Donnerstag, 5. Juli 2018

Leif Eriksons Stories #3: German Mashines in Afrika

Vom 12. bis 28. Juni ging es nach Tansania. Sie lesen hier: Ausschnitte aus meinem Reisetagebuch ausgeschmückt mir Bildern.

Tag 1:
Heute erstmal Sven in Hannover getroffen. Erst noch einen Kaffe getrunken und ab zum Flughafen. Bei Travelex Geld eingekauft. Für Bares gibt's Bares ist hier das Stichwort. Viele Euronen abgegeben und dafür Dollars mit geringerem Wert erhalten. Kein Wunder, dass der Typ am Schalter so grinst. Beim Check-In über gefailschte Pässe schwadroniert und Fensterplatz gesichert. Ab nach Konstantinopel. Zufällig beobachtet, wie der eine Typ aus New Kids unser Gepäck einlädt. An dieser Stelle haben wir festgestellt, dass es eine äußerst schlechte Wahl ist, die Sitzreihe vor  den Notausgängen zu reservieren, da man hier die Rückenlehnen nicht nach hinten kippen kann - und wir haben diese Plätze in allen 4 Flügen ausgewählt -.-
Dafür im Flugzeug bei Fish Fighter 1525 Punkte geholt, Rekord! 
Angekommen in Istanbul Julien ins Gepäck und ab Richtung nächsten Flug. Es gibt noch eine Zwischenstation auf Sansibar, wo ich so einen Typ daran erinnern musste, dass es ja hier raus wollte. Insegsamt schon seit 16 Stunden unterwegs und Null geschlafen. Weiterflug nach Kilimanjaro-Airport. Hier wurde ich zum ersten mal in meinem Leben von einem Typen abgeholt, der ein Schild mit meinem Namen hochhält <3. Jetzt mit dem Taxi eine Stunde zum Hotel geeiert. An der Rezeption einen Tipp bekommen, der Gold Wert ist: "Trinkt mal in Ruhe einen Kaffee und dann ruht euch im Zimmer aus". Haben wir gemacht und jetzt kann ich nicht schlafen :( Dann ab in die Stadt und den restlichen Tag mit Rumlungern verbracht. 10 Bananen zum Preis von 10 Ananas gekauft (Meine Swahili-Kenntnisse haben leider abgenommen - oder die Sprache wurde geändert).


Tag 2:
Heute haben wir uns auf den Weg zu den Materuni-Waterfall gemacht. Das bedeutet erstmal zur Dala (=Bus)-Station. Dabei haben wir uns schon so dämlich angestellt, dass ein Rastafari namens Patrick uns fragte, ob er uns nicht zum Wasserfall führen soll. Natürlich sollte er das. Also hin da: 1 Stunde Dala fahren für 1000 TSH. Schnapper. Vor Ort Programm geklärt: Erst Wandern zum Wasserfall und dann Kaffeetour mit Rösten und Sippen. Wasserfall gegönnt und jüste Kaffee gestampft. Laut dem Kaffeetypen ist der Kaffee gut bekömmlich, denn der macht keinen "Heart-Boom-Boom" (zu Deutsch: Koffeinfrei). Anschließend Patrick geschnappt und ab nach Moshi. Im Dala (12-Sitzer) mit 28 weiteren Personen gechillt. Den alten Bahnhof von Moshi begutachtet und durch den Markt geschlendert. Unterwegs von einem Penner namens Spuck angequaselt worden, der mir Baguettes verkaufen wollte. 2 Sticks für 8000 TSH - Wucher! Ich habe nicht gekauft, da wir einen Tag später sowieso auf den Kili wandern. Daraufhin fing Spuck mit seiner einleuchtenden Argumentation an: Ich solle jeden Morgen während der Besteigung in meinem Zelt ein Baguette quarzen. Das würde meinen Fokus durch Meditation auf den Berg lenken und ich würde den Gipfel geradezu hochfliegen, besonders wichtig wäre dies in der Gipfelnacht. Na wer weiß, ob da was dran ist..
An diesem Abend war auch die Besprechung für die Wanderung ab morgen. Wir nehmen die Lemosho Route für 7 Tage. Die Route ist interessant, da wir auf 2 verschiedenen Routen hoch bzw. runter gehen. Unten ist die Route einmal skizziert.


Am Wasserfall mit Patrick
Gibts dieses Graphity nicht auch in Hannover?!



Dala Station in Moshi
Tag 3:
Heute um 9 gings los Richtung Kili. Vorher noch schnell zum Markt um Wasser und Träger für das Wasser zu packen. Unsere Guides heißen George und Robert. Dazu kommen noch ein Koch und 9 Träger für unserer Gepäck, Zelte, Stühle, Baguettes... Jeder von uns bekam also 4 Neger. Danach sind wir etwa 4 Stunden Richtung Lemosho Gate gefahren.
Die Wanderung begann mit 5 km durch den Regenwald. Viele Leute mögen den Regenwald, aber mich kotzt der an. Alles ist langweilig grün und es gibt viele eklige und dreckige Tiere. Ich wäre dafür, dass man die ganzen Bäume hier abholzt und daraus Käfige baut, in denen man die Tiere stecken kann. Anschließend könnte man einen Highway bauen, der direkt auf den Gipfel führt. Dann würden die Einheimischen auch endlich weniger Geld durch Tourismus verdienen. Aber wie dem auch sei. Nach ca. 2,5 Stunden sind wir am ersten Camp auf 2600 Höhenmetern angekommen. Außer uns sind noch etwa 10 weitere Gruppen hier mit noch viel mehr Trägern. Die eine Gruppe hat sogar eigene Klozelte dabei im Format eines Dixi-Klos. Verrückt. Wir drei haben 2 Zelte zum Schlafen und wechseln uns daher ab, wer eine Nacht alleine verbringen darf. Dazu gibt es noch ein "Mess-Tent", in dem wir essen, abends unsere Besprechung machen und nachts die Träger drin Baguettes essen.
Jüste Zelt eingerichtet und dann Katzenwäsche. Danach habe ich mit einem Blauaffen gepost, wobei ich viel affiger wirkte als der Affe. Zum Abend gab es ein 3-Gänge-Menü im Mess-Tent, denn wir sind die Mzungus hier.
unser Zelt
Das "Mess-Tent" zum Speisen


Dabei handelt es sich wohl um einen Blue Monkey

Tag 4:
Um 6 in der Früh wurden wir von Butler James mit heißem Tee geweckt. Purer Luxus! James heißt eigentlich Seferi... oder Sufuri... oder Serafi? Keine Ahnung, ist schwer zu merken, deswegen einfach James. Er versorgt uns mit Essen und Drinks. Guter Mann. Dann langsam lomarschiert. Raus aus dem Regenwald und ab ins Moorland. Dabei innerhalb von 9 Stunden ca. 17 km zurückgelegt von 2600 Höhenmetern auf ca. 3850. Der Brocken ist lachhaft dagegen. Gegen 16 Uhr am Shira II Camp angekommen. 
Ich muss schon sagen, diese Wanderung hat mein Leben für immer verändert. In Deutschland möchte ich von nun an auch Leute haben die meinem Arsch mein Zeug hinterher tragen und für mich kochen. Die Höhenkrankheit macht sich bei mir so langsam bemerkbar. Ich habe ständig  leichte Kopfschmerzen und heute schon locker 10 Liter Wasser getrunken und war bestimmt 60 mal Wasser lassen. Kein Scheiss. Sogar Guide Robert ist die Kinnlade runtergeklappt als ich ihm das erzählte. Könnte aber auch daran liegen, dass wir heute ganze 11 Gänge (!) geschmaust haben. Zum Abend hin sinnig Milkyway, Raben und den Kili fotografiert. Guckst du unten.



