackt sein zu dürfen.
Wichtig: Vermeiden Sie unentspannte Orte, wie beispielsweise Hauptbahnhöfe, Krankenhäuser, den Nahen Osten oder Prypjat. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.  
Gelungert wird, wo sie sich wohlfühlen.

2) Die Uhrzeit

Grundsätzlich kann 24/7 hart gegammelt werden, tatsächlich fanden Wissenschaftler, die neben ihrem Job auch mal hart hängen, heraus, dass es sich Sonntag morgens nach einer durchgemachten Nacht richtig ausgedehnt lungern lässt. Dies kann sich bis in den späten Nachmittag/frühen Abend hinziehen, da man sonntags ja auch sowieso nichts anderes machen kann.
Jedoch sollten Sie auch mal ein Auge auf die Tage in der Woche werfen, hängen am Montag, gammeln am Donnerstag, alles ist möglich. Auch hier kann sich mal ein Bier aufgemacht oder Drogen (mit entsprechendem Entspannungsfaktor) konsumiert werden, denn:
Das Wochenende findet in den Köpfen statt, nicht auf dem Kalender.

3) Die (Anzahl der) Leute

Alle Anwesenden sollten möglichst in der gleichen Gammelstimmung sein. Wird zum Beispiel auf einem Samstag Abend hart gehangen und in Ihrer Gruppe ist einer dabei, der unnachgiebigen Tatendrang hat und alle versucht zu überreden noch was Geiles zu starten und rumnölt wie scheiße das doch schon wieder ist, wieder nur (!) rumzuhängen, dann kann das die gesamte Gruppendynamik kaputt machen. Ein sinniges Lungern ist so nicht realisierbar. Sollte der Störenfried keine Ruhe geben, so müssen Sie sich leider gezwungen sehen ihn aus der Runde zu entfernen. Es ist unschön Opfer zu bringen, aber denken Sie doch auch mal an sich selbst und Ihre Mitlungerer.
Eine zu große Gruppe ist grundsätzlich nicht förderlich, hier gilt wie so oft: 
Qualität vor Quantität, 3-5 Leute sollten es grob sein.

4) Deep Thoughts vermeiden

Der Knackpunkt: Beim Lungern muss stehts darauf geachtet werden, dass Sie alle üblen Gedanken verdrängen. Soll heißen, Arbeit, Geldsorgen, heiße Gurls, die Sie niemals kriegen werden, Kriege und Zahnarzttermine sind in dieser Zeit nicht weiter zu beachten. Auch Donald Trump sollte Sie jetzt nicht ärgern, selbst wenn Sie Amerikaner sind. Andernfalls kann ein Lungern keineswegs stattfinden. Zugegeben, das ist sehr knifflig und viele scheitern hier, was nicht selten mit Tränen endet. Vermeiden Sie weitestgehend Kontakt mit der Außenwelt, es gibt nur noch Sie und das Hängen.
Schließen Sie die Tür ab und sagen Sie niemandem wo Sie sind. Sprechen Sie nicht mit außenstehenden Panikmachern, wie Ihren Eltern oder Udo Lindenberg.
Es ist ratsam sein Handy in diesem Zeitraum in den Flugmodus zu setzen.

Die oben genannten Punkte sind obligatorisch, das Lungern kann natürlich durch weitere, teils kostenpflichtige, Details und Feinheiten ergänzt werden, damit Sie in die richtige Stimmung kommen. Zu nennen wären da u. A. Essensbestellungen, Musik, bequeme Sofas. Sollte es völlig abgespaced werden, können Sie natürlich auch auf dem Boden liegen und die Decke anstarren.

Wir hoffen Ihnen mit den oben genannten Punkten weiterhelfen zu können und wünschen Ihnen ein angenehmes hängen. Vielen Dank.


