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Montag, 20. September 2021

EAT SLEEP WERF REPEAT

Da war ich neulich in der Stadtmitte unterwegs um mir eine neue Scheibe zu besorgen, bei Intersport oder was, und musste feststellen, dass die Auswahl an Scheiben mehr als begrenzt war. Frisbee - das Curling der Lüfte. Die eleganteste Sportart von allen. Und der Intersport oder was hat noch zwei Scheiben da. Beide 90 Gramm schwer, lediglich verschiedene Farben, sonst identisch. Ich hegte Groll, denn ich war auf der Suche nach ~140 Gramm und ich wusste, dass es mal mehr Auswahl gab. Der Aussage eines Verkäufers nach, lohne sich das nicht, die Scheiben anzubieten. Laufen zu schlecht. Du lohnst dich nicht, habe ich zu ihm gesagt und bin gegangen. Ich schmiss die automatische Schiebetür hinter mir zu, und verließ umgehend die Stadt. Während ich wutentbrannt mit meinem Cabrio an den Steilklippen in Richtung Sonnenuntergang raste, fragte ich mich, wie man den Scheibensport fördern könnte. Die Idee des Interessenverbands Scheibe schmeißen, kurz ISS, war geboren. Wenn ich genug Mitstreiter zusammenbekommen kann, können wir die Scheibe wieder groß machen! Würden Lobbyarbeit im Bundestag betreiben und die Leute hätten endlich eine kostengünstige, pandemiegerechte und erhabene Freizeitbeschäftigung. Schmeiß Scheibe weit again!, war der erste Anflug eines Slogans. Ich habe einen guten Kumpel, der eventuell da was machen kann, fiel mir plötzlich ein. Ja, das ist eine gute Idee, ich machte mit meinem Flitzer einen U-Dreh und fuhr Richtung Bundeshauptstadt.

Was für eine saublöde Idee, sagte Steinmeier zu mir, als wir uns an der Warschauer Straße ein Sterni am Kiosk holten, da hat doch keiner Bock drauf auf Frisbee. Viele wissen gar nicht, dass ich den Bundespräsi schon ganz gut kenne, aber ist wahr. Man hörte zwei Kronkorken auf den Gehweg fallen, bevor wir ein wenig durch die Gegend flanierten. Steini, wie ich ihn gerne nannte, auch wenn er das nicht mochte, trug eine fast gesichtsbedeckende Sonnenbrille und eine Baseballcap, um nicht gleich erkannt zu werden. Die Idee ist nicht blöd, entgegnete ich, auch wenn ich auf die schnelle kein Argument dafür parat hatte, Fußball ist blöd. Außerdem habe ich schon ein cooles Logo entworfen. Ich hielt Frank-Walter mein Motorola ins Gesicht.




Sicher wäre "WIRF" richtiger gewesen, sah aber irgendwie doof aus. 

Und für so einen Quatsch soll ich jetzt ein paar Euronen lockermachen oder was?, fragte Steini mit einer Stimmlage, irgendwo zwischen genervt und gelangweilt.

Wäre nett.

Vergiss es. Wir lehnten uns an das Geländer der Warschauer Brücke und beobachteten schweigend eine Weile ein paar Züge, die sich ihren Weg vom oder zum Ostbahnhof bahnten. Es war eine schöne Sommernacht.

Überleg es dir doch nochmal in Ruhe, Steini. Wir müssen es ja nicht überstürzen. Aber außer Fußball und ein Mal im Jahr Superbowl haben wir doch nichts. Handball interessiert doch in Wirklichkeit auch niemanden.

Ich werde darüber nachdenken, Vsen, sagte er zu mir, als wir unsere leeren Flaschen neben den Mülleimer stellten. Ich höre mich im Bundestag mal um wegen deinem Frisbeesclub, er heißt ISS, warf ich ein, aber Frank-Walter war es egal, ob da jemand was mit zu tun haben will. Aber ich muss jetzt wirklich los. Morgen wieder Arbeit, gar kein Bock.

Alles klar. Ich muss auch langsam nach Hause. Gute Nacht, Frank.

Gute Nacht.

Frank-Walter Steinmeier überquerte die vielbefahrene Straße, als es gerade etwas ruhiger war und verschwand im S-Bahnhof um in Richtung Bellevue zu fahren. Als ich später mit meinem Cabrio auf der A2 durch das dunkle Brandenburg fuhr, wurde ich das Gefühl nicht los, meine Zeit verschwendet zu haben. Frank ist immer sehr beschäftigt, er könnte mein Anliegen bestimmt vergessen, wurde mir bewusst oder vielleicht war ihm das auch einfach zu doof. Und bis heute warte ich vergebens auf eine Antwort. Steini, wenn du das hier liest, bitte melde dich! Und denkt immer daran: 

ISS needs you 

&

Blockmist wants you

Sonntag, 22. November 2020

Wer ist B. Kühl? (Teil 2) - Der Block deckt auf!

Um B. Kühl zu finden, musste ich denken wie B. Kühl. Ja, quasi sein wie B. Kühl. Aber wo fange ich an? Am besten beim offensichtlichsten: Beim fotografieren. Bloß, diese Gegenden, die gezeigt werden, könnten überall sein. Das wird viel Arbeit. Eine Verkleidung musste her, am besten, ich verkleide mich als Baum um mich in die Landschaft zu integtieren. Meinem Chef sagte ich, dass ich vermutlich längerfristig nicht mehr arbeiten komme, da ich mich einige Zeit auf die Lauer legen musste, um jemanden... naja, er würde es eh nicht verstehen. Weil ich etwas wichtges zu tun hatte, deswegen. Ich wurde fristlos gekündigt, aber das kam mir gerade ganz recht. Zuerst fuhr ich nach Köln, um mir ein Kostüm zuzulegen. Da Karneval nächstes Jahr eh ausfällt, konnte ich ein Baum-Kostüm für einen Apfel und für ein Ei ergattern. Dem Ladenbesitzer knurrte schon richtig der Magen. Ich fuhr weiter Richtung Rheinland-Pfalz und suchte mir dort eine fotogene Stelle an einem kleinen See, um mich dort hinzupflanzen. Jetzt hieß es warten. Und warten. Und warten...