Die Träger und der erste Blick auf den Gipfel



Tag 5:
Wieder gegen 6 geweckt worden. Einen Tee von James erhalten, dann jüste Sachen gepackt und los zum Barranco Camp. Ca. 10 km gelatscht, davon 7 km bergauf auf bis zu 4600 hm und danach ca. 3 km bergab zurück auf 3900 hm. Von dem Kack Bergablaufen tun mir jetzt derbe die Knie weh :(
Kleiner Fakt am Rande: Etwa 2 Stunden nachdem man eine neue Höhe erreicht hat, beginnt der Körper darauf zu reagieren und sich zu akklimatisieren. Und jetzt sind ungefär 2 Stunden seit den 4600 hm vergangen und mir geht's beschissen. Es fühlt sich vergleichbar mit einem Kater an: Kopfschmerzen, leichte Übelkeit und man wird derbe träge, weil jede Bewegung recht anstrengen ist. Aber bis zum Abend legt sich das wieder. Wir haben heute schon gegen 14 Uhr das Camp erreicht und haben diesen Nachmittag zum Lungern frei. Guide Robert sagt wir wären German Mashines, vermutlich weil wir so geil sind... und so deutsch. Der muss es ja wissen. Außerdem hat er uns von den ganzen endemischen Pflanzen erzählt, die hier wachsen. Das bedeutet die wachsen nur hier und sonst nirgends. Zum Glück, denn manche davon sehen echt kacke aus. Jetzt erstmal Mittagsschlaf. Hier ein paar Eindrücke vom Camp: Raben haben das Lager verwüstet, unser Koch ist eigentlich gar kein Koch, das Kloloch ist voll und das "Mess-tent" heißt jetzt "Mäst-tent".

Man nähert sich der Sache an


endemische Pflanze


Tag 6:
Heute morgen erstmal gefrühstückt und danach die Breakfast-Wall hochgeklettert. Diese heißt so, weil man sein Frühstück verbraucht hat, wenn man oben angekommen ist. Oben auf 4200 hm in Slavenhocke gepost. Insgesamt 6 km gewandert heute bis zum Karanga Camp auf 4040 hm. Unterwegs hat Guide Robert und etwas über die Tiere hier erzählt. Neben den allgegenwärtigen Raben gibt es hier noch die "Four-Stripes-Mouse" und den "Tennisball-Bird". Diese beiden sind hier einmal skizziert:
Die Namen sind äußerst treffend. Gerade erstmal Wäsche gewaschen und nune ist Hängen angesagt. Heute bin ich wieder dran in dem einen Zelt alleine zu schlafen, das heißt ich habe endlich wieder einmal genug Privatsphäre um mich mit einem Feuchttuch sauber zu wischen *freu*. Draußen ist es windig, die Sonne beschert einen hier schnell einen Sonnenbrand und die Raben terrorisieren das Camp. Auch ich werfe mit Rabenkacke um mich. Zum Abend hin noch schnell einen Stapel aus Steinen gebaut und bis zum Erbrechen Karten gespielt. Guide George sagt, wir sollen schlafen wie Kangurus, denn morgen geht es hoch hinaus.

Blick von oben auf die Breakfast Wall

Bester Tower

Tag 7:
7 Uhr aufstehen heute und auf in Richtung Barafu Camp auf 4600 hm. Unterwegs erzählte Robert uns von den dubiosen Heilern, die auf dem Land ihr Unwesen treiben. Da es da ja eher wenig Ärzte gibt, gehen viele einheimische arme Schlucker zu Schalatanen, die ihnen in etwa sagen, dass sie nur geheilt werden können, indem sie bspw. eine Ziege und eine bestimmte Menge Bargeld auftreiben. Die machen das dann, sterben an ihrer Krankheit und beim Schalatan gibt es abends Ziege zu schmausen. Daneben gibt es Gerüchten zufolge auch Kannibalismus, aber wer weiß das schon. Während Robert uns letzteres erzählt, schaut er mit seinen eingefallenen Wangen gierig auf unseren fleischigen Schenkel. Gegen 11 sind wir schon am Camp angekommen. German Mashines halt. Jetzt heißt es Kräfte sammeln, denn gegen Mitternacht geht es los zur guten alten Kaiser Wilhelm Spitze. Die Reichsflagge ist im Gepäck. Falls wir oben am Gipfel auf einmal keinen Bock mehr haben sollten, ist es auch möglich einen Helikopter zu ordern, der uns für einen Schnapperpreis von 8000$ von da oben einsammelt. Guide George hatte wohl schonmal ein paar Franzosen, die oben angekommen keinen Schritt mehr gehen wollten, da sie Blasen hatten. Die haben sich mal jüste den Heli geleistet :D Unterwegs hierher sagten alle, die wir fragten, dass der Aufstieg auf den Gipfel viel schlimmer ist, als man es sich vorstellt. Zur Not können wir ja den Heli nehmen.
Wir sind jetz ca. 3 h im Camp und die Höhe macht mir schon hier zu schaffen. Leichte Kopfschmerzen, der Puls rast und die Atemfrequenz ist recht hoch. Schlafen kann ich auch nicht. Währenddessen pennen Julien und Sven in den Zelten schon seit Stunden. Obwohl ich zu dieser frühen Stunde schon 6 Mahlzeiten gefuttert habe, könnte ich jetzt was essen. Aber das wird. Kein Ding für German Mashines. Dafür habe ich gerade einen sagenhaften Ausblick: Vor mir erstreckt sich die sog. alpine Wüste bis die Sicht von einem Wolkenmeer verdeckt wird. und hinter mir befindet sich der schneebedeckte Kili. Etwa 20 m zu meiner Rechten befindet sich ein Sendemast auf dem eine Horde (oder sagt man Rudel?) Raben hockt, die offensichtlich versuchen mich anzukacken. Apropos Kacken, das könnte ich jetzt auch einmal..



Tag 8:
In der Nacht fing es plötzlich an heftig zu stürmen. Dabei ist das "Mäst-Zelt", das nachts Schlafplatz für 5 Träger ist, zusammengekracht. Daher gibt es Frühstück heute im eigenen Zelt. Das bedeutet eine MEnge Extraarbeit für James, da der uns jetzt in 2 verschiedenen Zelten  bedienen muss und jedes mal die Reissverschlüsse auf und zu ziehen muss. Was würden wir nur ohne James machen? Durch das Durcheinander sind wir erst um 1 Uhr nachts losmarschiert. Also mit Stirnlampe los durch die Dunkelheit, Sturm und den umher fliegenden Sand. Jetzt denke ich an das Angebot von Spuck letztens... Jüste von 4600 hm hoch zum Gipfel auf 5895 hm geeiert. Schon nach ca. 30 Minuten kamen uns die ersten entgegen, die aufgegeben haben. Noch bevor die Höhenkrankheit wieder losging, machte sich der Sauerstoffmangel bemerkbar. Alle 10 m Verschnaufpause, die Beine werden schwer. Es wehte ein arschkalter Wind und der Boden war schneebedeckt. Meine Wasservorräte sind nach und nach eingefroren. Toll. Guide George singt nebenbei auf Swahili Lieder, in denen mehrmals die Worte "German Mashines" vorkommen. Der Spaß nahm überhaupt kein Ende - oder doch nach etwa 5 Stunden, als wir den Gipfel erreichten. Viel zu sehen gab es hier tatsächlich nicht, denn es schneite wahnsinnig viel. Schnell eins, zwei Fotos geschossen und dann ging die Knochenmühle los. 1300 hm steil bergab gehen. Meine Knie taten ja schon vorher weh, aber das macht die Sache nicht wirklich besser. Bis 2 Stunden nach dem Gipfel wurde die erfrischende Höhenkrankheit immer schlimmer. Das tut gut. Auf dem Weg nach unten bin ich auf einer Eisscholle ausgerutscht und damit das erste mal in diesem Jahr hingefallen :( Ab wieder runter zum Barafu Camp, welches wir gegen 10 Uhr morgens erreichen. Ich war selten so im Arsch wie in diesem Augenblick. Hier dürfen wir immerhin eine Stunde schlafen, nach der es einem eher noch schlechter geht als vorher. Dann Mittagessen und wieder Abmarsch zum Mweka Camp auf 3100 hm. Wieder Bergab laufen, na klasse. Guide Robert hat sich zu diesem Zeitpunkt schon verabschiedet, weil seine Frau angerufen hat. Sie hatte schlecht geschlafen..