Donnerstag, 20. Oktober 2016

Von künstlichem Regen und Gurkenfeuer [Daniel's Classics #4]

Gibt es eigentlich etwas Schöneres als an alte Zeiten erinnert zu werden? Zumindest nicht viel. Am meisten Spaß macht es wenn man ein altes Foto zufällig beim rumkramen findet, obwohl man gar nicht danach gesucht hat. So habe ich vor einigen Tagen den Umzug nach Hannover vorbereitet. Da ich hier kein möbliertes Zimmer angemietet habe, mussten alle alten Möbel aus Stolzenau mit auf die Reise geschickt werden. Zu diesem Zwecke fühlte ich mich also gezwungen alle Schubladen etc auszuräumen - das erste mal seit sicherlich 10 Jahren! Und es ist doch verwunderlich was sich da alles gesammelt hat. Eine Menge Müll war auf jeden Fall dabei. Und auch dieses eine Foto von damals. Manch einer wird sich erinnern, dass ich es vor einiger Zeit geteilt hatte. Hier einmal mehr zur Erinnerung:


Aber was ging da eigentlich ab? Es war der 19.09.2009. Wir hatten einen Ausflug nach Bieledeld und Halle (westf.) geplant. Funke, V, Philipp und ich um zu Skaten, Jascha um Jonas in Bielefeld zu treffen, der jedoch einfach nicht erschienen ist. 
Hier sind noch ein paar Erinnerungen von mir an diesen Tag:
  • Es gab eine Menge billigen Sangria in Halle, der mysteriöserweise mit gepflücktem Gras gefüllt war (danke Jascha)
  • Bei McDonald's in Bielefeld flogen die Gurken aus den Burgern durch den Raum
  • "Die eigenständige Gruppierung, die es so noch nicht gab, und der Mann mit der Flasche" (DEGDESNNGUDMMDF) gaben einen Überraschungsauftritt in der Regionalbahn
  • Jascha hat sich aus Wut über Jonas' Fehlen selbst am Bahnhof 4 mal in der Mitte gefalten
  • V und ich sorgten in Bielefeld für eine Erfrischung von oben
Wenn noch jemandem Weiteres einfällt, bitte in die Kommis ;)

Hier noch etwas Bild und Filmmaterial, welches ich auf der alten Festplatte wiederherstellen konnte: 


Man beachte die Gurke auf dem Bild im Hintergrund

Dazu habe ich nun wirklich keine Meinung

Postskript

Wenn es jemanden stört, dass ich die Bilder und das Video hier hochgeladen habe, bitte direkt bei mir melden. Für die gezeigten Frisuren trage ich keine Verantwortung.

Montag, 19. September 2016

Und wir sitzen im Wartesaal [Alex' Stories #7]

