Posts mit dem Label Reportage werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Reportage werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 22. November 2020

Wer ist B. Kühl? (Teil 2) - Der Block deckt auf!

Um B. Kühl zu finden, musste ich denken wie B. Kühl. Ja, quasi sein wie B. Kühl. Aber wo fange ich an? Am besten beim offensichtlichsten: Beim fotografieren. Bloß, diese Gegenden, die gezeigt werden, könnten überall sein. Das wird viel Arbeit. Eine Verkleidung musste her, am besten, ich verkleide mich als Baum um mich in die Landschaft zu integtieren. Meinem Chef sagte ich, dass ich vermutlich längerfristig nicht mehr arbeiten komme, da ich mich einige Zeit auf die Lauer legen musste, um jemanden... naja, er würde es eh nicht verstehen. Weil ich etwas wichtges zu tun hatte, deswegen. Ich wurde fristlos gekündigt, aber das kam mir gerade ganz recht. Zuerst fuhr ich nach Köln, um mir ein Kostüm zuzulegen. Da Karneval nächstes Jahr eh ausfällt, konnte ich ein Baum-Kostüm für einen Apfel und für ein Ei ergattern. Dem Ladenbesitzer knurrte schon richtig der Magen. Ich fuhr weiter Richtung Rheinland-Pfalz und suchte mir dort eine fotogene Stelle an einem kleinen See, um mich dort hinzupflanzen. Jetzt hieß es warten. Und warten. Und warten...

Tag der keine Ahnung wie Vielte. Keine Spur von B. Mir war kalt und ich war hunrig. Auch sehr müde war ich mitlerweile vom vielen Stehen. Eine kalte Briese brachte meine Blätter zum Rascheln. Was für ein Baum war ich überhaupt? Eine junge Eiche? Eine Erle? Ich wusste es nicht. Durch ein Ausschlussverfahren konnte ich die Nadelbäume streichen, eine Trauerweide war ich auch nicht und eine Birke ebenso wenig. Irgendwas europäisches auf jeden Fall. Was hatten die Asiaten eigentlich für Bäume? Ich versuchte mich verzweifelt an den letzten Besuch bei Planten un Blomen in Hamburg zu entsinnen. Der Magen knurrte und brachte mich auf andere Gedanken. Seit einer Weile beobachte ich Eichhörnchen, wie sie ihre Nüsse vergraben. Die werden sich noch wundern. Ich brauche nur noch ein Plan, wie ich da rankomme, an die Nüsse. Ich kann mich hier nicht wegbewegen, irgendwann könnte B. Kühl hier auftauchen um zu knipsen. Vielleicht gibts hier Füchse oder Dachse, denen ich antrainieren kann, mir die Dinger auszubuddeln, hauptsache keine Wölfe, das wäre hardcore. Oder ein Ameisenkollektiv, dachet ich mir. Bei den Ameisen stellte ich mir das so vor, wie bei SpongeBob mit den Planktons, die einen Safe knackten, in dem sie ein funktionierendes menschliches Gehör nachbildeten und eine Hand. Wer die Szene nicht kennt ist jetzt zurecht verwirrt. Ich war schon ganz schön durch. Ich hatte Hunger, Durst und Atmosphäre. Und langsam kamen schon die ersten Einbildungen. Ich habe schon gedacht, ich höre Schritte.

Hallo? Was machen Sie hier?, fragte mich ein Mann mit großem Hund, der auf einmal hinter mir auftauchte. Ich erstarrte, wie man es von einem guten Baum erwarten würde.  

Äääh,... also, naja.

Was treiben Sie hier? Wollen Sie mich verarschen? Ich konnte dem Mann, der aussah, als ob er schlecht gefrühstückt hatte und warscheinlich gar nicht gefrühstückt hatte, wohl kaum sage, dass ich hier jemandem auflauere, der vielleicht gar nicht kommt.

Kennen Sie die Folge Adventure Time, in der Jake ein Ziegel ist und die Natur beobachtet?

Hauen Sie sofort ab von meinem See, das hier ist Privatgrund.

Kann ihr Hund Nüsse aufspüren? Oder heißen Sie zufällig Kühl?

Ich geb dir gleich Kühl, wenn du nicht sofort verschwindest. Aber sofort. Der Seebesitzer brüllte mir in mein mit brauner Farbe bedecktes Gesicht und Hund wurde langsam auch unruhig, deswegen nahm ich den Rat an und spielte Bäumchen wechsle dich Richtung Auto. Der Mann sah mir ratlos hinterher.