Tag 9:
Heute war die letzte Wanderung angesagt. 8,5 km von 3100 hm auf 1800 hm. Wieder bergab gehen na toll. Ab zum Gate, Urkunde abgeholt, schnell eine Kanne an den Hals und ab nach Moshi ins Hotel. Erstes Mal seit 7 Tagen geduscht, geiles Gefühl. Dann ein paar Bieris gegönnt. Zum Abend haben wir in einer Dorfkneipe ein paar Dudes angelacht, mit denen wir ein paar Runden Billiard gespielt haben. Dabei wurden wir eiskalt abgefertigt. Einen der Jungs haben wir gesagt, dass er uns ein paar Baguettes besorgen soll. Das führte zum Verzehr von diesen. Dazu den aufkommenden Hunger mit Pommes-Omeletts gestillt. Zwischendurch hat Julien (J) mit einem Einheimischen (A) ein bedenkliches Gespräch geführt. Hier ein Gedächtnisprotokoll:
 A: Where are you from?
J: Germany.
A: I heard that German boys only mary, when they have visited at least 40 countries.
J: Thats right. What country would you like to visit if you can?
A: Germany. I want to learn something about Adolf Hitler.
J: SCHEEEEESH, WHAT?
A: He is a hero because he nearly conquered the whole world.
...
Darüber sind wir eine ganze Weile nicht klar gekommen und wollten es genauer wissen. Später haben wir daher beim Pommes essen einen gebildet aussehenden Typen gefragt, was er von Hitler hält. Der hat darauf nur verärgert geguckt und meinte darüber wolle er nicht reden. Etwa 2 Minuten später ist er einfach aufgestanden und hat das Lokal verlassen ohne sei Essen anzurühren. So viel dazu.

Tag 10:
Heute früh um 9 Rastafari Patrick getroffen. Mit ihm ging es dann Richtung Maji Moto, das sind heiße Quellen etwa 1,5 Stunden von Moshi entfernt. Dort war es so schön, dass man es mit Worten kaum beschreiben kann, ich krieg das aber trotzdem hin. Das Wasser war klar und blau, über uns spielten Affen auf den Bäumen und beklauten die Menschen und ich habe schlafende Flughunde gesehen. Auf dem Rückweg sind wir mit einem Bajaji (motorisiertes Dreirad) und Boom-Box im Kofferraum mit Hardstyle durch die Serengeti geballert. Am Abend hat Patrick uns eine günstige Safari klar gemacht. Anschließend noch 2 "Pangas" (Macheten) für die Wand gekauft und mit Patrick Ziege mit Chilli gegessen (schimpft sich hier Mbusy). Dabei lief Fußball: Nigeria gegen Island. Nigeria gewann 2:0, der Jubel war groß. Zu guter letzt mit Patrick ein Baguette geschmaust. Dabei leckeren Moonshiner gegönnt, der macht mich richtig fertig..

Nahtrag: Ich kann 2 Minuten die Luft anhalten.

Bester. Ort.



Tag 11:
Heute auf Safari: 3,5 Stunden zum Terengire Nationalpark geeiert. Da 5 Stunden Tiere begafft, Digi-Digis begutachtet, Baobab-Bäume umarmt und einen 5-beinigen Elefanten gesichtet. Leider vergeblich nach Nashörnern umgesehen. Wenigstens einen Sekretärsvogel belästigt. Um 19 Uhr wieder im Hotel gewesen. Rechnungen bezahlt und Patrick zum dinnieren getroffen. Heute gab es Hühnchen mit Chili. Nebenbei lief Deutschland gegen Schweden. Sieg für uns: Extra Bier und Baguette für mich und meine Freunde. Von Patrick dabei noch mehr Baguettes für unsere Fahrt nach Daressalam morgen andrehen lassen. Der sagt übrigens, dass wir Helden wären. Wir haben schließlich den Kili bestiegen, waren auf Safari UND haben überlebt! Das ist ja sowas von heldenhaft. Ich kündige an dieser Stelle schon einmal "Helden des Alltags #3" an.






Tag 12:
Heute um 8 mit Bus Richtung Daressalam gefahren. Es wurde uns versprochen, dass Abfahrt um 8 ist und die Fahrt 9 Stunden dauert. Fehlanzeige: Abfahrt erst um 9 und Fahrtdauer 11 Stunden, yo! Etwas Musik lief nebenbei auf einem TV im Bus. Backstreet Boys, Lionel Richard & Paul Mwai (Letzteren kann ich jedem nur ans Herz legen). Für jeden also was dabei. Nebenbei versucht Brudi zu erreichen, aber keiner nimmt ab. Zum Glück kenne ich ja auch noch Oli. Angekommen in Dar schließlich um halb 9 abends. Jüste Taxi geordert und zu Oli's House. Dieser wohnt in einem eher runter gekommenen Viertel und der Taxi-Fahrer hatte Bedenken uns mit unserem Gepäck wirklich hier raus zu lassen. Aber kein Ding für German Mashines. Erstmal mit Oli einen gehoben und ein paar Baguettes auf seinem Dach geschmaust. Der hat mal ein Jahr in Deutschland gelebt und wir haben über seine Erfahrungen in Deutschland geplaudert. Da kamen ein paar gute Storys ans Licht. Zum Beispiel wollte Oli mal typisch Deutsch essen und hat sich gefrorene Donuts im Supermarkt gekauft. Da er es nicht besser wusste, hat er die kalt verzerrt, woraufhin er sich eine schwere Erkältung geholt hat. So ein Lauch. Außerdem wäre Meerrettich das absolut Schlimmste, das wirklich ekelerregenste, das er sich jemals in den Rachen geschoben hat. Interessant. Erstmal noch ein paar Baguettes... Wie viel Öl man wohl aus dem Plastiktisch vor uns gewinnen könnte?.. Gegen 3 hat Oli uns angeboten in den Club um die Ecke zu gehen. Da könnten wir gegen Geld alles bekommen was wir wollten. Ein nettes Angebot, aber nö, wir brauchen nicht alles.
Oli
Tag 13:
Mit Kopfschmerzen aufgewacht. Der Jägermeister gestern Abend war wie üblich eine schlechte Idee. Mit Toilettieren und Rinderbrühe wieder aufgepäppelt. Unsere großen Taschen bei Oli gelassen und ab Daressalam City ansehen. Bootstickets nach Sansibar für heute Nachmittag gekauft und ein paar schöne Stunden am Coco Beach gelungert. Gegen 15 Uhr ab mit Sven Richtung Sansibar-Fähre. Julien vorher noch verabschiedet, denn der macht jetzt schon die Fliege. Auf der Fähre schnell die schlechtesten Plätze gesichert: Auf dem Dach bei Wind und Wetter. Wenn ich mich auf der Fähre so umsehe, fällt mir auf, dass erschreckend viele Kabelbinder zur Verbindung von Teilen verwendet wurden. Mich beschleicht der Verdacht, dass man die Fähre versenken könnte, indem man einen zentralen, tragenden Kabelbinder kappt. Neben mir reiert ein Typ die Reling runter. Wie witzig.
Angekommen in Stone Town, Dala nach Kendwa geentert, die Eier 2 h lang in der letzten Reihe angeschwitzt und in Kendwa angekommen. Klar hätten wir hierfür auch ein Taxi nehmen können wie alle anderen Touris. Aber dann hätten wir etwa 60$ gelassen, mit dem Dala nur 1$. So viel zum Thema Geld sparen. In Kendwa noch mit 3 Mann auf einem Motorrad gesessen und ab zum Beach. Hier mussten wir leider feststellen, dass die Buchung von Oli nie angekommen ist und unser Vermieter nicht mal in der Stadt ist. Zum Glück haben wir zufällig den Cousin vom Onkel von der Schwägerin des Zahnarztes vom Vermieter getroffen, der uns ein Zimmer gegeben hat für 40$ pro Nacht. Netter Typ. Danach Fisch geschmaust, Bieri gekauft und ab in die Heier.

