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Sonntag, 30. September 2018

Tunnelblick

Da steh ich nun. Es ist 5 Uhr in der Früh. Im Dunkeln und im Regen. Eigentlich habe ich mir an diesem Tag extra früh den Wecker gestellt um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Schön den Berg hoch und mit einem wunderbaren Blick über den Gardasee. Doch das wird leider nichts, denn ich bin jetzt schon klitschnass und keine Aussicht auf Besserung. Und dafür war ich jetzt schon eine halbe Stunde zu Fuß unterwegs. Frühsport yeah. Aber nützt ja nichts. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Schutz vor dem Wetter. 
Ich ging am Fuß des Berges entlang, am Tunneleingang der Schnellstraße vorbei und erblicke einen weiteren Tunneleingang, der aber offensichtlich nicht für den Verkehr vorgesehen war.
Menschen sind hier leider verboten
Natürlich bin ich sofort hinein, denn es regnete ja schließlich - und das war nicht so einfach, denn von den Gittern ließ sich nicht viel bewegen. Danach spaziere ich durch den Tunnel, etwa 50m und stoße auf das nächste Hindernis. 
die 2. Hürde
Ein Tor, etwa 3m hoch... Wer hat sich das denn ausgedacht, der Tunnel wurde doch schon von der anderen Seite dicht gemacht? Wenn ich mir beim Klettern über die erste Barrikade das Bein gebrochen hätte, wär ich jetzt eingesperrt. Mamma mia. Außerdem: Wer würde nicht über dieses 2. Tor klettern, nachdem man schon durch die erste Absperrung durch ist? Also rüber da, ich will schließlich nicht umsonst so früh aufgestanden sein..
Der Blick von außen aufs Tor

Hier darf man erstmal ein wenig den Regen und die Aussicht genießen. Ich gehe weiter die Straße entlang und marschiere direkt in den nächsten Tunnel. Dieser hat sogar einen Namen, es ist die Galeria de Nice. Nice!
eine nette Galerie.
Und so geht es auch weiter ein Stück freier Himmel und dann weiter in den nächsten Tunnel. Und es ist weit und breit kein Auto zu sehen.
links ist der schnelle Ausgang
In einer Abwzeigung vom Haupttunnel
In einigen Tunneln gibt es Abzweigungen, die allerdings nach wenigen Metern abbrechen. Nach einiger Zeit sehe ich aber einen, der sogar beleuchtet ist. Da fragt man sich doch, warum es in diesem gottverlassenen Tunnelsystem eine Beleuchtung gibt?! Natürlich begebe ich mich in diese Richtung und stoße auf eine Tür.
ein beleuchteter Tunnel zweigt ab
eine Tür
 Diese Tür sollte man lieber langsam öffnen, denn dahinter wartet die Zivilisation auf mich:

guten morgen Auto
Und nun wird auch klar, wozu dieser Tunnel hier dient, nämlich als Notausgang aus dem befahrenen Tunnel nebenan. In diese Richtung gehe ich lieber nicht weiter und drehe um, zurück zum verlassenen Tunnel.
da zieht es einem die Schuhe aus
Weiter geradeaus findet man noch die Rümpelkammer der Stadt.
frische Milch

Ich wette hier wohnte mal einer
Und am Ende des Tunnels wartet wieder eins von diesen 3m hohen Toren auf mich. Endstation. Am Ende ist das Ding gut und gerne 700 bis 1000m lang. Kann man mal machen. Wenn es regnet.
Hier ist Ende (durch das Tor hindurch fotografiert). Da vorne geht es auf die befahrene Straße

Sonntag, 18. März 2018

Das Verborgene unter dem Block

Letztens wurden uns via Flaschenpost einige sehr interessante Fotos zugespielt. So könnte wohl die Geschichte dahinter lauten:


"Jeden Morgen nehme ich die Stadtbahn um zur Arbeit zu kommen. Jeden Morgen setze ich mich in die Bahn neben all den anderen Morgenmuffeln die auf Ihre Smartphones starren oder verträumt ins Leere blicken, ohne einen Blick für die unbekannte Welt, die uns in dem Moment umgibt. Dabei gibt es in den Tunneln einiges zu entdecken. Ich beschäftige mich in meinen 20 Minuten durch den Untergrund meistens damit, aus dem Fenster zu starren und irgendetwas von dem mitzubekommen, was am Fenster in der Dunkelheit an mir vorbei rast. Und tatsächlich sieht man an verschiedenen Stellen im Tunnel Gänge die abzweigen, verschiedene Betriebsmittel, die den Verkehr regeln oder sicher machen und auch ganze Gleise, die scheinbar ins Nichts führen. All dies sind Dinge, die dem normalen Passagier eigentlich nichts angehen und es gibt wohl auch kaum Menschen, die einen Blick in diese verborgenen Stellen blicken durften. Trotzdem erkennt man schon beim vorbei fahren, dass sich Leute diesen Bereich zugänglich gemacht haben – denn an den verschiedensten Stellen sind Graffities zu finden. Eine verrückte Vorstellung wie Sprayer in die Tunnel laufen und hier zwischen den vorbei fahrenden Bahnen genug Zeit abpassen um sich zu verewigen.

Auch mich würde es brennend interessieren diese Welt selbst zu erkunden. Die Vorstellung vorbei fahrenden Bahnen auszuweichen schreckt mich jedoch ab. Klar kann man mal einer Bahn ausweichen indem man das Gleis wechselt. Aber was wenn mal zwei Bahnen aus beiden Richtungen kommen? Und keine Nische in der Tunnelwand erreichbar ist um sich zu verstecken? Reicht der Platz zwischen den vorbei fahrenden Bahnen aus, um unversehrt zu bleiben? Wer weiß das schon. Ausprobieren möchte ich es jedenfalls nicht.