Was für ein Reinfall. Ich stellte die Autoheizung auf Tmax und gab Gas. Ich wusch mir mein Gesicht beim nächsten Burger King auf dem Weg nach Hause, bestellte einmal die halbe Karte und überlegte, wie ich Kühl doch noch rankriegen könnte. Ein Ass habe ich noch im Ärmel!, rief ich durch die Boulettenbude, so dass mich ein paar Leute komisch ansahen, Ein Ass habe ich noch!

Was dieses Ass ist, erfahren wir in der letzten Folge, wenn es heißt: Wer ist B. Kühl? Teil 3!


 

Sonntag, 9. August 2020

Wer ist B. Kühl? (Teil 1) - Der Block deckt auf!

Mainz, Deutschland. Gunther Tiersch, seines Zeichens Meterologe und Goldmedalliengewinner bei Olympia, moderiert gleich wieder das Wetter im Heute Journal. An und für sich nichts Ungewöhnliches und Herr Tiersch ist auch nicht der Hauptgrund, weswegen wir hiervon Berichten. Bevor es bei Tiersch zum Wetterbericht kommt, wird oft ein Foto im Hintergrund eingeblendet. Jeden Tag ein anderes, um die Leute bei Laune zu halten oder was auch immer. Und in unregelmäßigen Abständen, aber dennoch auffällig häufig, lesen wir den selben Namen des Fotografs: B. Kühl. Doch wer ist dieser oder diese B. Kühl?

B. Kühl. Auf englisch Be Kühl. Bleibe Kühl. Das Wetter und kühl bleiben. Kämpft das ZDF mit solchen geheimen Botschaften gegen die Erderwärmung? Ist das eine unterschwellige Botschaft, oder steckt da mehr dahinter?

 
 
 
Dazu war der Block selbstverständlich vor Ort in Mainz-Lärchenberg um herauszufinden, was hier vorsich ging. Mit der Straßenbahn fuhr ich vom Hauptbahnhof hoch, bis zur Stadtion ZDF, um herauszufinden, dass es klüger gewesen wäre, eine Stadtion vorher auszusteigen. Während meines Besuchs wurde gerade der Fernsehgarten gedreht, coronabedingt ohne Publikum. An der Einfahrt an der ZDF-Straße saßen zwei Hardcore-Fans in mitten der prallen Sonne, die vermutlich darauf warteten, dass ein bekanntes Gesicht durch den Haupteingang gefahren kommt.
Die Einfaht war sehr breit und es herrschte reger Betrieb durch Privat- und Firmenfahrzeuge, auch durch mehrere eigene LKW's. Saß in einem dieser Autos vielleicht B. Kühl mit brandneuen Fotos auf der SD-Karte? Wir können an dieser Stelle nur spekulieren.
 
Um an Informationen zu gelangen, ging ich zum Pförtner und fragte nach Einlass, denn ich wollte mich umsehen. Leider kam ich hier nicht weiter, denn auch hier grätschte und Corona wieder voll gegen das Schienbein und alle Besuche des Geländes waren zur Zeit gänzlich untersagt. Ich wurde nun ein wenig direkter: Entschuldigen Sie bitte, aber ich muss hier ermitteln. Oder können Sie mir sagen, wer B. Kühl ist? Was weiß diese Person über unser Klima? Der Pförtner tat so, als ob er die Fragen überhört hätte und bat mich nun freundlich, aber sehr bestimmt das Gelände zu verlassen. Als ich dann versuchte einfach auf das Gelände zu rennen, packte mich der Pförtner in letzter Sekunde und riss mich zu Boden. Es war ein wildes Gerangel, bis mich zwei Sicherheitsmänner, die sich mit dazumischten, schließlich vom Gelände warfen. Die Hardcorefans schauten etwas verwirrt nach dieser Szenerie, was ich ihnen nicht verübeln konnte. Wer ahnt schon, dass ein Pförtner so leicht zu reizen war? Der steckt da doch garantiert mit drin. Das rote Mainzelmännchen der Fußgängerampel sah mich spöttisch an, als ich mich humpelnd und mit blauen Flecken der Straßenbahnhaltestelle näherte. Die ganze Aktion war leider nicht zielführend gewesen. Ein neuer Plan musste her.

Wie wird die Suche nach dem mysteriösen Fotografen weitergehen? Und was wird V als nächstes Dummes tun? Schalten Sie ein, wenn es heißt: Wer ist B. Kühl? Teil 2!