Coco Beach in Daressalam

Auf der Fähre

Tag 14:
Heute war richtig hartes Lungern am Strand angesagt. Jüste ein paar harte Nüsse am Strand geknackt, Dosenbier geholt und dann selbst am Strand geknackt. Mit Sand eine Burg gebaut und dabei von Swahili sprechenden Menschen ausgelacht worden - Unterhalten können wir. Eine leergemachte Bierdose als Football missbraucht. Auch das haben die Menschen hier noch nicht gesehen. Nune erstmal Bieri Bieri holen. Dann erstmal eine Sandburg gebaut. Anschließend haben wir Bier geholt und diesmal den besten Preis ausgehandelt. Zum Nachmittag hin wieder eine Burg gebaut, diesmal aber eine richtige: "Fort Mzungu Stein". Hierbei handelt es sich um ein 2 Zimmer-Appartment, das wir versucht haben Rastafaris anzudrehen. Wohnen wollte hier keiner, aber ein Rasta namens James bot uns seine Hilfe an und so bauten wir zu dritt weiter. Ganz üblen Sonnenbrand heute geholt. Abends noch Dorade bei Luigi geschmaust.


Tag 15:
Heute früh Wecker gestellt um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Leider wurden wir davon nicht geweckt. Beim Aufstehen Schmerzen am Rücken durch Sonnenbrand bemerkt. Erstmal Fort Mzungu Stein besuchen, dieses wurde aber gerade von Hotelmitarbeitert platt gemacht :( Anschließend auf den Weg nach Stone Town gemacht. Dort 3h rumgehangen und einen Kellner "How much is the fish?" gefragt. Zwischendurch über Insider die neue Nummer von Brudi erhalten, aber der nimmt nicht ab :( Eine Katze gestreichelt und mit der Fähre zurück nach Daressalam. Hier erstmal in so einer indischen Bude Fußball geguckt. Deutschland ist heute rausgeflogen. Juckt mich irgendwie nicht. Es ist bereits 8 Uhr abends und wir nehmen ein Taxi zu Oli um unser Gepäck abzuholen und dann ab zum Airport. Der Airport hat leider bis 1 Uhr nachts geschlossen (echt jetzt), also erst einmal vor dem Gebäude sitzen und warten. Mein Rücken tut mir unheimlich weh. Nebenbei bekommen wir Wind davon, dass hier alle Taschen vor dem Betreten des Airports durchleuchtet werden und dass es verboten ist Klingen länger als 9 cm mitzunehmen. Wir müssen an unsere Macheten denken und überlegen ob wir wirklich versuchen sollten die durchzuschleusen. Klar, versuchen kostet ja (hoffentlich) nichts. Da das Flughafenpersonal um 1 Uhr nachts auch Schlaf benötigt, ist es kein Problem für uns unsere Schwerter durchzuschmuggeln. Ab durch den Check-In. Der Immigration Officer hat in meinem Passport auf der falschen Seite gestempelt. Außerdem fällt ihm auf, dass die beim Einreisen wohl verpennt haben meine Fingerabdrücke abzuspeichern, weswegen er mir zuerst die Ausreise verweigern wollte - diese Behörden sind eine Katastrophe.. Mittlerweile ist längst Tag 16.
Im Duty-Free-Bereich wie in Deutschland benommen. Auch hier schläft das Personal am Arbeitsplatz (und das scheinbar mit Absicht, denn die meisten haben sogar Kopfkissen dabei!). Wir investieren unsere letzten Schillings in Bier, reiten auf Nashörnern, Montieren Fenstergriffe ab und stapeln Salzstreuer auf Ketchupflaschen auf Bierdosen. Krachend stürzt unsere Konsruktion ein - zum Glück keine Mitarbeiter geweckt. Abflug gegen 4 nach Konstantinopel. Hier im Duty-Free mit teurem Parfum auf Passanten gesprüht, Turkish Delight in Massen verzehrt und alles was cremig ist auf meinen sonnenverbrannten Rücken geschmiert. Dabei locker 1200$ verrieben, der Sonnenbrand tut trotzdem weh. In den Flieger Richtung geliebtes Hannover gemacht, Ankunft gegen 8 am Abend.

Bestes Frühstück
 


Vorm Flughafen hängen


Gesamtkosten: 1600 € (Kili) + 580 € (Flug) + 180 € (Safari) + 350 € (dies das, Bagettes) = 2710 €

Dienstag, 26. Juni 2018

"Gehen SIe lieber nochmal raus, wenn Sie was zu eredigen haben"

Die Tür öffnet sich wieder. Alle schauen auf, machen sich bereit ihren Namen zu hören, aufzustehen, diesen Ort endlich hinter sich lassen zu können. Die Augen sind weit geöffnet, die Augenbrauen erwartungsvoll nach oben gezogen - doch es ist nur ein weiterer Wartender, der mit einem freundlichen "Hallo" dn Raum betritt. Verdammt dazu, auf einem der Stühle, von denen nur wenige Armlehnen besitzen, Platz zu nehmen. Ernüchterung macht sich breit, gemischt mit wenigen, leisen Seufzern. Sie verschwinden fast ungehört im Klang des Telefonklingelns vor der Tür, welches nur vom Husten des älteren Herrn mit Gehstock übertönt wird. Und als sei es ein Kommando gewesen, steigt auch die kurzhaarige Frau mittleren Alters gegenüber von mir in das Husten mit ein. Plötzlich verspüre auch ich den Drang mich zu räuspern, unterdrücke ihn jedoch. Stattdessen greife ich mir eins der Magazine auf dem Tisch, die alle in einem blauen Umschlag stecken, sodass ich jedes einzelne hochnehmen und ansehen muss.
Die kurzhaarige Frau hat Krücken. Jedes Mal, wenn sie sich ein anderes Magazin nehmen will, humpelt sie mehrere Schritte zum Tisch. Erst habe ich Mitleid mit ihr. Dann ist es mir gleichgültig. Dann nervt es mich. Immer wieder hieft sie sich as dem Stuhl, nimmt ihre Krücken, humeplt zwei Schritte, kramt durch die Magazine, nimmt sich eins, humelpt zurück, stellt die Krücken an die Seite, setzt sich. Blättert. Das Blättern ist so dermaßen laut, dass ich versuche, mich auf die Schritte vor der Tür zu konzentrieren um zu hören, wenn ich hier raus darf.

Wie sagte einst Nietzsche: "Ein sicheres Mittel, die Leute aufzubringen und ihnen böse Gedanken in den Kopf zu setzen, ist, sie lange warten zu lassen."

Dabei finde ich es gar nicht so schlimm zu warten. Da kann man einfach mal dasitzen und nichts zu tun, wozu man ja sonst nicht kommt. Ich blättere also weiter in meiner SPIEGEL Ausgabe von vor zwei Monaten. Ich mache es mir richtig gemütlich.
Oh, ein Artikel über eine mögliche atomare Katastrophe in Belgien.

"Frau Kolumbus, Bitte!" Ich hatte gerade mal zwei Absätze fertig. Und doch ist es ein gutes Gefühl, sich nochmal umzudrehen, nochmal die Seufzer zu hören und einfach gehen zu können. "Tschüss, ihr Penner!", denke ich und freue mich, bald hier raus zu sein.

Ich sitze nun in einem anderen Zimmer, auf einem Stuhl ohne Armlehnen.
"Der Doktor kommt gleich".
Ich wünsche, ich hätte die Zeitschrift mitgenommen.

Dienstag, 12. Juni 2018

Blockmist? Na Logo!