Eines Tages streikte das Verkehrsunternehmen in meiner Stadt. Das bedeutet es fuhren keine Busse und auch keine Bahnen. Als ich hiervon Wind bekam, kam mir die Idee, dass dies eine einmalige Gelegenheit sein könnte. Das was mich am meisten davon abschreckte solch einen Tunnel zu betreten – die Bahnen – bleiben heute stehen. Also begann ich alles klar zu machen: Ich organisierte einen brauchbaren Dude, legte Taschenlampe, Handschuhe und Kamera beisammen und spähte tagsüber einen Übergangstunnel aus, aus dem die Bahnen an jedem anderen Tag an die Oberfläche fahren. Heute jedoch nicht und deswegen waren die Tunneleingänge durch ein Gitter verschlossen. Aus der Entfernung konnte ich erkennen, dass oberhalb dieses Gitters ca. 40 cm Platz zwischen Tunneldecke und Gitter sind, durch die man hindurch klettern könnte. Der Plan stand also. Und so machten wir uns bei Einbruch der Dunkelheit auf den Weg in Richtung Tunneleingang. Natürlich suchte ich mir einen Tunneleingang aus, der nicht an einer überlaufenden Ecke der Stadt liegt. Zwar befindet sich auch dieser noch unweit des Stadtzentrums, jedoch ist dieser Eingang einseitig von einem Park umgeben und deswegen ist es bei Dunkelheit einfacher sich unentdeckt Zugang zu verschaffen. Hier warteten wir einen unbeobachteten Moment ab und liefen möglichst unauffällig die Gleise entlang in die Tiefe in Richtung Tunneleingang. Als wir beim Gitter angekommen waren, betrachteten wir es aus der Nähe noch einmal genau. Wir stellten fest, dass es zwar machbar wäre über das Gitter zu klettern. Jedoch ist dies nicht ganz ungefährlich, da die Gefahr besteht, dass man in Berührung mit den Oberleitungen kommt. Zwar vermute ich, dass die Oberleitungen an diesem Tag abgeschaltet sein müssten, jedoch kann man sich da natürlich nicht sicher sein. Vor allem nicht weil auch die Lichter in den Tunneln eingeschaltet waren (Werden diese durch den Strom in den Oberleitungen oder durch das öffentliche Stromnetz gespeist?). Wir beschlossen daher unter das Gitter hindurch zu schlüpfen. Dafür legten wir einige der Steine zwischen den Gleisen beiseite um uns mehr Platz zu verschaffen. Wir gruben uns also unter das Gitter hindurch.

Und da waren wir nun. Endlich in einem dieser Tunnel. Da ja auch die Lichter im Tunnel eingeschaltet waren, brauchte ich meine Taschenlampe nicht mal. Wir gingen also vorsichtig den Tunnel entlang und hielten Ausschaue nach Überwachungskameras oder Wachpersonal, konnten jedoch nichts dergleichen entdecken. Dieser Tunnel führe zunächst ca. weitere 100 m in die Tiefe. Wir konnten bereits die nächste U-Bahn-Haltestelle sehen, die sich etwa 200 m vom Gitter entfernt befand. Auch dort brannte Licht und wir waren uns sicher, dass die Überwachungskameras in dieser Station auch eingeschaltet sein würden. Daher wollten wir zunächst nur bis zu dieser Station gehen und spätestens dort wieder umdrehen. Auf halben Weg zu dieser Station entdeckten wir aber eine Abzweigung der Gleise in einen Tunnel, der in etwa in einen tieferen Bereich unter dem Tunneleingang führte. Dass ein Tunnel in diese Richtung führte war mir noch gänzlich unbekannt - obwohl ich oft diese Bahnlinie nehme. Natürlich weckte dies unsere Neugier und wir schlichen uns in diesen komplett unbekannten Teil der U-Bahn. Diese Gleise führten tiefer in den Untergrund. Als wir uns schätzungsweise genau unter dem Gitter am Tunneleingang befanden – vermutlich um die 30 m unter der Oberfläche – gelangen wir an eine Art Abstellgleis. Bahnen standen hier jedoch an diesem Tag keine. Doch auch hier waren wir längst nicht die ersten, denn auch an diesem Teil der U-Bahn waren die Tunnelwände übersäht mir Graffities. Dieses Abstellgleis markierte auch das Ende dieses Tunnels. Möglicherweise wird dieser Bereich als Wendeplatz genutzt, falls es draußen heftig stürmt oder die Bahnen aus anderen Gründen nicht aus dem Tunnel herausfahren können.

Unsere Tour endete hier. Weiter Richtung U-Bahn-Station und die Kameras dort wollten wir uns nicht wagen. Wir machten uns also vorsichtig wieder in Richtig Oberfläche und wieder unter das Gitter hindurch. Anschließend legten wir die beiseite geschafften Steine wieder so unter das Gitter, wie wir es vorgefunden hatten - als wären wir nie da gewesen. Letztendlich waren wir die ganze Tour hindurch allein in den Tunneln und blieben unseres Wissens nach unentdeckt. Natürlich machten wir während dieser Zeit auch einige Fotos, die hier unten zu finden sind."


Eingang

Tunnelblick

Verkehrslichter

Graffities - Am Ende des Tunnels ist die nächste U-Bahn-Station erkennbar

Abzweigung


Blick zum Abstellgleis


Abstellgleis

Arbeitszeug vom Putzkommando

Abstellgleis

Was glauben Sie - Ist diese Geschichte wahr oder nur erfunden?