Gerade BoJack Horseman Staffel 3 zu Ende geguckt. Jetzt weiß ich nicht weiter.
Wollte eigentlich darüber schreiben, dass ich im Sommer in Griechenland war und viel gegessen habe und die Sonne schien. Aber jetzt habe ich gerade einen gewissen Tiefpunkt erreicht, der sich bis zum schlafen gehen hinziehen wird.
Korfu ist an und für sich eine sehenswerte Insel des nördlichen Griechenlands, muss aber sagen, dass ich Trolltunga wahrscheinlich eher bevorzugt hätte. Warum? Egal. Viel wichtiger ist für heute ist die vierte Staffel BoJack, es kann so nicht enden. SO NICHT!
Auf Korfu habe ich eine ganze Woche lang keine einzige Wolke gesehen, ist mal ganz nett aber in der Mittagszeit rauszugehen ist unter solchen Umständen schon qualvoll. Fast so qualvoll wie die Wartezeit zu S4E1. Ich fand den kühlen Norden schon immer schöner. Die weiten Skandinaviens mit seinen Bergen und Fjorden, entspannten Menschen, Elchen und Rentieren.
Außerdem stapelte sich in Gouvia und dem Rest der Insel der Müll an jeder Straßenecke, was einem sinnigen Spazierganz in der glühenden Sonne schon die Sinnigkeit nahm.
Jeden Tag mehrere Restaurants und Imbisse aufzusuchen ist schon echt geil, aber Abenteuer mit abstürzenden Felsen und Dauerregen liegen bei mir dann doch ein klein wenig höher im Kurs.
Jetzt überlege ich mir gerade, ob ich nicht Adventure Time mal wieder weiter verfolge, allerdings sind die Folgen so gut wie zusammenhanglos, weswegen da nicht das selbe Feeling aufkommt.
In meinen Mittagspausen lese ich jetzt Hummeldumm. Mal sehen, ob das mit einer Serie mithalten kann. Bin jetzt knapp über Seite 50 und es ist auf jeden Fall besser als das Buch von Bernhard Hoecker, welches ich davor durchgeblättert habe, obwohl Bernhard Hoëcker an sich ein ziemlich cooler Typ ist.
Die Ankunft in Afrika in Hummeldumm erinnert mich stark an die Ankunft in Griechenland. Dieser Kleinbus mit den fremden Leuten drin auf die man keinen Bock hat, die Fahrt durch die abgewrakte Gegend. Gut, die Leute haben wir nicht wiedergesehen und es war auch nicht die schlimmste Woche meines Lebens, da unterscheidet sich das schon,
Beim Tauchen habe ich mir das Trommelfell gezerrt und der Rückflug mit dem Airbus A321 war dementsprechend die Hölle, obwohl ich sagen muss, dass der Airbus meiner Meinung nach sanfter durch den Wind gleitet als der Boing-Kurzstreckenflieger 737-800.
Ich wollte mir heute auch noch gar nicht die letzte Folge BoJack geben, aber nach der Planetarium-Szene musste ich es. Selbst schuld.
Der letzte Ausflug nach Schweden und Norwegen war sehr Naturbelastet, kurz Oslo und ganz kurz Göteborg. Da hätte ich gerne noch länger verweilt, aber ich war ja nicht alleine und meine Meinung zählte wahrscheinlich nur zu 49% weil es nicht mein Auto war mit dem wir zu zweit unterwegs waren.
Was geschieht 2017? Ich hoffe im nächsten Jahr im Grunde auf folgende Dinge: Februarurlaub im Ostblock (2014 Prag, 2015 Warschau), endlich mal wieder ein sinniges 3-Tage-Festival und neues Material der deprimierensten Sendung der Welt. Bleiben wir mal gespannt.

Donnerstag, 1. September 2016

Helden des Alltags #1: Im Norden nichts neues

Wir schreiben den 28. Juli 2016. Es ist ein nebliger und verregneter Tag in Odda, Norwegen. Vier Tapfere junge Kerle aus dem Fußvolk, die sich aufmachten um den bis dato unerforschten Norden zu erkunden, packten ihre Sachen aus einem Seat Ibiza um die sogenannte Trolltunga zu besteigen. Philipp, Sven, Maarten und Daniel sind ihre Namen. Gezeichnet von der Reise bis hierhin blieben nur noch wenige Klamotten und nur das nötigste an Ausrüstung, um die bevorstehende Wanderung halbwegs erträglich zu machen.

Aber was ist diese Trolltunga? Es handelt sich dabei um eine Felsformation, die einer Zunge ähnlich sieht. Es ist ein Felsen, der über einem großen künstlichen Stausee ragt, unter welchem es etwa 800 Meter in die Tiefe geht. Aber um diesen Ausblick zu genießen muss man ca. 12 km wandern. Der Weg geht bergauf über Felsen und Schlamm, durch Wasserfälle hindurch, zwischen Schnee und Eis. Jahr für Jahr werden Leute, die den Bedingungen nicht gewachsen sind, von der Bergwacht gerettet. Vor einigen Jahren ist sogar eine Australierin von der Trolltunga in die Tiefe gestürzt. Damit uns so etwas nicht passiert, haben wir stets die (+49)11 gewählt und sind allzeit bereit auch die 0 hinzuzufügen.

Der Wind bläst ihnen um die Ohren. Vor ihnen erstreckt sich der schlammige Aufstieg auf den Berg. Sie atmeten tief durch und machten sich auf den Weg. Kilometer um Kilometer marschierten sie tapfer den Berg hinauf. Die Füße wurden nass, Maartens Leiste tat weh und die Regenjacken hielten auch nicht mehr das, was ihr Name versprach. Nachdem sie über 5 Stunden durch den immer heftiger werdenden Regen gelaufen waren, überstiegen sie die nächste Bergkuppe, hinter der ihnen der besagte Stausee in den Blick fiel. Es war zwar ein beeindruckender Ausblick, aber nun Pfiff ein heftiger Wind um die Ohren, der unsere Jungs in ihren Nassen Klamotten erzittern ließ.