Stillstand bedeutet Rückstand und keine Frage: Der Block entwickelt sich prächtig. Vielleicht ein
Zuhörer?

paar Zuhörer zu wenig, aber Wayne juckts. Einmal habe ich mir Gedanken gemacht, was hier noch fehlt und mir wurde klar: Ein simples, aber effektives Logo. Klar, wir haben den Kabeljau auf dem Banner, der gerade eine Stadt oder ein Land zerstört oder sich betrinkt und Roland lungert auch irgendwo rum, aber ein richtiges Logo hat bis jetzt immer gefehlt. Aushilfsweise wurde der Name auf BM gekürzt. Weißes B, rotes M. Nicht gerade das Gelbe vom Ei. Meine Idee soll auch gar nicht groß Abweichen. Zeitgemäß (wie wir halt sind, haha) sollte es einfach sein und Wiedererkennungswert haben. Gut, wem erzähl ich da was Neues? Und als ich dieses Jahr in Stemwede einen hellen Moment hatte, schoss mir, als ich entgegen aller anderen Person von den Bühnen wegging, (weil ich alle meine Leute verloren hatte, die ich dann aber kurz darauf wiederfand) das Cover der Scheibe Right thoughts, right words, right action von Franz Ferdinand in den Sinn und ich wusste: Diese drei Pfeile sind es!
Die Eingebung
Ich ging später einige Variationen durch, aber so richtig ging mein Plan nicht auf. Nichts war so wirklich gut, was vielleicht nicht zuletzt an meinen Grafiker-Skills liegt, die sich lediglich auf Stift und Papier, etwas Photoshop CS2 und Paint beschränkten. Nun kam mir letztlich im Regional Express die aktuellste Idee in den Sinn und ich möchte sie euch nicht vorenthalten:










Mit dem B geht es bergauf!


Vor meinem inneren Auge sehe ich coole Kids dieses Logo an Brückenpfeiler sprayen. Ich denke, diese Buchstaben-Zeichen-Kombi ließe viel Raum für Interpretation und/oder Variationsmöglichkeiten, weswegen ich diese heute dem Block vorschlage. Was sagt die Gemeinde? Ist ein Logo überhaupt nötig? Oder ausgerechnet dieses? Reicht nicht das altbewährte BM? Minimalismus ist nicht jedermanns Ding, keine Frage. Oder Pfeile. Oder Buchstaben. Ich würde es auf jeden Fall begrüßen. Würde sich sicher gut auf der Visitenkarte machen, die ich plane oder auf neuen Stickern, oder nicht?

Die finale Idee auf einem Strafzttel (Halteverbot, 15 €)

Mittwoch, 6. Juni 2018

Über den Dächern der Stadt #2 (mit Gewinnspiel)

Schon wieder muss ich mir für einen Post eine Einleitung mit gutem Übergang zum Thema einfallen lassen. Darauf habe ich heute keine Lust. Deswegen übergehe ich das, so wie die Stadt, die auf den folgenden Bildern übergangen wurde (Was für ein Übergang!). Wir sehen hier einige Bilder, die uns zugespielt, in Microsoft Paint gezeichnet wurden oder ich aus meinem Kaffesatz exportiert habe. Sehen Sie hier: Über den Dächern der Stadt #2.

Das Dach von so einem Objekt

Ein Parkhausdach

Eigentlich ein Balkon

Ein anderes Dach

Nochmal dasselbe

Wieder einmal dasselbe

Schnieker Ausblick

Dach von einem Schloss

Von so einem Kran

Kurz vorm Abriss nochmal beklettert

Nochmal

Von sonem Vordach
Der erste der es schafft mir die Orte, von denen diese Fotos gemacht wurde, auf einer Karte zu zeigen, gewinnt eine Kiste Mate-Cola! (Hinweis: es handelt sich stets um die gleiche Stadt und es werden 9 Orte gesucht. Einer davon kam schon beim letzten Mal vor)

Und falls nicht: Keine Bange, es folgt Teil 3 mit einer neuen Chance..

Samstag, 26. Mai 2018

Erdnusskerne

Moin.

Ich wünsche allen Menschen alles gute zu meinem Geburtstag!
Feiert schön, grüßt Menschen, atmet Luft und geht auf die Toilette.
Sein zu da Gefühl das Genießt.
Rückwärts zu schreiben oder stockbrot auf ein Stock zu stocken.

Habt ihr schon einmal versucht eine Bifi lecker zu essen? Sie zuerst aus der Verpackung zu nehmen? Sie aus der Folie zu drücken als wäre sie Abfall?
Sie zu essen nachdem man die vorherigen Schritte mühsam durchmachen musste?
Schreibt doch bitte dazu in den Kommentaren was ihr davon haltet oder welche Erfahrungen ihr schon einmal mit einer Dicken Nudel gesammelt habt.

Falls ihr Goofy und Max sehen solltet, Skeeter lässt ausrichten das morgen wieder "Hey Arnold" läuft.
Läuft.

Freitag, 25. Mai 2018

Über den Dächern der Stadt #1 (mit Gewinnspiel)

Vor kurzem wurden hier einige Bilder gezeigt, die den Untergrund zeigen. Wir wollen aber klar stellen, dass die Blockmist-Redaktion auch überirdisch (gut) aktiv ist. Daher sehen Sie hier: 
Über den Dächern der Stadt #1. 

Ein Parkhaus

das gleiche Parkhaus noch einmal

Ein anderes Parkhaus

Ein ziemlich abgerocktes Gebäude

Das gleiche ziemlich abgerockte Gebäude

Wieder ein Parkhaus, wieder ein anderes

Hierbei handelt es sich um einen Kran
Der Ausblick von einem Hochhaus

... und wieder

... und wieder

... und wieder

Eine Bahnanlage

... genau wie das hier

So ein Typ, der die Aussicht von einem Gebäude genießt
Der erste der es schafft mir die Orte, von denen diese Fotos gemacht wurde, auf einer Karte zu zeigen, gewinnt eine Kiste Mate! (Hinweis: es handelt sich stets um die gleiche Stadt und es werden 8 Orte gesucht)

Und falls nicht: Keine Bange, es folgt Teil 2 mit einer neuen Chance..

Freitag, 11. Mai 2018

Der Akkordeonspieler von Lehrte (Krimi)

Vorwort: Dieser Krimi entstand komplett auf dem Weg zur Schule, den ich immer mit der Bahn zurücklege, also am Bahnsteig, Bahnhofsvorplatz (selten) und meistens in der Bahn. Bei fast jeder Fahrt entstand ein neues Kapitel. Der Zeitraum erstreckt sich vom 17.01. bis 09.05.2018. Man wird vielleicht merken: Da wusste der Autor am Ende nicht mehr wie er angefangen hat. Und das ist leider richtig. Merke: Ein Krimi zu schreiben ist sehr, sehr schwer.
Und bis auf ein paar korrigierte Rechtschreibfehler ist hier nun das originale Werk und ich hoffe, dies ist den 100STEN BLOCKMIST-BEITRAG wert! Alles Gute, Block, da geht noch oinigäs!
P.S.: Alle Namen und Personen sind frei erfunden.



Oberkriminalkommissar Richard Riecher beugte sich über den Toten. Eindeutig war zu erkennen, dass er erstochen wurde. Links von ihm lag das Akkordeon, welches er hier immer gespielt hat. Er war bei allen Reisenden in Lehrte bekannt, da er hier jeden Tag saß. Was war passiert? "Der Tote wurde heute morgen um kurz vor halb 6 hier aufgefunden.", berichtete ein Polizeidude. Der Akkordeonspieler asiatischer Herkunft hatte keinen Ausweis dabei und keiner kannte seinen Namen. Kein leichter Job für die Polizei, aber Routinearbeit für Oberkriminalkomissar Richard Riecher. Denn er hat den richtigen Riecher. Fuck yeah.

Die Sonne ging langsam über Lehrte auf und Richard Riecher, der alte Schnüffler, nahm die letzten Indizien auf. Merkwürdig war, dass der tote Akkordeonspieler alles bei sich trug: Geldbörse, Telefon und Schlüssel. Die heilige Dreifaltigkeit. Akkordeon und das erspielte Kleingeld waren auch noch da. Also augenscheinlich kein Raubüberfall. Auch seine Rechte Hand witterte nichts ungewöhnliches. Denn immer an Richards Seite war sein treuer Schäferhund und Kollege Kommissar Rex Gildo. Rex Gildo ist nicht nur superschlau, nein, da sein Großvater väterlicherseits Windhund war, ist er wohlmöglich, was heißt wohlmöglich, ziemlich sicher, der schnellste Schäferhund der Welt. Doch diese Fähigkeit nutzte ihm hier nichts. Alles was Richard Riecher jetzt brauchte waren die Aufnahmen der Videoüberwachung.