Tag der keine Ahnung wie Vielte. Keine Spur von B. Mir war kalt und ich war hunrig. Auch sehr müde war ich mitlerweile vom vielen Stehen. Eine kalte Briese brachte meine Blätter zum Rascheln. Was für ein Baum war ich überhaupt? Eine junge Eiche? Eine Erle? Ich wusste es nicht. Durch ein Ausschlussverfahren konnte ich die Nadelbäume streichen, eine Trauerweide war ich auch nicht und eine Birke ebenso wenig. Irgendwas europäisches auf jeden Fall. Was hatten die Asiaten eigentlich für Bäume? Ich versuchte mich verzweifelt an den letzten Besuch bei Planten un Blomen in Hamburg zu entsinnen. Der Magen knurrte und brachte mich auf andere Gedanken. Seit einer Weile beobachte ich Eichhörnchen, wie sie ihre Nüsse vergraben. Die werden sich noch wundern. Ich brauche nur noch ein Plan, wie ich da rankomme, an die Nüsse. Ich kann mich hier nicht wegbewegen, irgendwann könnte B. Kühl hier auftauchen um zu knipsen. Vielleicht gibts hier Füchse oder Dachse, denen ich antrainieren kann, mir die Dinger auszubuddeln, hauptsache keine Wölfe, das wäre hardcore. Oder ein Ameisenkollektiv, dachet ich mir. Bei den Ameisen stellte ich mir das so vor, wie bei SpongeBob mit den Planktons, die einen Safe knackten, in dem sie ein funktionierendes menschliches Gehör nachbildeten und eine Hand. Wer die Szene nicht kennt ist jetzt zurecht verwirrt. Ich war schon ganz schön durch. Ich hatte Hunger, Durst und Atmosphäre. Und langsam kamen schon die ersten Einbildungen. Ich habe schon gedacht, ich höre Schritte.

Hallo? Was machen Sie hier?, fragte mich ein Mann mit großem Hund, der auf einmal hinter mir auftauchte. Ich erstarrte, wie man es von einem guten Baum erwarten würde.  

Äääh,... also, naja.

Was treiben Sie hier? Wollen Sie mich verarschen? Ich konnte dem Mann, der aussah, als ob er schlecht gefrühstückt hatte und warscheinlich gar nicht gefrühstückt hatte, wohl kaum sage, dass ich hier jemandem auflauere, der vielleicht gar nicht kommt.

Kennen Sie die Folge Adventure Time, in der Jake ein Ziegel ist und die Natur beobachtet?

Hauen Sie sofort ab von meinem See, das hier ist Privatgrund.

Kann ihr Hund Nüsse aufspüren? Oder heißen Sie zufällig Kühl?

Ich geb dir gleich Kühl, wenn du nicht sofort verschwindest. Aber sofort. Der Seebesitzer brüllte mir in mein mit brauner Farbe bedecktes Gesicht und Hund wurde langsam auch unruhig, deswegen nahm ich den Rat an und spielte Bäumchen wechsle dich Richtung Auto. Der Mann sah mir ratlos hinterher.

Was für ein Reinfall. Ich stellte die Autoheizung auf Tmax und gab Gas. Ich wusch mir mein Gesicht beim nächsten Burger King auf dem Weg nach Hause, bestellte einmal die halbe Karte und überlegte, wie ich Kühl doch noch rankriegen könnte. Ein Ass habe ich noch im Ärmel!, rief ich durch die Boulettenbude, so dass mich ein paar Leute komisch ansahen, Ein Ass habe ich noch!

Was dieses Ass ist, erfahren wir in der letzten Folge, wenn es heißt: Wer ist B. Kühl? Teil 3!


 

Dienstag, 13. Oktober 2020

Neuer Post

 Stellt euch vor.

Ein Mann Pupst. 

Eine Frau Pupst. 

Ein/s/e/er Divers/es/e/er Pupst. 

Ein Lachs Pupst. 

Eine Lachsin Pupst. 


"Wo ist der Unterschied? " fragt ihr euch. 

Nun. 

Da gibt es wahrscheinlich einige, oder auch keinen. 

Ansichtssache. 

Fackt ist das es bei der Gattung Lachs wahrscheinlich Blubbert. Vorausgesetzt sie können Pupsen. 

Allerdings erzeugt alles co2. "Oh nein, jetzt bloß nicht so ein scheiß" 

Warte, warte. 

Geht doch bitte einmal tief in euch. 

Schließt die Augen. 

Atmet 26x tief ein. 

Ihr hört die Vögel fliegen und seht die Wellen rauschen. 

So, weiter im Thema. 

Wir sind beim pups co2. 

Also, pups = schlechte Luft. 

Baum sagt," Die nehm ich. Mach ich wieder gute von." 

Macht der auch. 

Aber wo bleiben die Schadstoffe? Bleiben sie im Stamm? Im Material? 

Mal angenommen ich Schneid einen Baum in Scheiben, setze ich die Schadstoffe wieder frei? Oder bleibt es und jeder stellt sich anhand der Möbel die daraus resultieren pups in die Wohnung? 

Jeder kennt Feuerzeug und Pups aus den sozialen Medien oder konnte auch selber schon Erfahrungen sammeln, was passiert wenn man beides kombiniert. 

Ist der Baum voll mit Pups, brennt der Wald, fertig. Ist Fackt. 

Wäre ein Baum weniger voll mit Pups, könnte ein Baum weniger Waldbrannt sein. (Achtung Theorie, nicht bewiesen) 

Also Theoretisch, könnten wir alle einen Teil zum Klimaschutz und der Erderwärmung beitragen wenn wir auf Drogerieartikel wie Bohnen oder Eier Verzichten. Oder wir fangen alle an auf Fortbewegung zu verzichten. Wir alle wissen das Pferde oder Esel auch Pupsen. 

Oder Autos. Auch ein sehr schwieriges Thema. Da will man der Welt etwas Gutes tun und fährt elektrisch. Nene sorry so nicht Freunde. Auch ein Ledersitzt hat mal gepupst. 

"Mein Hackfleisch hat mal gepupst"

Oder, 

"Der Landwirt der mein Bio Radisschhen mit seinem Hightech ertnegerät erntet hat auch mal gepupst"

Könnten jetzt einige von euch rufen. 

Richtig. 

Aber auch der Bambus, der ja bis zu 1,6METER! am Tag wächst, macht dies auch nur irgendwie 2 Tage im Jahr wenn gerade Saison ist oder so. Aber auch sonst braucht er unendlich viel Wasser. 

Wenn ihr euch jetzt also fragt was hier phase ist. Ich habe die Lösung für all unsere selbstgemachten Probleme. 