Sie passierten einige Wasserfälle und eine weitere Schlucht. Langsam umschloss sie die Dunkelheit, es wurde kälter. Das Auge des Saurons fegte über sie hinweg. Die Mehrheit der anwesenden stimmte dafür ein Nachtlager aufzuschlagen, um eine Mahlzeit zu sich zu nehmen und sich auszuruhen. Da auf den Bergkuppen der Wind zu heftig blies, beschlossen sie ihr Nachtlager im Tal einer Schlucht aufzuschlagen. Zwischen zwei Flussläufen, die von einem Wasserfall gespeist wurden, stellten sie das Zelt auf. Da es zunehmend kälter wurde und der Regen zunahm, beeilten sie sich zunehmends und suchten Zuflucht im Trockenen. Nun konnten sie endlich ihre nassen Klamotten ablegen und sich in ihre weitestgehend trockenen Schlafsäcke kuscheln.

Doch die Erleichterung währte nur kurz. Als das Zelt vor dem Wind erzitterte und die äußere und innere Zeltwand zunehmend Kontakt hatten, lief es ihnen eiskalt den Rücken herunter. Sie hatten in ihrer Eile vergessen die Seile, die die äußere Zeltwand spannten, mit Heringen zu fixieren. Sie erkannten, dass es zwecklos ist, jetzt zu schlafen. Das Zelt drohte jeden Augenblick über ihren Köpfen zusammenzubrechen. Doch dann traten zwei Helden aus dem Elend hervor: Sven und Daniel erklärten sich bereit in die kalte Welt herauszutreten und das Problem allen Witterungsbedingungen zum Trotz zu lösen!
Nur mit 4 Heringen bewaffnet, einzig in ihren Unterhosen bekleidet verließen sie das Zelt. Sven kümmerte sich um die Seile vorne am Zelt, während Daniel die Rückseite des Zeltes fixierte. Mit ihren nackten Füßen traten sie die Heringe in den Felsboden. Sven erschauderte, als Daniel plötzlich einen markerschütternden Schrei ausstieß - er war in den eiskalten Flusslauf getreten, sein Fuß wurde taub. Ein Hering noch vorne am Zelt und es war vollbracht. Unsere Helden kehrten in Zeltinnere zurück und wärmten sich an Ravioli und dem Ruhm.

Die Freude hielt jedoch nur einige Stunden, denn mitten in der Nacht war zu hören wie ein vermutlich riesiger Felsen vom Berg löste und die Schlucht, in der sie ihr Lager aufgebaut hatten, hinunterstürzte. Doch die Heldentat war nicht umsonst, denn der Felsen verfehlte das Zelt nur knapp. Später als sie wieder am Auto ankamen, mussten sie zudem mit Entsetzen feststellen, dass Daniels Ersatzschuhe aus dem Auto geklaut wurden...

Hier sind einige Bilder, die im Laufe des Tages entstanden:




Dienstag, 21. Juni 2016

Die Kieler und die Angst vor Bewegung

Die Kieler Woche läuft und ich war am Montag zu Besuch. Ich staunte nicht schlecht, als ich auf den Plan für den Tag geschaut habe und feststellte, dass niemand geringeres als Danko Jones auf der RSH-Bühne spielen werden. Die Freude war groß. Diese wurde zwar vom Wetter ein wenig getrübt, aber das war das geringste Problem. Das komplette Konzert hat es durchgeregnet. Aber wer wegen Regen nicht kommt ist halt kein Fan, das steht schon mal fest. Da die Veranstaltung umsonst und draußen war, kam natürlich ein sehr gemischtes Publikum was zur Folge hatte, dass am Anfang des Konzerts sich einfach niemand in irgendeiner Form bewegt hatte.
Ein Securitymann im Ring Of Death