"Es tut mir wirklich sehr leid, Herr Riecher", sagte der Bahnhofs-Chef mit Bedauern in seiner Stimme, "Aus der Zeit des Mordes fehlt das Bildmaterial. 5 Minuten wurden rausgeschnitten. Wir wissen auch nicht, wie das passieren konnte."
"Wer hat Zugriff auf die Kameras?"
"Die Technik befindet sich in dem Raum dort hinten, aber der ist verschlossen. Den einzigen Schlüssel habe ich." Erster Verdächtiger.
Riecher nahm die Sonnenbrille ab, die er schon vor Sonnenaufgang trug und verschränkte die Arme. Er sah dabei sehr cool aus.
"Zeigen Sie mir den Raum", forderte er den Bahnhofs-Chef auf.
Alle drei betraten den Raum, aber nichts wies auf einen Einbruch hin. Alles lag laut dem Chef so, wie es liegen sollte.
Richard, der kluge Kommissar griff zu seinem Handy und rief in der Zentrale an. Er glaubte nicht, dass das Video vor Ort manipuliert wurde.
"Arno, ich brauche deine Hilfe."

"Arno, ich brauche alle deine Fähigkeiten", forderte der Oberkriminalkommissar, "Irgendwem ist es gelungen, Bildmaterial aus den Überwachungskameras am Bahnhof in Lehrte zu entwenden und ich wette du kriegst die IP raus oder was auch immer du brauchst."
"Nichts leichter als das, Chef." Tuuut.
Arno hatte aufgelegt. Mehr Infos brauchte er nicht. So wie Rex Gildo Riechers rechte Hand ist, so ist Arno seine Linke. Vor einem Jahr hat er als Praktikant in der EDV angefangen, mittlerweile kennt man ihn nur noch als Arno Nymus. Weil er so gut ist. Eigentlich wollte er vor einem Jahr eine Ausbildung als Gärtner machen, aber die Arbeitsamt-Mitarbeiterin hat das "Ich will was mit Hecken machen" falsch verstanden. Seit je her hat Arno nie wieder die Sonne gesehen.
"Und ich suche jetzt nach Augenzeugen", sagte Riecher zum Bahnhofs-Chef.
"Ich habe das ungute Gefühl zu wissen, wer damit zu tun haben könnte", meinte dieser und er fing an zu schwitzen, "Kennen Sie die 4 Lehrter Schweinehunde aus der Hölle?" Tatsächlich hat Riecher noch nie von ihnen gehört, dabei kennt er dieses gottverdammten Ort so gut wie kein anderer. Jetzt wurde es ernst, das spürte er.
"Erzählen Sie mir alles."

"Arno, ich brauche alle deine Fähigkeiten", forderte der Oberkriminalkommissar, "Irgendwem ist es gelungen, Bildmaterial aus den Überwachungskameras am Bahnhof in Lehrte zu entwenden und ich wette du kriegst die IP raus oder was auch immer du brauchst."
"Nichts leichter als das, Chef." Tuuut.
Arno hatte aufgelegt. Mehr Infos brauchte er nicht. So wie Rex Gildo Riechers rechte Hand ist, so ist Arno seine Linke. Vor einem Jahr hat er als Praktikant in der EDV angefangen, mittlerweile kennt man ihn nur noch als Arno Nymus. Weil er so gut ist. Eigentlich wollte er vor einem Jahr eine Ausbildung als Gärtner machen, aber die Arbeitsamt-Mitarbeiterin hat das "Ich will was mit Hecken machen" falsch verstanden. Seit je her hat Arno nie wieder die Sonne gesehen.
"Und ich suche jetzt nach Augenzeugen", sagte Riecher zum Bahnhofs-Chef.
"Ich habe das ungute Gefühl zu wissen, wer damit zu tun haben könnte", meinte dieser und er fing an zu schwitzen, "Kennen Sie die 4 Lehrter Schweinehunde aus der Hölle?" Tatsächlich hat Riecher noch nie von ihnen gehört, dabei kennt er dieses gottverdammten Ort so gut wie kein anderer. Jetzt wurde es ernst, das spürte er.
"Erzählen Sie mir alles."

"Zuerst, Herr, ääh..., Arschloch: Wer sind Ihre Kollegen?"
Der Admiral startete seine Vorstellungsrunde:
"Wir sind eine vier Mann starke Crew. Neben mir sind dabei: Käpt'n Kiezhure. Ein erfahrender Seemann, der auf allen sieben Weltmeeren Ärsche getreten hat. Major Problem, ein englischer Hooligan, der wiederum in allen Stadien der Welt Ärsche getreten hat. Und Fähnrich Dämlich, unser Auszubildener, der Ärsche treten erst lernen muss."
"Wo befanden Sie sich vor einer Stunde?", wollte der Oberkriminalkommissar wissen.
"Wir waren beim Bäcker und haben gefrühstückt. Der im Bio-Markt."
"Arr", sagte der Käpt'n und bestätigte mit einem zusätzlichen Nicken die Aussage.
"Kannten Sie den Akkordeonspieler?"
Die vier Schweinehunde sahen sich gegenseitig an, als ob sie nicht wissen würden, was sie sagen sollen.
"Vom sehen, ja. Eine Schande, dass er tot ist. Er spielte immer sehr hingebungsvoll auf seiner Quetschkommode.",
Riecher musste dieser Spur nachgehen. Aber zuerst ging es zum Bäcker. Fragen und Frühstück, das stand jetzt an.

Riecher betrat den Bio-Bäcker.
"Morgen", sagte der Bäcker. Er war ca. 30 und sah nicht fit aus. Als hätte er nicht viel geschlafen.
"Riecher mein Name. Sie kennen mich vielleicht, weil ich erfolgreich bin."
Der Bäcker schaute ihn fragend an.
"Oberkriminalkommissar"
"Achso... Wie kann ich ihnen weiterhelfen?"
"Ich hätte gerne einen Kaffee und ein paar Antworten."
"Den Kaffee schwarz?"
"Antworten sagte ich, keine Fragen!", Riecher ist in seinem Job sehr penibel.
"Waren hier heute vor einer Stunde vier verdächtige Personen? Die Lehrter Schweinehunde aus der Hölle, wenn Ihnen das was sagt? Ich ermittle in einem Mordfall."
"Aber gewiss. Sie sind fast jeden Morgen hier. Gute Jungs."
"Aber die treten Ärsche."
"Ach, das sagen die doch nur so. Die sind harmlos."
"Sie sagen, von den Jungs geht keine Gefahr aus?"
"Ich kenne die Jungs, sie sind korrekt."
Die Tatortmusik erklang aus Riechers Hosentasche und er ging an sein Handy.
"Richard, du musst schnell zur Wache kommen. Die Frau vom Opfer ist hier"
"Komme."
Aufgelegt.
"Danke für den Kaffee, Herr, ääh..."
"Becker."
Riecher verlies den Laden, setzte wieder seine Sonnenbrille auf, schwang sich auf seine Harley Davidson und knatterte Richtung Wache.

Die 4 Lehrter Schweinehunde aus der Hölle hatten dank dem Bäcker Becker ein Alibi, aber die Frau des Musikers schien verdächtig. Riecher suchte Arno auf um nach den Fortschritten wegen des fehlenden Videos zu fragen. Er öffnete die Tür zu seinem Büro. Arno drehte sich um und fing an zu schreien:
"Mach die Tür zu, meine Augen!"
Er war einfach kein Tageslicht mehr gewohnt.
"Hast du schon was herausfinden können?", wollte Riecher wissen.
"Kaum, ich habe es hier mit einem Profi zu tun. Ich forsche noch nach der IP-Adresse, aber es ist nicht leicht. Sie ist kaum nachverfolgbar."
"Gut, dann muss ich diesen Halunken anders ausfindig machen.", sagte Riecher.
Am logischsten erschien es ihm in der Vergangenheit des Opfers nach Hinweisen zu suchen, denn wenn er den Mörder hat, kriegt er auch den Hacker dran. Die Suche nach einem Mitschuldigen durch die Lösung des Falls: Das ist klug.
Riecher wollte noch einmal Zai Tung aufsuchen und machte sich auf den Weg nach Burgdorf.