Problem:

 Nr.1. Archive und Aufzeichnungen. 

  Ohne sie wüssten wir gar nicht was gestern war. 

Nr.2. Kalender. 

  Wenn wir das Jahr 2020 beenden, könnten wir auch wieder 1021 weiter machen, da war anscheinend auch alles "cool" . 

Nr.3. Alles Easy. 

  Wenn du jünger bist als ich, solltest du dir  mehr sorgen machen als ich. 


Lachse schwimmen zum lieben gegen den Strom. 

Vielleicht kann man ja auch gegen die Zeit lieben? 

Jeder Schritt ist scheiße. Die evulotion ist scheiße. Die Viehhaltung ist scheiße. Die Agrarwirtschaft ist scheiße. Die Unterscheidung zwischen Mann und Frau ist Scheiße. Die Wahl zwischen Trump, Biden, Merkel, Putin und Kim Jong-un ist scheiße. Der Markt der dir das gibt was du jetzt auf der Stelle haben willst ist scheiße. 



"Oh nein, in meiner Lasagne ist Pony drin" 

Schmeckt das den anders, neben den ganzen konservieerungsstoffen? 

Wäre das irgendjemanden aufgefallen wenn für diese "zufällige Entdeckung" jemand Freitags die Schule geschwänzt hätte? 



Bekenn dich einer Religion an, damit das auch in Zunkuft Kriege verursacht. 



Bestiehl Schwache.


Wehr dich gegen starke, dann bist du keine leichte Beute mehr. 


"jeder sollte eine Million Euro haben"

Dann hätte jeder genau so wenig wie jetzt. 


"WD-40 taugt nur zum reinigen." 

Habe ich selber Jahre lang falsch benutzt. 






Yolo 




Sonntag, 9. August 2020

Wer ist B. Kühl? (Teil 1) - Der Block deckt auf!

Mainz, Deutschland. Gunther Tiersch, seines Zeichens Meterologe und Goldmedalliengewinner bei Olympia, moderiert gleich wieder das Wetter im Heute Journal. An und für sich nichts Ungewöhnliches und Herr Tiersch ist auch nicht der Hauptgrund, weswegen wir hiervon Berichten. Bevor es bei Tiersch zum Wetterbericht kommt, wird oft ein Foto im Hintergrund eingeblendet. Jeden Tag ein anderes, um die Leute bei Laune zu halten oder was auch immer. Und in unregelmäßigen Abständen, aber dennoch auffällig häufig, lesen wir den selben Namen des Fotografs: B. Kühl. Doch wer ist dieser oder diese B. Kühl?

B. Kühl. Auf englisch Be Kühl. Bleibe Kühl. Das Wetter und kühl bleiben. Kämpft das ZDF mit solchen geheimen Botschaften gegen die Erderwärmung? Ist das eine unterschwellige Botschaft, oder steckt da mehr dahinter?

 
 
 
Dazu war der Block selbstverständlich vor Ort in Mainz-Lärchenberg um herauszufinden, was hier vorsich ging. Mit der Straßenbahn fuhr ich vom Hauptbahnhof hoch, bis zur Stadtion ZDF, um herauszufinden, dass es klüger gewesen wäre, eine Stadtion vorher auszusteigen. Während meines Besuchs wurde gerade der Fernsehgarten gedreht, coronabedingt ohne Publikum. An der Einfahrt an der ZDF-Straße saßen zwei Hardcore-Fans in mitten der prallen Sonne, die vermutlich darauf warteten, dass ein bekanntes Gesicht durch den Haupteingang gefahren kommt.
Die Einfaht war sehr breit und es herrschte reger Betrieb durch Privat- und Firmenfahrzeuge, auch durch mehrere eigene LKW's. Saß in einem dieser Autos vielleicht B. Kühl mit brandneuen Fotos auf der SD-Karte? Wir können an dieser Stelle nur spekulieren.
 
Um an Informationen zu gelangen, ging ich zum Pförtner und fragte nach Einlass, denn ich wollte mich umsehen. Leider kam ich hier nicht weiter, denn auch hier grätschte und Corona wieder voll gegen das Schienbein und alle Besuche des Geländes waren zur Zeit gänzlich untersagt. Ich wurde nun ein wenig direkter: Entschuldigen Sie bitte, aber ich muss hier ermitteln. Oder können Sie mir sagen, wer B. Kühl ist? Was weiß diese Person über unser Klima? Der Pförtner tat so, als ob er die Fragen überhört hätte und bat mich nun freundlich, aber sehr bestimmt das Gelände zu verlassen. Als ich dann versuchte einfach auf das Gelände zu rennen, packte mich der Pförtner in letzter Sekunde und riss mich zu Boden. Es war ein wildes Gerangel, bis mich zwei Sicherheitsmänner, die sich mit dazumischten, schließlich vom Gelände warfen. Die Hardcorefans schauten etwas verwirrt nach dieser Szenerie, was ich ihnen nicht verübeln konnte. Wer ahnt schon, dass ein Pförtner so leicht zu reizen war? Der steckt da doch garantiert mit drin. Das rote Mainzelmännchen der Fußgängerampel sah mich spöttisch an, als ich mich humpelnd und mit blauen Flecken der Straßenbahnhaltestelle näherte. Die ganze Aktion war leider nicht zielführend gewesen. Ein neuer Plan musste her.

Wie wird die Suche nach dem mysteriösen Fotografen weitergehen? Und was wird V als nächstes Dummes tun? Schalten Sie ein, wenn es heißt: Wer ist B. Kühl? Teil 2!

Dienstag, 11. Dezember 2018

Giraffen im Zoo (Gedicht)

Ein Gedicht, beruhend auf wahren Ereignissen aus der Vorweihnachtszeit 2017

Oh - Der Zoo
In Gedanken verloren hab ich mich hier her verirrt,
Einen Spaziergang gegangen anstatt zum Wirt.
Der Zoo hat geschlossen, seit Stunden ist es finster,
Es ist Weihnachten und da freuen sich die Kinder.
Ich hingegen habe wieder mal nichts vor.
Da lacht es mich an, aus der dunklen Ecke, dieses Tor.
Es ist nicht hoch, geht nur in die Breite,
Kein Schnee verrät meinen Weg,
ich kletter empor und es geht-
voller Schwung auf die andere Seite.