Freitag, 11. Januar 2019

Die Deckmäntel der 111 059

Dies ist die Geschichte einer Lok. 
Hannover 2018. Ich warte auf meinen Zug am Hauptbahnhof. Gammel auf dem Bahnsteig rum, wie ich es häufiger mache. Ich warte auf den RE Richtung Nordsee über Nienburg. Doch kurz bevor es nach Hause geht, nähert sich von Rechts ein Zug der Netzinstandhaltung, ganz in Gelb, wie es sich gehört. Gezogen wurde das ganze von einer Lok der Baureihe 111. Gibt es nicht mehr so häufig, dachte ich mir. Ich mag Züge und ich mag Zahlen, weswegen ich die Nummer der Bahn vor lauter warten in mein Handy tippte, um zu schauen, ob es von ihr weitere Bilder oder Infos gibt. Eins eins eins null fünf neun. Ich staunte nicht schlecht, was alles über diese einzelne Lok herauszukriegen war.

Grundlegendes

Die Baureihe 111 wurde zwischen 1974 und 1984 in sechs Serien und insgesamt 227 mal hergestellt. Unsere Lok gehört zur ersten Serie 111 001-070. Produziert wurde sie 1976 bei der Firma Henschel in Kassel. Die Abnahme erfolgte am 27.04.1976. Ein altes Eisen. Die Fabriknummer lautet 31905.

Ärger mit den Stromabnehmern

Die ersten 111er-Serien hatten gelegentlich die Stromabnehmer tauschen müssen. Die schnellzugschleppende Baureihe 103 brauchte die verbauten Einholmstromabnehmer, die für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt waren, und die langsameren Loks unserer Reihe bekamen dafür ältere Scherenstromabnehmer. Auf dem folgenden Bild sehen wir die 059 mit beiden Varianten zeitgleich, die gerade auch beide wunderschön am Draht hängen. Rechts langsam, links schnell. Außerdem sieht man sie hier in der original Farbgebung ozeanblau-beige.

Zwei verschiedene Stromabnehmer an der 111 059

Der Tapetenwechsel...

Später bekam die Lok ein uns bekannteres Äußeres. Die verkehrsrote/lichtgraue Lackierung wurde 1996 eingeführt. Auf dem Bild ist die 111 059 im Personenverkehr mit Doppelstockwägen eingesetzt. Außerdem wurde ein Zugzielanzeiger im Fenster verbaut.

Der Kassler unterwegs mit Dostos

... und der Jobwechsel

Raus aus dem Personenverkehr, rein in die Welt der Technik. Nach meinen Recherchen her, fährt die 059 so seit dem 01.03.2014 durch das Land. Und ungefähr so bekam ich dieses Gefährt vor Augen. Gelb mit gelben Wagen der Netzinstandhaltung.

Die 111er in der Netzinstandhaltung
Doch wo versteckt sich die Bahn, die in ganz Deutschland unterwegs ist? Anscheinend in Minden. Minden ist ein wichtiger Standort für die DB Systemtechnik. Hier ist sogar ein Triebkopf des ICE V, dem Ur-ICE ausgestellt. Hier rollt die 111 059 in Minden ein.

Desweiteren fand ich die 059 auch im Train Simulator...




... und sogar als echtes Modell. Biste verrückt.
 

Ich hoffe, ich konnte Sie etwas dafür begeistern mal die Augen nach diesem oder anderen Schienenfahrzeugen offen zu halten. Für mich ist es immer wieder spannend, was bei uns über die Gleise rollt.

P. S. Ich habe alle Bilder aus dem Internet geklaut

Freitag, 11. August 2017

Das Taubengate


Man ist den Anblick an Bahnhöfen ja mittlerweile gewohnt. Überall fliegen Tauben umher und suchen nach Nahrung. Auch wir von Blockmist sind letztens am Hannover Hauptbahnhof gewesen und uns ist aufgefallen, dass dort viel weniger Tauben unterwegs sind, als noch vor einigen Jahren. 
Wohin sind die Tiere verschwunden? Es ist nichts neues, dass Menschen sich an dem "Dreck", den die Tauben hinterlassen, stören. Ganze Kampagnen wurden auf die Beine gestellt, um unsere einstigen Brieftauben loszuwerden, so wie diese HierHier oder Hier.
Wurden die Tauben etwa vom Hauptbahnhof verjagt? Blockmist-Reporter Daniel ist der Sache auf den Grund gegangen. 




Mit diesen Eisenspitzen auf Bahnanlagen wird verhindert, dass sich Tauben setzen können und "Dreck" hinterlassen. Man finden diese Vorrichtungen unter anderem auch auf Brücken. 
Quelle: https://hiveminer.com/tags/anzeigetafel,hauptbahnhof/interesting




Diese Tauben wurden offensichtlich von ihrem Lebensraum vertrieben und fristen ein trostloses Dasein auf der Straße. Ich beschloss mich weiter in der Gegend umzusehen und weitere Tauben zu suchen, um etwas über ihr Leben zu erfahren. 