Die Harley knallte mit einem Mordstempo durch die 20er-Zone am Spittaplatz. Das war gerechtfertigt, denn er ist das Gesetz, Fuck yeah. Hochhaus. Riecher klingelte und Frau Tung öffnete die Tür.
"Ich hätte da noch ein paar Fragen an Sie."
"Ich habe Ihnen doch bereits alles gesagt, was ich weiß."
"Ich glaube nicht", Riecher nahm seine Sonnenbrille ab, "Was hatte Ihr Mann, Hay Zung, mit den Schweinehunden zu tun?"
Die Frau sah verunsichert aus.
"Nichts. Was soll er mit ihnen zu tun gehabt haben?"
"Sagen Sie es mir. (Betonung liegt auf "Sie") Sie wissen noch mehr und ich brauche Ihre Hilfe.
Zai Tung fing an zu schwitzen.
"Es ist alles so schrecklich. Wissen Sie... Mein Mann war damals selbst einer von..."
Ein Schuss fiel. Erst im zweiten Augenblick bemerkte Riecher, dass seine Gesprächspartnerin getroffen wurde. Mit vergleichsweise weit aufgerissenen Augen sank sie zu Boden. Riecher versteckte sich hinter der Haustür und inspizierte die umliegenden Hochhäuser, doch er sah nicht, von wo der Schütze geschossen hatte. Zai Tung atmete noch und Riecher besorgte einen RTW. Der Schütze war wohl oder übel entkommen, trozdem war der Oberkriminalkommissar ein Stück weiter. Denn auch wenn die Lage aussichtslos scheint, gibt es immer noch einen mit dem richtigen Riecher. Richard Riecher. Oh, baby.

Ein Großeinsatz der Polizei ermittelte wegen des Schusses und nach dem Riecher als Zeuge alle Fragen beantwortet hatte, war er wieder in Lehrte und lud die Schweinehunde ins Präsidium vor.
"Wo waren Sie, als die Schüsse fielen?"
"Arr, wir haben damit nichts zu tun. Wir waren bei Kik, weil Fähnrich Dämlich eine neue Hose brauchte. Wir treten Ärsche, aber wir schießen nicht auf sie.", sagte Käpt'n Kiezhure.
"Das werden wir prüfen." Riecher machte sich Notizen.
"Sie haben doch gar keine Indizien, das wir was damit zu tun haben. Was soll das hier?", meinte Major Problem mit besten englischem Akzent.
"Hay Zung war doch auch einer von Ihnen, oder nicht. Was ist passiert? Wieso ist er bei den Schweinehunden ausgetreten?"
"Woher wissen Sie das?", fragte Admiral Arschloch
"Gegenfrage: Wieso hielten Sie es geheim."
"Hat es denn eine Rolle gespielt?"
"Natürlich."
"Gut, er war einer von uns. Er trug den Namen General Grillwurst und wusste, wie man Ärsche in Asien tritt. Dann kam es zu Streitigkeiten und er verlies die Gruppe."
"Was waren das für Streitigkeiten?", wollte der Schnüffler wissen.
"Er wollte zurück in seine Heimat, aber er konnte sich das nicht leisten. Er fragte uns nach Geld, aber wir gaben es ihm nicht."
"Wieso nicht?"
"Das hätten wir nie wieder gesehen. Als ob der sich aus Malaysia noch mal gemeldet hätte. Naja, dann trat er der Gruppe aus und spielte Akkordeon um das Geld aufzutreiben, aber das ist ihm wohl nicht mehr gelungen.", sagte der Admiral und lächelte dabei böse.
Doch sie hatten Recht: Riecher konnte Ihnen nichts.
Er brauchte einen neuen Plan.

Mit diesem Anruf hatte Riecher kaum noch gerechnet:
"Ich weiß nun von wo die Kamera gehackt wurde. Die IP stammt aus dem Bäcker beim Bahnhof.", wusste Arno Nymus, der Meisterhacker zu berichten.
"Der Bäcker... Ich mache mich sofort auf den Weg."
Die Harley donnerte auf dem Hinterrad ins Neue Zentrum und öffnete mit dem Vorderrad die Tür. Riecher, die Superspürnase wusste, dass es hier was zu holen gab.
"Becker, Sie wissen mehr, als Sie zugeben wollen."
Bei Becker nahm eine Überreaktion Überhand und er rastete komplett aus.
"Lebend kriegt ihr mich nie, ihr Bullenschweine!"
Er bewarf Riecher mit harten Brötchen vom Vortag, von denen sich die Kruste in kleinen Stückchen löste und in seine Augen gelangte.
"Aaah!"

Plötzlich hörte es auf. Ehe Der Oberkriminalkommissar wieder schmerzfrei sehen konnte war der vermeintliche Bäcker Becker auf und davon.
"Wie konnte er mir nur entwischen?"
Riecher rief einen Fahndungstrupp um den Gesuchten zu finden und nutzte dann die Gunst der Stunde und begab sich hinter die Kulissen des Ladens.

Riecher begab sich hinter die Theke des Backwarengeschäfts und traute seinen Augen. Denn sie waren sehr gut: Es sah aus wie in der Kommandozentrale der NASA. Überall Technik und PC's. Alles miteinander verkabelt und verbunden. Riecher startete den Computer und gab "Passwort1" ein. Der Desktop zeigte sich. Alter Pioniertrick. Auf dem Desktop befand sich lediglich eine Datei mit dem Titel "Ausschnitt Überwachungskamera Bahnhof Lehrte_geheim".
Es ist fast zu einfach, dachte sich der Superschnüffler. Er klickte die Datei an und aus den Lautsprechern erklang eine Stimme: "Selbstzerstörung aktiviert"
Geistesgegenwärtig rannte Riecher aus dem Geschäft, während alles hinter ihm wie in einem Actionfilm explodierte. Er schmiss sich auf den Boden und Glassplitter bedeckten ihn. Der Publikumsverkehr kam zum erliegen und die Menschen schauten hysterisch und verschreckt zum Bäcker. Riecher wurde schwarz vor Augen. Er erwachte im Krankenhaus. Er war alleine und ihm brummte der Schädel. Und ihm wurde klar:
Alles Beweismaterial war vernichtet.

Riecher fasste alle Fakten zusammen: Den Schweinehunden konnte er nichts nachweisen, Becker ist auf und davon und die Datei scheint vernichtet worden zu sein, wenn sie überhaupt noch existierte. Doch Riecher wäre nicht so ein Teufelskerl wenn er nicht schon wieder einen Plan hätte. Er ging zur Info, gerade noch konnte er sich auf den Beinen halten, er war sehr geschwächt von der Detonation. "Entschuldigen Sie bitte", wandte sich der Cop an die Dame hinter dem Tresen, ich würde gerne jemanden besuchen."
Kurz darauf klopfte er an eine Zimmertür und öffnete sie zugleich.
"Hallo Frau Tung, wie geht es Ihnen?"
Zai Tung, die zum Glück nicht all zu schwer angeschossen wurde sah zu Riecher rüber.
"Was wollen Sie? Lassen Sie mich in Ruhe."Riecher musste sich setzen.
"Ich brauche Ihre Hilfe. Sagen Sie mir alles, was Sie über Becker wissen."
Tung starrte ihn durchlöchernd an.