Seltsam, in keinem Gehege verbirgt sich ein Tier
Kein Affe, kein Pelikan und kein Beagle. 
Nicht einmal ein nachtaktiver Igel.
Australien, Ägypten oder Trier
Alle sind bei ihren Herden und suchen die Begegnung.
Doch da! Was ist das? Sah ich da eben eine Bewegung?

Ja, da im Gebäude, da ist was los.
Da stehen zwei Giraffen - Riesengroß!
Was macht ihr denn dort so allein?
Warum seit ihr denn nicht heim?
Habt ihr den Flug nach Afrika nicht bekommen?
Und habt auch nicht die Bahn genommen?
Sind eure Hälse nicht Deckenkompatibel?
Und stoßt ihr ständig an den Giebel?
Ich verstehe, die Öffis kosten Aufschlag,
Und ihr verdient im Gehege auch karg.
Dann macht euch doch wenigstens ein Feuer.
Was starrt ihr mich an wie ein Ungeheuer?

Ach richtig, ich habe angefangen mit dem starren.
Bitte verzeiht!
Wie lange muss ich hier verharren?
Die Kälte bin ich leid.
Und ich bin der Kälte leid, jedes Jahr
Sind wir ein schier unzertrennliches Paar.
Sagt, Giraffen, hab ihr nicht noch einen Platz für mich?
Ich klau uns noch ne' Tanne,
koche Kaffee in der Kanne,
Dann wird es auch hier doch noch ganz weihnachtlich.

Dienstag, 26. Juni 2018

"Gehen SIe lieber nochmal raus, wenn Sie was zu eredigen haben"

Die Tür öffnet sich wieder. Alle schauen auf, machen sich bereit ihren Namen zu hören, aufzustehen, diesen Ort endlich hinter sich lassen zu können. Die Augen sind weit geöffnet, die Augenbrauen erwartungsvoll nach oben gezogen - doch es ist nur ein weiterer Wartender, der mit einem freundlichen "Hallo" dn Raum betritt. Verdammt dazu, auf einem der Stühle, von denen nur wenige Armlehnen besitzen, Platz zu nehmen. Ernüchterung macht sich breit, gemischt mit wenigen, leisen Seufzern. Sie verschwinden fast ungehört im Klang des Telefonklingelns vor der Tür, welches nur vom Husten des älteren Herrn mit Gehstock übertönt wird. Und als sei es ein Kommando gewesen, steigt auch die kurzhaarige Frau mittleren Alters gegenüber von mir in das Husten mit ein. Plötzlich verspüre auch ich den Drang mich zu räuspern, unterdrücke ihn jedoch. Stattdessen greife ich mir eins der Magazine auf dem Tisch, die alle in einem blauen Umschlag stecken, sodass ich jedes einzelne hochnehmen und ansehen muss.
Die kurzhaarige Frau hat Krücken. Jedes Mal, wenn sie sich ein anderes Magazin nehmen will, humpelt sie mehrere Schritte zum Tisch. Erst habe ich Mitleid mit ihr. Dann ist es mir gleichgültig. Dann nervt es mich. Immer wieder hieft sie sich as dem Stuhl, nimmt ihre Krücken, humeplt zwei Schritte, kramt durch die Magazine, nimmt sich eins, humelpt zurück, stellt die Krücken an die Seite, setzt sich. Blättert. Das Blättern ist so dermaßen laut, dass ich versuche, mich auf die Schritte vor der Tür zu konzentrieren um zu hören, wenn ich hier raus darf.

Wie sagte einst Nietzsche: "Ein sicheres Mittel, die Leute aufzubringen und ihnen böse Gedanken in den Kopf zu setzen, ist, sie lange warten zu lassen."

Dabei finde ich es gar nicht so schlimm zu warten. Da kann man einfach mal dasitzen und nichts zu tun, wozu man ja sonst nicht kommt. Ich blättere also weiter in meiner SPIEGEL Ausgabe von vor zwei Monaten. Ich mache es mir richtig gemütlich.
Oh, ein Artikel über eine mögliche atomare Katastrophe in Belgien.

"Frau Kolumbus, Bitte!" Ich hatte gerade mal zwei Absätze fertig. Und doch ist es ein gutes Gefühl, sich nochmal umzudrehen, nochmal die Seufzer zu hören und einfach gehen zu können. "Tschüss, ihr Penner!", denke ich und freue mich, bald hier raus zu sein.

Ich sitze nun in einem anderen Zimmer, auf einem Stuhl ohne Armlehnen.
"Der Doktor kommt gleich".
Ich wünsche, ich hätte die Zeitschrift mitgenommen.

Freitag, 11. Mai 2018

Der Akkordeonspieler von Lehrte (Krimi)

Vorwort: Dieser Krimi entstand komplett auf dem Weg zur Schule, den ich immer mit der Bahn zurücklege, also am Bahnsteig, Bahnhofsvorplatz (selten) und meistens in der Bahn. Bei fast jeder Fahrt entstand ein neues Kapitel. Der Zeitraum erstreckt sich vom 17.01. bis 09.05.2018. Man wird vielleicht merken: Da wusste der Autor am Ende nicht mehr wie er angefangen hat. Und das ist leider richtig. Merke: Ein Krimi zu schreiben ist sehr, sehr schwer.
Und bis auf ein paar korrigierte Rechtschreibfehler ist hier nun das originale Werk und ich hoffe, dies ist den 100STEN BLOCKMIST-BEITRAG wert! Alles Gute, Block, da geht noch oinigäs!
P.S.: Alle Namen und Personen sind frei erfunden.



Oberkriminalkommissar Richard Riecher beugte sich über den Toten. Eindeutig war zu erkennen, dass er erstochen wurde. Links von ihm lag das Akkordeon, welches er hier immer gespielt hat. Er war bei allen Reisenden in Lehrte bekannt, da er hier jeden Tag saß. Was war passiert? "Der Tote wurde heute morgen um kurz vor halb 6 hier aufgefunden.", berichtete ein Polizeidude. Der Akkordeonspieler asiatischer Herkunft hatte keinen Ausweis dabei und keiner kannte seinen Namen. Kein leichter Job für die Polizei, aber Routinearbeit für Oberkriminalkomissar Richard Riecher. Denn er hat den richtigen Riecher. Fuck yeah.