Ich schaffte es eine Gruppe heruntergekommener Tauben dabei zu beobachten, wie sie in die oberste Etage dieses Parkhaus flogen. Ob es dort oben Antworten auf meine Fragen gibt? 




Natürlich zögerte ich nicht lange und begab mich in das Treppenhaus. Am 4. OG angekommen, stand nur noch diese Unscheinbare Tür zwischen mir und den Tauben. Was sollte mich da erwarten?




Ich öffnete die Tür, begab mich auf die Parkfläche und sah mich um. So ein Parkhaus habe ich noch nicht gesehen: Zwar befand sich hier oben auch (immerhin) ein Auto, doch trotzdem sieht dieses Parkhaus ungewöhnlich heruntergekommen aus. Überall liegen Federn und Vogelkot herum. Viele Lichter funktionierten nicht und die Wände, sowie das Dach waren großflächig beschädigt. Ein Gestank lag in der Luft. Zudem wimmelte es hier nur so von Tauben.




Das hielt die Leute aber nicht davon ab auch hier den armen Vögeln das Leben zu erschweren. Hinsetzen, zur Ruhe kommen - beides ist den Tauben hier untersagt.




Kein Wunder also, dass die Tauben sich andere Sitzgelegenheiten suchen mussten. Diese zwei Exemplare machen es sich oberhalb dieser Tür bequem. Als ich mich weiter näherte, flogen sie los zu den Löchern in der Decke....




... wo sie offensichtlich einen Rückzugsort gefunden haben. Vermutlich nutzen sie den Raum unter den Dachplatten sogar zum nisten.




ein ruhiger Ort zum Entspannen ist das hier wirklich nicht. Während ich versuche Kontakt zu dieser Taube aufzunehmen, fährt ein Zug vorbei. Ein Gespräch ist daher unmöglich.




Ist dies die Wasserstelle für die Tauben? Sauber oder gar appetitlich ist das nicht..




Dreck, Lärm, schlechtes Wasser und Verwarlosung. Ist dies wirklich ein guter Ort um Küken großzuziehen? Ich glaube kaum. Dennoch scheint es in diesem Stadtteil keinen besseren Ort zu geben, in dem die Tauben geduldet werden.




Diese Tauben denken vermutlich über ihr Leben nach. 




Plötzlich wirft sich die Taube links im Bild das Gebäude runter! Ich versuche sie noch zu halten, doch vergebens. Ich lief das Treppenhaus hinunter, ...




... doch ich konnte nur noch ihren Tod feststellen.




Eine Taube hat sich vor meinen Augen umgebracht?! War das etwa ein Hilfeschrei? Mich beschleichen erste Zweifel, ob dieses Parkhaus wirklich nur ein Fall von extremer Verwarlosung ist oder ob nicht vielleicht mehr dahinter steckt.
Während ich mich wieder im Parkhaus befand, entdeckte ich an einer Säule ein Zettel mit Hinweisen darauf. Was da wohl draufsteht?




Anscheinend kommt es hier öfter zu Angriffen von Tauben auf Menschen. Mir kamen die Tauben bei meinem Besuch allerdings friedlich vor, wenn überhaupt verängstigt. Oder soll dieses Hinweisschild die Menschen gegen die Tauben aufhetzen?!




Ich gucke mich genauer um und finde einige leblose Körper von Tauben. Was ist hier nur los?




Auch dieses Exemplar hat es erwischt. Mich beschleicht der Verdacht, dass Menschen extra hierherkommen, nur um Tauben anzugreifen. Sie behaupten einfach Opfer eines Taubenangriffs geworden zu sein und haben anschließend nur die Hinweise des Schildes befolgt.




Mir läuft es eiskalt den Rücken runter. Sogar vor Kindermord schrecken die Täter nicht zurück.




Grausames geschieht hier und die Öffentlichkeit ahnt nichts davon.




Und draußen an der Straße sind Polizisten und sehen tatenlos zu. Oder sind sie etwa eingeweiht?! Hier ist doch ein Komplott im Gange! 
Tauben leben hier verwarlost und können ungehindert angegriffen werden. Es scheint Leute zu geben, die unsere Tauben loswerden wollen.




Was können wir dagegen tun?
Wir müssen Tauben einen artgerechten Lebensraum geben. Füttert sie, wenn ihr sie an Bahnhöfen oder in der Stadt seht. Die Tauben brauchen unsere Hilfe jetzt mehr denn je!