"Diesen Aufenthalt habe ich Ihnen zu verdanken, verschwinden Sie."
Ihr Ton wurde rauer.
"Raus jetzt."
"Frau Tung, ich wurde ebenfalls Opfer eines Anschlags, ich brauche alle Infos, die ich kriegen kann. Es geht hier um die Sicherheit von uns und auch von Dritten."
Die Frau des Akkordeonspielers schaute aus dem Fenster.
"Gut. Becker ist der Anführer der Lehrter Schweinehunde aus der Hölle. Er ist kriminell und böse. Mein Mann litt sehr unter ihm. Er wollte weg von der Bande und sogar mich im Stich lassen um nach Hause zurückzukehren. Seine Handlanger dagegen sind ein Witz, die wollen sich nur prügeln. Nur der Kleine wurde schon dabei erwischt, jemanden ein Messer an die Kehle gehakten zu haben."
"Fähnrich Dämlich?"
Tung nickte.
"Becker ist ein Computergenie und hat viel Geld. Und solche Leute wie Fähnrich Dämlich und die anderen glauben alles was er sagt. Sein Einfluss ist groß."
Riecher fing an zu grübeln. Die Schweinehunde haben gelogen. Das Bäcker-Alibi hat sich erledigt. Einer dieser 5 muss es gewesen sein. Der Chef selbst? Unwahrscheinlich. Also war es wohl...
"Und jetzt gehen Sie. Mehr weiß ich nicht."

Riecher wusste: Wäre dies hier ein Krimi, wäre dies jetzt der Höhepunkt der Geschichte. Doch es war das wahre Leben. Er war sich sicher zu wissen, wer der Mörder ist. Doch er war geschwächt durch den Anschlag. Der Rollstuhl war seine einzige Hoffnung. Riecher versuchte unbemerkt das Krankenhaus zu verlassen.
"Ich, ääh, geh nur mal eben eine Rauchen, Schwester."
"Das ist aber nicht förderlich für Ihre Gesundheit, jetzt plötzlich, aus heiterem Himmel, mit dem Rauchen anzufangen, Herr Riecher."
"Jaja."
Draußen auf der Straße rief er sich zwei Streifenpolizisten zur Verstärkung zum Bahnhof und fegte mit einem Rollstuhlwheelie los. So ein geiler Typ, dieser Riecher.
Mit den Kollegen traf er sich termingerecht vor der Unterführung.
Die Schweinehunde lungerten wieder am Neuen Zentrum. Major Problem, der englische Hooligan spuckte ein Kaugummi auf den Boden und Käpt'n Kiezhure, der alte Augenklappenträger, pfiff schonungslos einer hübschen Dame hinterher. Diese Dreckssäcke.
"Jungs, passt auf den Schmalhans auf, der könnte Gefährlich werden", warnte Riecher.
Die drei gingen nun rüber mit dem Rollstuhl vorweg. Es war Zeit für das letzte Gefecht.
"Schweinehunde", begann der Chef, und ein eisiger Wind brauste auf. Plötzlich war es komplett still. Passanten hörten auf zu telefonieren und die Kinder schrien nicht mehr. Jeder wartete gespannt was passieren würde.
"Ich glaube, ...wir müssen uns nochmal unterhalten."

"Was wollen Sie schon wieder?"
Der Ton von Admiral Arschloch war sehr rau.
"Unsere Hinweise gegen Ihre Gruppe vermehren sich, was den Mordfall angeht."
"Wie bitte? Wer wagt es unseren Namen in den Schmutz zu ziehen?"
"Ätsch, sag ich nicht."
"Riecher, Sie Schweinehund."
"Fragen wir doch mal Fähnrich Dämlich, was er denn an jenem Tag getrieben hat. Denn das Bäcker-Alibi zieht wohl kaum noch."
Fähnrich Dämlich fing an zu schwitzen.
"Ich war... tja... ich war, ich hab damit nichts zu tun!"
Mittlerweile hat sich ein riesiger Kreis um die Kontrahenten gebildet. Halb Lehrte erwartete mit Spannung, was gleich passieren würde.
"Fähnrich Dämlich, ich würde Sie bitten mit auf das Polizeirevier zu kommen", Riecher symbolisierte seinen Kollegen, dass sie den Verdächtigen begleiten sollen.
"Kommen Sie bitte mit", sagte der eine Kollege, doch der Fähnrich griff in seine Arschtasche und zog ein Messer raus, welches er in Windeseile beiden Beamten in den Bauch rammte.
Riecher, die Schweinehunde und das Publikum waren entsetzt.
"Fähnrich, was soll die Scheiße?", schrie Admiral Arschloch.
In den Augen des Messerstechers machte sich der Wahnsinn breit.
"Du hast recht, Richard. Ich habe General Grillwurst auf dem Gewissen."
Das Rätsel war gelöst!
"Nein..!" und "Wusste ich's doch!", hörte man aus den Zuschauerrängen.
"Und jetzt ist meine Zeit gekommen, es euch allen heimzuzahlen. All die Jahre als Fähnrich, all die Jahre der Erniedrigung. Ab sofort bin ich Leutnant Dämlich! (Die Betonung liegt auf Leutnant) Und jetzt stellt euch mir und meinem Messer, ihr Wichte."
Riecher schien allein auf weiter Flur. Seine Kollegen waren kampfunfähig und er saß im Rollstuhl.
"Machen wir den Scheißkerl platt", kam es unerwarteterweise von Admiral Arschloch. Die Schweinehunde schienen sich von ihrem Kollegen abzuwenden.
"Arr", sagte Käpt'n Kiezhure.
Auch Major Problem nickte.
Sie alle stellten sich schützend vor den Rollstuhl.
Alle waren bereit für das letzte Gefecht. Dämlich ging zum Angriff über.

Die Lage war ernst: Fähnrich Dämlich war voll am durchdrehen und er hatte ein Messer. Riecher konnte Karate, aber er saß im Rollstuhl und hatte keine Kraft. Doch die Schweinehunde standen auf Riechers Seite.
"Pff. Das soll ein Messer sein? Das ist ein Messer!", sagte der Hooligan Major Problem aus England und zog seine Variante, die beeindruckend lang war. Käpt'n Kiezhure, der alte Seepirat, ging ein Stück weiter und zog ein Schwert, dessen Klinge offensichtlich, und Riecher hatte Ahnung von Meeresbiologie, aus Sägefisch bestand. Admiral Arschloch, der breite Schrank, war so stark, dass er lediglich seine Fäuste sprechen lassen brauchte.
"Euch zeige ich's!", rief Fähnrich Dämlich. Er rannte los und nutzte sogleich einen miesen Trick: Er streute den Schweinehunden Sand in die Augen! Ein raunen ging durchs Publikum. Sofort stach er auf die drei Kontrahenten ein und sie sanken zu Boden. Riecher hatte nun ein Problem. Der Fähnrich kam mit einem irren Lachen auf den Oberkriminalkommissar zu.
Plötzlich klingelte Dämlichs Handy und er stoppte seine Aktion.
"Ja, hallo?... Wer ist da?... Arno wer?..."
Arno Nymus, Riechers Meisterhacker ist am Telefon? Was hat er vor?
"Was wollen Sie denn? Ich kann jetzt nicht... Wie ich habe gleich ein Problem? Sie haben gleich eines... Hallo?... Hallooo..."
Jetzt kommt das unerwartete: Fähnrich Dämlichs Handy explodierte! Im Publikum gab es ein Aufschrei. Der Bösewicht sackte mit einer schweren Kopfverletzung zusammen. Riecher verständigte sogleich die Polizeikollegen und den Rettungdienst. Fähnrich Dämlich landete im Gefängnis. Zai Tung, die Polizisten und die Schweinehunde erholte sich von ihren Verletzungen und Riecher und Arno Nymus, der alles durch die Überwachungskameras mitbekommen und das Handy gehackt hatte, bekamen eine Medaille. Nur der Oberschurke Becker blieb verschwunden. Doch diesen wird der Oberkriminalkommissar finden, koste es, was es wolle. Und wenn er dafür sein Leben riskiert.
Das war die erste Geschichte von Richard Riecher, einem Teufelskerl, einem Helden, wie er im Buche steht. Fuck yeah!

Ende.