Die Sonne ging langsam über Lehrte auf und Richard Riecher, der alte Schnüffler, nahm die letzten Indizien auf. Merkwürdig war, dass der tote Akkordeonspieler alles bei sich trug: Geldbörse, Telefon und Schlüssel. Die heilige Dreifaltigkeit. Akkordeon und das erspielte Kleingeld waren auch noch da. Also augenscheinlich kein Raubüberfall. Auch seine Rechte Hand witterte nichts ungewöhnliches. Denn immer an Richards Seite war sein treuer Schäferhund und Kollege Kommissar Rex Gildo. Rex Gildo ist nicht nur superschlau, nein, da sein Großvater väterlicherseits Windhund war, ist er wohlmöglich, was heißt wohlmöglich, ziemlich sicher, der schnellste Schäferhund der Welt. Doch diese Fähigkeit nutzte ihm hier nichts. Alles was Richard Riecher jetzt brauchte waren die Aufnahmen der Videoüberwachung.

"Es tut mir wirklich sehr leid, Herr Riecher", sagte der Bahnhofs-Chef mit Bedauern in seiner Stimme, "Aus der Zeit des Mordes fehlt das Bildmaterial. 5 Minuten wurden rausgeschnitten. Wir wissen auch nicht, wie das passieren konnte."
"Wer hat Zugriff auf die Kameras?"
"Die Technik befindet sich in dem Raum dort hinten, aber der ist verschlossen. Den einzigen Schlüssel habe ich." Erster Verdächtiger.
Riecher nahm die Sonnenbrille ab, die er schon vor Sonnenaufgang trug und verschränkte die Arme. Er sah dabei sehr cool aus.
"Zeigen Sie mir den Raum", forderte er den Bahnhofs-Chef auf.
Alle drei betraten den Raum, aber nichts wies auf einen Einbruch hin. Alles lag laut dem Chef so, wie es liegen sollte.
Richard, der kluge Kommissar griff zu seinem Handy und rief in der Zentrale an. Er glaubte nicht, dass das Video vor Ort manipuliert wurde.
"Arno, ich brauche deine Hilfe."

"Arno, ich brauche alle deine Fähigkeiten", forderte der Oberkriminalkommissar, "Irgendwem ist es gelungen, Bildmaterial aus den Überwachungskameras am Bahnhof in Lehrte zu entwenden und ich wette du kriegst die IP raus oder was auch immer du brauchst."
"Nichts leichter als das, Chef." Tuuut.
Arno hatte aufgelegt. Mehr Infos brauchte er nicht. So wie Rex Gildo Riechers rechte Hand ist, so ist Arno seine Linke. Vor einem Jahr hat er als Praktikant in der EDV angefangen, mittlerweile kennt man ihn nur noch als Arno Nymus. Weil er so gut ist. Eigentlich wollte er vor einem Jahr eine Ausbildung als Gärtner machen, aber die Arbeitsamt-Mitarbeiterin hat das "Ich will was mit Hecken machen" falsch verstanden. Seit je her hat Arno nie wieder die Sonne gesehen.
"Und ich suche jetzt nach Augenzeugen", sagte Riecher zum Bahnhofs-Chef.
"Ich habe das ungute Gefühl zu wissen, wer damit zu tun haben könnte", meinte dieser und er fing an zu schwitzen, "Kennen Sie die 4 Lehrter Schweinehunde aus der Hölle?" Tatsächlich hat Riecher noch nie von ihnen gehört, dabei kennt er dieses gottverdammten Ort so gut wie kein anderer. Jetzt wurde es ernst, das spürte er.
"Erzählen Sie mir alles."

"Arno, ich brauche alle deine Fähigkeiten", forderte der Oberkriminalkommissar, "Irgendwem ist es gelungen, Bildmaterial aus den Überwachungskameras am Bahnhof in Lehrte zu entwenden und ich wette du kriegst die IP raus oder was auch immer du brauchst."
"Nichts leichter als das, Chef." Tuuut.
Arno hatte aufgelegt. Mehr Infos brauchte er nicht. So wie Rex Gildo Riechers rechte Hand ist, so ist Arno seine Linke. Vor einem Jahr hat er als Praktikant in der EDV angefangen, mittlerweile kennt man ihn nur noch als Arno Nymus. Weil er so gut ist. Eigentlich wollte er vor einem Jahr eine Ausbildung als Gärtner machen, aber die Arbeitsamt-Mitarbeiterin hat das "Ich will was mit Hecken machen" falsch verstanden. Seit je her hat Arno nie wieder die Sonne gesehen.
"Und ich suche jetzt nach Augenzeugen", sagte Riecher zum Bahnhofs-Chef.
"Ich habe das ungute Gefühl zu wissen, wer damit zu tun haben könnte", meinte dieser und er fing an zu schwitzen, "Kennen Sie die 4 Lehrter Schweinehunde aus der Hölle?" Tatsächlich hat Riecher noch nie von ihnen gehört, dabei kennt er dieses gottverdammten Ort so gut wie kein anderer. Jetzt wurde es ernst, das spürte er.
"Erzählen Sie mir alles."

"Zuerst, Herr, ääh..., Arschloch: Wer sind Ihre Kollegen?"
Der Admiral startete seine Vorstellungsrunde:
"Wir sind eine vier Mann starke Crew. Neben mir sind dabei: Käpt'n Kiezhure. Ein erfahrender Seemann, der auf allen sieben Weltmeeren Ärsche getreten hat. Major Problem, ein englischer Hooligan, der wiederum in allen Stadien der Welt Ärsche getreten hat. Und Fähnrich Dämlich, unser Auszubildener, der Ärsche treten erst lernen muss."
"Wo befanden Sie sich vor einer Stunde?", wollte der Oberkriminalkommissar wissen.
"Wir waren beim Bäcker und haben gefrühstückt. Der im Bio-Markt."
"Arr", sagte der Käpt'n und bestätigte mit einem zusätzlichen Nicken die Aussage.
"Kannten Sie den Akkordeonspieler?"
Die vier Schweinehunde sahen sich gegenseitig an, als ob sie nicht wissen würden, was sie sagen sollen.
"Vom sehen, ja. Eine Schande, dass er tot ist. Er spielte immer sehr hingebungsvoll auf seiner Quetschkommode.",
Riecher musste dieser Spur nachgehen. Aber zuerst ging es zum Bäcker. Fragen und Frühstück, das stand jetzt an.