Irgendwann fingen ein paar Jungs an einen Mini-Pogo zu starten, welcher kurz darauf von einer Dame in einer grünen Jacke mit den Worten "Hier sind auch alte Frauen anwesend" oder so ähnlich, beendet wurde. Gott sei dank war die Meute nicht unterzukriegen und es ging weiter. So lange, bis tatsächlich ein Securitymann ankam und sagte wir sollen doch mal "vorsichtiger sein". Auf einem Rockkonzert. Was? Da wir nicht aufhörten kam er tatsächlich ein zweites Mal. Kurz darauf verlagerte sich ein Großteil der Mannschaft ein Stück weiter nach hinter, was beim Rest der Poger erst zu Irritationen führte, sich dann aber in ein großes "Aha!" verwandelte, also zumindest bei mir, als sich endlich mal ein Ring Of Death bildete. Immer mehr pogten mit und alle freuten sich. Doch die Security ließ nicht locker und stellte sich tatsächlich mit vier, fünf Mann um diesen Pogokreis. Das habe ich nich nicht erlebt. Sie griffen zwar nicht ein, aber nötig war es auch absolut nicht. Ich weiß auch nicht auf was zur Hölle die gewartet haben. Ich hörte noch den Einen zum Anderen sagen, dass das noch "völlig normal sei".
Ach was. Schien in Kiel eine Prämiere gewesen zu sein.

Sonntag, 22. Mai 2016

Mir fällt kein Titel mehr ein


Seit Dienstag ist mein Praktikum Daressalam soweit beendet. Wie bereits erwähnt hat es mir nicht so zugesagt nur Vorträge zu halten, da hatte ich halt etwas anderes erwartet. Deswegen hatte ich das Praktikum von 3 Monate auf 1 Monat verkürzt, nützt ja auch nichts. Dementsprechend werde ich wohl Anfang Juni wieder auf der Matte stehen.

Im Moment bin ich seit Mittwoch auch nur noch unterwegs gewesen. Mittwoch und Donnerstag war ich zum Beispiel im Mikumi Nationalpark auf Privatsafari. Also nur ich und der Fahrer. Königlich halt, ich bin ja Mzungu. Das war schon beeindruckend mal die ganzen Tiere in der freien Wildbahn zu sehen. Wir hatten sogar Glück und haben auch zwei Löwen gesichtet. Das scheint wohl etwas Besonderes gewesen zu sein, denn der Guide bekam irgendwann einen Anruf, dass irgendwo zwei Löwen sitzen und wir sind dann mit Highspeed ziemlich lange zu der Stelle gefahren. Die Löwen sind sinnig geblieben und haben einfach nur gepennt. Ansonsten gibt es da überall Elefanten, Zebras, Giraffen und so. Habe auch ein paar Fotos gemacht, siehe hier:
Gibt noch wesentlich mehr Fotos, mein Datenvolumen geht aber aus.

Gestern war ich wandern im Udzungwa Mountains Nationalpark, das ist ein Gebirge im Süden Tansanias. Das Gebirge besteht quasi nur aus Regenwald und einem ziemlich großen Wasserfall, der etwa 800m in die Tiefe stürzt. Da war ich wandern, hoch zum Ursprung des Wasserfalls. Das waren 1500 Höhenmeter im Regenwald – mit entsprechendem Klima. Ich jammere ja schon über die Luftfeuchtigkeit in Daressalam, aber das war nochmal wesentlich härter. Und mein Begleiter ist den ganzen Berg hochgelaufen wie ein Marathonläufer.. Aber ich wollte mir auch nicht die Blöße geben und nach Pausen fragen, denn das wollte der ja nur. Also hab ich die Zähne zusammengebissen und bin auf dem Zahnfleisch hinterhergerannt. Das war jedenfalls nicht entspannt und ich habe unnormal geschwitzt. Konnte aber auch ein paar sinnige Fotos vom Regenwald und Wasserfall machen.





Der ganze Spaß hat mich mit Unterkunft, Anreise, Parkeintritt und Guides etwa 500 - 600€ gekostet. Schon krass teuer. Und ich habe dank Kontakten schon einen Freundesrabatt bekommen. Aus finanziellen Gründen werde ich auch ein paar Dinge nicht machen können, wie zB Kilimanjaro besteigen, was locker 1000$ kostet. Sehr schade
Anschließend aber auf ein paar Bier in eine typische Dorfkneipe.