Riecher betrat den Bio-Bäcker.
"Morgen", sagte der Bäcker. Er war ca. 30 und sah nicht fit aus. Als hätte er nicht viel geschlafen.
"Riecher mein Name. Sie kennen mich vielleicht, weil ich erfolgreich bin."
Der Bäcker schaute ihn fragend an.
"Oberkriminalkommissar"
"Achso... Wie kann ich ihnen weiterhelfen?"
"Ich hätte gerne einen Kaffee und ein paar Antworten."
"Den Kaffee schwarz?"
"Antworten sagte ich, keine Fragen!", Riecher ist in seinem Job sehr penibel.
"Waren hier heute vor einer Stunde vier verdächtige Personen? Die Lehrter Schweinehunde aus der Hölle, wenn Ihnen das was sagt? Ich ermittle in einem Mordfall."
"Aber gewiss. Sie sind fast jeden Morgen hier. Gute Jungs."
"Aber die treten Ärsche."
"Ach, das sagen die doch nur so. Die sind harmlos."
"Sie sagen, von den Jungs geht keine Gefahr aus?"
"Ich kenne die Jungs, sie sind korrekt."
Die Tatortmusik erklang aus Riechers Hosentasche und er ging an sein Handy.
"Richard, du musst schnell zur Wache kommen. Die Frau vom Opfer ist hier"
"Komme."
Aufgelegt.
"Danke für den Kaffee, Herr, ääh..."
"Becker."
Riecher verlies den Laden, setzte wieder seine Sonnenbrille auf, schwang sich auf seine Harley Davidson und knatterte Richtung Wache.

Die 4 Lehrter Schweinehunde aus der Hölle hatten dank dem Bäcker Becker ein Alibi, aber die Frau des Musikers schien verdächtig. Riecher suchte Arno auf um nach den Fortschritten wegen des fehlenden Videos zu fragen. Er öffnete die Tür zu seinem Büro. Arno drehte sich um und fing an zu schreien:
"Mach die Tür zu, meine Augen!"
Er war einfach kein Tageslicht mehr gewohnt.
"Hast du schon was herausfinden können?", wollte Riecher wissen.
"Kaum, ich habe es hier mit einem Profi zu tun. Ich forsche noch nach der IP-Adresse, aber es ist nicht leicht. Sie ist kaum nachverfolgbar."
"Gut, dann muss ich diesen Halunken anders ausfindig machen.", sagte Riecher.
Am logischsten erschien es ihm in der Vergangenheit des Opfers nach Hinweisen zu suchen, denn wenn er den Mörder hat, kriegt er auch den Hacker dran. Die Suche nach einem Mitschuldigen durch die Lösung des Falls: Das ist klug.
Riecher wollte noch einmal Zai Tung aufsuchen und machte sich auf den Weg nach Burgdorf.

Die Harley knallte mit einem Mordstempo durch die 20er-Zone am Spittaplatz. Das war gerechtfertigt, denn er ist das Gesetz, Fuck yeah. Hochhaus. Riecher klingelte und Frau Tung öffnete die Tür.
"Ich hätte da noch ein paar Fragen an Sie."
"Ich habe Ihnen doch bereits alles gesagt, was ich weiß."
"Ich glaube nicht", Riecher nahm seine Sonnenbrille ab, "Was hatte Ihr Mann, Hay Zung, mit den Schweinehunden zu tun?"
Die Frau sah verunsichert aus.
"Nichts. Was soll er mit ihnen zu tun gehabt haben?"
"Sagen Sie es mir. (Betonung liegt auf "Sie") Sie wissen noch mehr und ich brauche Ihre Hilfe.
Zai Tung fing an zu schwitzen.
"Es ist alles so schrecklich. Wissen Sie... Mein Mann war damals selbst einer von..."
Ein Schuss fiel. Erst im zweiten Augenblick bemerkte Riecher, dass seine Gesprächspartnerin getroffen wurde. Mit vergleichsweise weit aufgerissenen Augen sank sie zu Boden. Riecher versteckte sich hinter der Haustür und inspizierte die umliegenden Hochhäuser, doch er sah nicht, von wo der Schütze geschossen hatte. Zai Tung atmete noch und Riecher besorgte einen RTW. Der Schütze war wohl oder übel entkommen, trozdem war der Oberkriminalkommissar ein Stück weiter. Denn auch wenn die Lage aussichtslos scheint, gibt es immer noch einen mit dem richtigen Riecher. Richard Riecher. Oh, baby.

Ein Großeinsatz der Polizei ermittelte wegen des Schusses und nach dem Riecher als Zeuge alle Fragen beantwortet hatte, war er wieder in Lehrte und lud die Schweinehunde ins Präsidium vor.
"Wo waren Sie, als die Schüsse fielen?"
"Arr, wir haben damit nichts zu tun. Wir waren bei Kik, weil Fähnrich Dämlich eine neue Hose brauchte. Wir treten Ärsche, aber wir schießen nicht auf sie.", sagte Käpt'n Kiezhure.
"Das werden wir prüfen." Riecher machte sich Notizen.
"Sie haben doch gar keine Indizien, das wir was damit zu tun haben. Was soll das hier?", meinte Major Problem mit besten englischem Akzent.
"Hay Zung war doch auch einer von Ihnen, oder nicht. Was ist passiert? Wieso ist er bei den Schweinehunden ausgetreten?"
"Woher wissen Sie das?", fragte Admiral Arschloch
"Gegenfrage: Wieso hielten Sie es geheim."
"Hat es denn eine Rolle gespielt?"
"Natürlich."
"Gut, er war einer von uns. Er trug den Namen General Grillwurst und wusste, wie man Ärsche in Asien tritt. Dann kam es zu Streitigkeiten und er verlies die Gruppe."
"Was waren das für Streitigkeiten?", wollte der Schnüffler wissen.
"Er wollte zurück in seine Heimat, aber er konnte sich das nicht leisten. Er fragte uns nach Geld, aber wir gaben es ihm nicht."
"Wieso nicht?"
"Das hätten wir nie wieder gesehen. Als ob der sich aus Malaysia noch mal gemeldet hätte. Naja, dann trat er der Gruppe aus und spielte Akkordeon um das Geld aufzutreiben, aber das ist ihm wohl nicht mehr gelungen.", sagte der Admiral und lächelte dabei böse.
Doch sie hatten Recht: Riecher konnte Ihnen nichts.
Er brauchte einen neuen Plan.

Mit diesem Anruf hatte Riecher kaum noch gerechnet:
"Ich weiß nun von wo die Kamera gehackt wurde. Die IP stammt aus dem Bäcker beim Bahnhof.", wusste Arno Nymus, der Meisterhacker zu berichten.
"Der Bäcker... Ich mache mich sofort auf den Weg."
Die Harley donnerte auf dem Hinterrad ins Neue Zentrum und öffnete mit dem Vorderrad die Tür. Riecher, die Superspürnase wusste, dass es hier was zu holen gab.
"Becker, Sie wissen mehr, als Sie zugeben wollen."
Bei Becker nahm eine Überreaktion Überhand und er rastete komplett aus.
"Lebend kriegt ihr mich nie, ihr Bullenschweine!"
Er bewarf Riecher mit harten Brötchen vom Vortag, von denen sich die Kruste in kleinen Stückchen löste und in seine Augen gelangte.
"Aaah!"

Plötzlich hörte es auf. Ehe Der Oberkriminalkommissar wieder schmerzfrei sehen konnte war der vermeintliche Bäcker Becker auf und davon.
"Wie konnte er mir nur entwischen?"
Riecher rief einen Fahndungstrupp um den Gesuchten zu finden und nutzte dann die Gunst der Stunde und begab sich hinter die Kulissen des Ladens.

Riecher begab sich hinter die Theke des Backwarengeschäfts und traute seinen Augen. Denn sie waren sehr gut: Es sah aus wie in der Kommandozentrale der NASA. Überall Technik und PC's. Alles miteinander verkabelt und verbunden. Riecher startete den Computer und gab "Passwort1" ein. Der Desktop zeigte sich. Alter Pioniertrick. Auf dem Desktop befand sich lediglich eine Datei mit dem Titel "Ausschnitt Überwachungskamera Bahnhof Lehrte_geheim".
Es ist fast zu einfach, dachte sich der Superschnüffler. Er klickte die Datei an und aus den Lautsprechern erklang eine Stimme: "Selbstzerstörung aktiviert"
Geistesgegenwärtig rannte Riecher aus dem Geschäft, während alles hinter ihm wie in einem Actionfilm explodierte. Er schmiss sich auf den Boden und Glassplitter bedeckten ihn. Der Publikumsverkehr kam zum erliegen und die Menschen schauten hysterisch und verschreckt zum Bäcker. Riecher wurde schwarz vor Augen. Er erwachte im Krankenhaus. Er war alleine und ihm brummte der Schädel. Und ihm wurde klar:
Alles Beweismaterial war vernichtet.

Riecher fasste alle Fakten zusammen: Den Schweinehunden konnte er nichts nachweisen, Becker ist auf und davon und die Datei scheint vernichtet worden zu sein, wenn sie überhaupt noch existierte. Doch Riecher wäre nicht so ein Teufelskerl wenn er nicht schon wieder einen Plan hätte. Er ging zur Info, gerade noch konnte er sich auf den Beinen halten, er war sehr geschwächt von der Detonation. "Entschuldigen Sie bitte", wandte sich der Cop an die Dame hinter dem Tresen, ich würde gerne jemanden besuchen."
Kurz darauf klopfte er an eine Zimmertür und öffnete sie zugleich.
"Hallo Frau Tung, wie geht es Ihnen?"
Zai Tung, die zum Glück nicht all zu schwer angeschossen wurde sah zu Riecher rüber.
"Was wollen Sie? Lassen Sie mich in Ruhe."Riecher musste sich setzen.
"Ich brauche Ihre Hilfe. Sagen Sie mir alles, was Sie über Becker wissen."
Tung starrte ihn durchlöchernd an.

"Diesen Aufenthalt habe ich Ihnen zu verdanken, verschwinden Sie."
Ihr Ton wurde rauer.
"Raus jetzt."
"Frau Tung, ich wurde ebenfalls Opfer eines Anschlags, ich brauche alle Infos, die ich kriegen kann. Es geht hier um die Sicherheit von uns und auch von Dritten."
Die Frau des Akkordeonspielers schaute aus dem Fenster.
"Gut. Becker ist der Anführer der Lehrter Schweinehunde aus der Hölle. Er ist kriminell und böse. Mein Mann litt sehr unter ihm. Er wollte weg von der Bande und sogar mich im Stich lassen um nach Hause zurückzukehren. Seine Handlanger dagegen sind ein Witz, die wollen sich nur prügeln. Nur der Kleine wurde schon dabei erwischt, jemanden ein Messer an die Kehle gehakten zu haben."
"Fähnrich Dämlich?"
Tung nickte.
"Becker ist ein Computergenie und hat viel Geld. Und solche Leute wie Fähnrich Dämlich und die anderen glauben alles was er sagt. Sein Einfluss ist groß."
Riecher fing an zu grübeln. Die Schweinehunde haben gelogen. Das Bäcker-Alibi hat sich erledigt. Einer dieser 5 muss es gewesen sein. Der Chef selbst? Unwahrscheinlich. Also war es wohl...
"Und jetzt gehen Sie. Mehr weiß ich nicht."

Riecher wusste: Wäre dies hier ein Krimi, wäre dies jetzt der Höhepunkt der Geschichte. Doch es war das wahre Leben. Er war sich sicher zu wissen, wer der Mörder ist. Doch er war geschwächt durch den Anschlag. Der Rollstuhl war seine einzige Hoffnung. Riecher versuchte unbemerkt das Krankenhaus zu verlassen.
"Ich, ääh, geh nur mal eben eine Rauchen, Schwester."
"Das ist aber nicht förderlich für Ihre Gesundheit, jetzt plötzlich, aus heiterem Himmel, mit dem Rauchen anzufangen, Herr Riecher."
"Jaja."
Draußen auf der Straße rief er sich zwei Streifenpolizisten zur Verstärkung zum Bahnhof und fegte mit einem Rollstuhlwheelie los. So ein geiler Typ, dieser Riecher.
Mit den Kollegen traf er sich termingerecht vor der Unterführung.
Die Schweinehunde lungerten wieder am Neuen Zentrum. Major Problem, der englische Hooligan spuckte ein Kaugummi auf den Boden und Käpt'n Kiezhure, der alte Augenklappenträger, pfiff schonungslos einer hübschen Dame hinterher. Diese Dreckssäcke.
"Jungs, passt auf den Schmalhans auf, der könnte Gefährlich werden", warnte Riecher.
Die drei gingen nun rüber mit dem Rollstuhl vorweg. Es war Zeit für das letzte Gefecht.
"Schweinehunde", begann der Chef, und ein eisiger Wind brauste auf. Plötzlich war es komplett still. Passanten hörten auf zu telefonieren und die Kinder schrien nicht mehr. Jeder wartete gespannt was passieren würde.
"Ich glaube, ...wir müssen uns nochmal unterhalten."

"Was wollen Sie schon wieder?"
Der Ton von Admiral Arschloch war sehr rau.
"Unsere Hinweise gegen Ihre Gruppe vermehren sich, was den Mordfall angeht."
"Wie bitte? Wer wagt es unseren Namen in den Schmutz zu ziehen?"
"Ätsch, sag ich nicht."
"Riecher, Sie Schweinehund."
"Fragen wir doch mal Fähnrich Dämlich, was er denn an jenem Tag getrieben hat. Denn das Bäcker-Alibi zieht wohl kaum noch."
Fähnrich Dämlich fing an zu schwitzen.
"Ich war... tja... ich war, ich hab damit nichts zu tun!"
Mittlerweile hat sich ein riesiger Kreis um die Kontrahenten gebildet. Halb Lehrte erwartete mit Spannung, was gleich passieren würde.
"Fähnrich Dämlich, ich würde Sie bitten mit auf das Polizeirevier zu kommen", Riecher symbolisierte seinen Kollegen, dass sie den Verdächtigen begleiten sollen.
"Kommen Sie bitte mit", sagte der eine Kollege, doch der Fähnrich griff in seine Arschtasche und zog ein Messer raus, welches er in Windeseile beiden Beamten in den Bauch rammte.
Riecher, die Schweinehunde und das Publikum waren entsetzt.
"Fähnrich, was soll die Scheiße?", schrie Admiral Arschloch.
In den Augen des Messerstechers machte sich der Wahnsinn breit.
"Du hast recht, Richard. Ich habe General Grillwurst auf dem Gewissen."
Das Rätsel war gelöst!
"Nein..!" und "Wusste ich's doch!", hörte man aus den Zuschauerrängen.
"Und jetzt ist meine Zeit gekommen, es euch allen heimzuzahlen. All die Jahre als Fähnrich, all die Jahre der Erniedrigung. Ab sofort bin ich Leutnant Dämlich! (Die Betonung liegt auf Leutnant) Und jetzt stellt euch mir und meinem Messer, ihr Wichte."
Riecher schien allein auf weiter Flur. Seine Kollegen waren kampfunfähig und er saß im Rollstuhl.
"Machen wir den Scheißkerl platt", kam es unerwarteterweise von Admiral Arschloch. Die Schweinehunde schienen sich von ihrem Kollegen abzuwenden.
"Arr", sagte Käpt'n Kiezhure.
Auch Major Problem nickte.
Sie alle stellten sich schützend vor den Rollstuhl.
Alle waren bereit für das letzte Gefecht. Dämlich ging zum Angriff über.

Die Lage war ernst: Fähnrich Dämlich war voll am durchdrehen und er hatte ein Messer. Riecher konnte Karate, aber er saß im Rollstuhl und hatte keine Kraft. Doch die Schweinehunde standen auf Riechers Seite.
"Pff. Das soll ein Messer sein? Das ist ein Messer!", sagte der Hooligan Major Problem aus England und zog seine Variante, die beeindruckend lang war. Käpt'n Kiezhure, der alte Seepirat, ging ein Stück weiter und zog ein Schwert, dessen Klinge offensichtlich, und Riecher hatte Ahnung von Meeresbiologie, aus Sägefisch bestand. Admiral Arschloch, der breite Schrank, war so stark, dass er lediglich seine Fäuste sprechen lassen brauchte.
"Euch zeige ich's!", rief Fähnrich Dämlich. Er rannte los und nutzte sogleich einen miesen Trick: Er streute den Schweinehunden Sand in die Augen! Ein raunen ging durchs Publikum. Sofort stach er auf die drei Kontrahenten ein und sie sanken zu Boden. Riecher hatte nun ein Problem. Der Fähnrich kam mit einem irren Lachen auf den Oberkriminalkommissar zu.
Plötzlich klingelte Dämlichs Handy und er stoppte seine Aktion.
"Ja, hallo?... Wer ist da?... Arno wer?..."
Arno Nymus, Riechers Meisterhacker ist am Telefon? Was hat er vor?
"Was wollen Sie denn? Ich kann jetzt nicht... Wie ich habe gleich ein Problem? Sie haben gleich eines... Hallo?... Hallooo..."
Jetzt kommt das unerwartete: Fähnrich Dämlichs Handy explodierte! Im Publikum gab es ein Aufschrei. Der Bösewicht sackte mit einer schweren Kopfverletzung zusammen. Riecher verständigte sogleich die Polizeikollegen und den Rettungdienst. Fähnrich Dämlich landete im Gefängnis. Zai Tung, die Polizisten und die Schweinehunde erholte sich von ihren Verletzungen und Riecher und Arno Nymus, der alles durch die Überwachungskameras mitbekommen und das Handy gehackt hatte, bekamen eine Medaille. Nur der Oberschurke Becker blieb verschwunden. Doch diesen wird der Oberkriminalkommissar finden, koste es, was es wolle. Und wenn er dafür sein Leben riskiert.
Das war die erste Geschichte von Richard Riecher, einem Teufelskerl, einem Helden, wie er im Buche steht. Fuck yeah!

Ende.

Mittwoch, 16. November 2016

Momente einer Ente 
-Aus dem Leben einer Ente-


S01E01



"Künstlicher Teich, kleine Insel, winzige Hütte"

"Und wieder einmal zeigt sich das Roger ein riesiges Arschloch ist." Sagte ich, nachdem er mich wieder aus dem Teich jagte.
Roger.
Eine Warzenente, mindestens 7 kg schwer, ausgesprochen markanter Höcker auf der Nase und das leittier des ententeichs.
"Hey langer! Ich habe dir schonmal gesagt das ich dich hier nicht mehr sehen möchte!" Brüllte Roger wärend er mich wieder aus "seinem" Teich jagte.

Ich, eine rehbraun-weiß-gescheckte "Anas platyrhynchos" oder auch "Laufente" genannt, wesentlich schmächtiger als Roger und noch nie in den Süden geflogen, da ich im Garten neben dem Ententeich lebe.
Seit 2 Jahren lebe ich nun hier.
Ich verbringe den größten Teil meiner Zeit damit, den Garten der Familie Müller,
Von Schnecken freizuhalten.
...